Trotz Befreiungsschlag gegen Lettland

Hiddink lässt Zukunft bei Oranje offen

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Bondscoach Guus Hiddink äußerte sich über seine Zukunft ausweichend. Foto: Vincent Jannink

Amsterdam - Alles klar für Guus Hiddink - oder doch nicht? Mit dem klaren Sieg gegen Lettland schien die Zukunft des Niederlande-Coaches geklärt. Doch Hiddink sorgte später selbst dafür, dass weiter spekuliert wird.

Auch nach dem Tore-Sixpack im Schicksalsspiel ist die Zukunft von Guus Hiddink als Bondscoach der Niederländer nicht geklärt. „Ich finde es schwer einzuschätzen, ob der bleibt“, sagte der erneut überragende Bayern-Star Arjen Robben, der wie Schalkes Klaas-Jan Huntelaar beim 6:0 über Lettland zwei Treffer erzielte. „Ich kann nicht in seinen Kopf schauen, meiner Meinung nach kann es in alle Richtungen gehen.“

Eigentlich hätte Hiddink genüsslich den großen Triumphator spielen können. Der Nationalcoach hatte seine Zukunft als Trainer der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft in die Hände seiner Spieler gelegt und Robben und Co. damit in die Pflicht genommen. Die Oranje-Stars kamen ihrer Verantwortung nach und fegten Lettland in der EM-Qualifikation am Sonntag vom Platz, als hätte es die schwachen Auftritte zuvor unter Hiddink nicht gegeben. Alles richtig gemacht also vom erfahrenen Trainer, der angekündigt hatte, bei einen Remis zurücktreten zu wollen.

Doch anstatt sich feiern zu lassen und den in den Niederlanden stets kritischen Medien die Leviten zu lesen, blieb Hiddink in der Stunde des ersten großen Sieges während seiner zweiten Amtszeit erstaunlich zurückhaltend - und sorgte mit ausweichenden Aussagen über seine Zukunft sogar für weitere Verwirrung. „Ich bleibe in Diensten des KNVB“, sagte Hiddink nach dem zweiten Erfolg im vierten Spiel der Ausscheidung für die Europameisterschaft 2016. „Mehr habe ich dazu im Moment nicht zu sagen“, meinte der 68-Jährige. „Ich will nur über das heutige Spiel sprechen, alles andere werden wir sehen.“

„Was nun Hiddink“, titelte die Tageszeitung „De Telegraaf“ am Tag danach. Spekuliert wird im Land des Europameisters von 1988 nun, dass Hiddink seinen Posten in den kommenden Wochen doch zur Verfügung stellt und beim nächsten EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei im März sein bisheriger Assistent Danny Blind als Bondscoach auf der Bank sitzt. Der Ex-Profi ist für 2016 sowieso als Hiddink-Nachfolger vorgesehen, nun könnte Hiddink doch früher als geplant in eine Rolle als Technischer Direktor rücken. „Er wird das tun, was ich schon zuvor gesagt habe, um seine Ehre zu behalten. Es wird bald eine Pk geben, und dann wird Danny Blind Bondscoach“, prophezeite der frühere Trainer von Werder Bremen, Aad de Mos, als TV-Experte.

Kommentieren wollte die nach Hiddinks ausweichenden Aussagen sofort wieder anschwellende Diskussion von Verbandsseite zunächst niemand. Ein Sprecher sagte lediglich, KNVB-Direktor Bert van Oostveen werde sich wie üblich zeitnah nach dem Länderspiel mit dem Bondscoach zu einem Gespräch treffen, „um alles rund um die Mannschaft zu besprechen.“ Der Großteil der Spieler scheint mit dem Trainer weiter machen zu wollen, das zeigte nicht nur die starke Leistung gegen Lettland. „Niemand will ihn loswerden“, sagte Kapitän Robin van Persie.

dpa

Algemeen Dagblad

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