Unentschieden in Nürnberg

Aufsteiger Hertha BSC verpasst zweiten Sieg

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Der Berliner Hajime Hosogai (l) foult den Nürnberger Daniel Ginczek.

Nürnberg - Aufsteiger Hertha BSC hat am zweiten Spieltag der neuen Saison den zweiten Sieg knapp verpasst. Die Berliner mussten sich beim 1. FC Nürnberg mit einem Unentschieden zufrieden geben.

Nach dem Sturz von der Tabellenspitze durch einen Last-Minute-Gegentreffer herrschte bei Hertha BSC Frust pur. „Wir haben zwei Punkte liegen lassen. Wir hatten das Spiel in der zweiten Halbzeit völlig im Griff gehabt“, sagte Berlins Trainer Jos Luhukay nach dem 2:2 (0:1) beim 1. FC Nürnberg. Alexander Baumjohann stimmte seinem Trainer zu: „Es ist total ärgerlich, hier nur einen Punkt mitzunehmen.“

Ein sehenswerter Freistoß von Hiroshi Kiyotake (89.) verhinderte nach dem glanzvollen 6:1 gegen Eintracht Frankfurt Herthas zweiten Sieg im zweiten Spiel. Dabei hatte der Aufsteiger erneut viele gute Chancen, ließ jedoch die Durchschlagskraft in der Offensive vermissen. Immerhin reichte es für die Hauptstädter nach fünf Niederlagen in Nürnberg mal wieder zu einem Punkt.

Die Berliner waren durch das erste Bundesliga-Tor von Josip Drmic vor 37.068 Zuschauern in Rückstand geraten (40.). Doch Sami Allagui mit seinem dritten Saisontreffer erzielte den Ausgleich (61. ). Und der eingewechselte Ronny brachte Hertha mit einem allerdings umstrittenem Foulelfmeter in Führung und ließ die Berliner vom ersten Sieg in Nürnberg seit zehn Jahren träumen (78.). Zuvor war Baumjohann nach einem Duell mit Javier Pinola zu Fall gekommen. Dieses Duell gab es auch schon Minuten vorher. Dabei hatte Baumjohann Glück, dass er nur die Gelbe Karte sah, als er Pinola ins Gesicht fasste. „Das ist eine Tätlichkeit und ein klarer Platzverweis“, sagte Michael Wiesinger.

Der Nürnberger Trainer war mit dem Spiel seiner Mannschaft ebenfalls nicht restlos zufrieden: „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit zu passiv verhalten. Dadurch haben wir Hertha stark gemacht. Den Rückstand haben wir aber gut weggesteckt. Die Mannschaft hat Leidenschaft gezeigt. Darauf können wir aufbauen.“

Die Hertha zeigte zunächst die reifere Spielanlage, flüssigere Kombinationen und mehr Mut. Nürnberg schaffte es erst nach rund 15 Minuten, aus seinem 4-1-4-1-System Offensivdrang zu entwickeln. Doch wie so oft benötigten die Franken lange Standards, um Torgefahr zu entwickeln. Nach einer Ecke von Kiyotake köpfte Daniel Ginczek vorbei (16.), vier Minuten später setzte der Neuzugang einen Kopfball nach Freistoßflanke des Japaners an den Außenpfosten.

Berlin, dem beide etatmäßigen Außenverteidiger verletzungsbedingt fehlten, geriet jetzt stärker unter Druck. Club-Verteidiger Javier Pinola verpasste das Tor der Gäste bei seinem Distanzschuss knapp (25.), einen Schuss von Robert Mak parierte Hertha-Keeper Thomas Kraft sicher (31.). Dann setzte sich Ginczek an der Strafraumgrenze gegen drei Herthaner stark durch und spielte Drmic mustergültig in den Lauf. Der Schweizer, der den Vorzug vor Mike Frantz erhalten hatte, traf aus Mittelstürmer-Position eiskalt.

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Die Gäste sorgten in dieser Phase nur gelegentlich über Konter für Gefahr. Markus Feulner klärte vor dem einschussbereiten Änis Ben-Hatira (32.), dann wehrte Torhüter Raphael Schäfer einen Schuss des auffälligsten Berliners ab (36.).

Auch in der zweiten Hälfte begann Berlin stärker. Adrian Ramos köpfte neben das Tor (49.), Kapitän Fabian Lustenberger ließ sich den Ball in aussichtsreicher Position von Feulner abluchsen (55.). Kurios dann der Ausgleich, als Berkay Dabanli den Schuss von Allagui unhaltbar für Schäfer abfälschte. Unmittelbar nach dem 1:1 hatte der bis dahin weitgehend unauffällige Baumjohann die Chance zur Führung, scheiterte jedoch an Schäfer (62.).

Nürnberg, das auf Per Nilsson und Timo Gebhart verzichten musste, hielt in der zweiten Halbzeit nur mit großer Mühe dagegen. Wie beim 2:2 bei 1899 Hoffenheim stimmte beim Club allenfalls die kämpferische Leistung. Spielerisch genügte die Vorstellung der Mannschaft von Wiesinger aber höheren Anforderungen nicht - aber auf Kiyotake war Verlass.

SID/dpa

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