Doppelpack im Länderspiel

"Er ist der Boss!" Frankreich feiert Ribéry

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Traf doppelt: Franck Ribéry

Gomel - Franck Ribéry hielt die französische Nationalelf in schwieriger Stunde auf WM-Kurs und überzeugte damit auch die letzten Skeptiker daheim. Mitspieler feiern ihn als „Boss“ und „Lokomotive“.

Franck Ribéry marschierte mit hochgezogenem Trikot und stolzgeschwellter Brust in die Kabine und nahm die vielen Gratulationen entgegen. Mit toller Leistung und einem Doppelpack, aber auch mit einer Kabinen-Brandrede hatte der Bayern-Star beim 4:2-Sieg in Weißrussland am Dienstag seine französische Fußball-Nationalelf aus dem Schlamassel gezogen und auf WM-Kurs gehalten. „Wir haben Charakter gezeigt“, stellte der 30-Jährige nach dem Ende einer schwarzen Serie der „Bleus“ mit fünf Spielen ohne Sieg und ohne Tore fest. Man sei für die Playoffs der Gruppenzweiten gerüstet.

Nach einer ersten Hälfte, die nach Meinung der Sportzeitung „L`Équipe“ katastrophal gewesen war, schaffte Ribéry vor 13 500 Zuschauern im Zentralstadion von Gomel zweimal den Ausgleich (47.-Elfmeter/64.), nachdem Jegor Filipenko (22.) und Timofej Kalachew (64.) die Hausherren in Führung gebracht hatten. Danach machten Samir Nasri (70.) und Paul Pogba (73.) den Sieg perfekt.

Nach vielen Jahren der Skepsis und Skandale hat „Scarface“ seine Landsleute endgültig in seinen Bann gezogen. Medien und Teamkollegen überschütteten Ribéry mit Lob. Viele Blätter feierten ihn als „Retter“, „Le Parisien“ erhob ihn gar zum Superstar. Dabei war der Einsatz des Flügelflitzers in Gomel wegen einer Verletzung im Gesäßbereich lange fraglich gewesen.

Nicht nur Teamkamerad Blaise Matuidi kam daher aus dem Staunen nicht heraus: „Franck war heute nicht 100 Prozent fit, aber selbst so war er überragend. Auf dem Feld hat er die Wende herbeigeführt. Er ist der Boss, für uns ist er wie eine Lokomotive“, so der Profi von Paris Saint-Germain. Ribéry habe zudem in der Halbzeit eine Brandrede gehalten und den jungen Spielern zusammen mit dem diesmal nicht eingesetzten Routinier Patrice Evra Vertrauen eingeflößt. „Er hat uns dazu aufgerufen, die Angst abzulegen und Risiken einzugehen.“

In der Gruppe I schlossen die Schützlinge von Didier Deschamps zu Tabellenführer Spanien (jeweils 14 Punkte) auf - aber selbst die größten Optimisten in der Grande Nation wissen, dass man den Welt- und Europameister nur theoretisch vom ersten Platz verdrängen kann. Nicht nur, weil die Franzosen ein Spiel mehr haben. „Von Ribéry abgesehen packt es niemand, es ist schade“, klagte zum Beispiel der Trainer von Erstligist FC Nantes, Michel Der Zakarian.

„L`Équipe“ wies unterdessen darauf hin, die Équipe habe vor dem ersten Treffer von Ribéry nicht weniger als 526 Minuten auf ein Tor wartenlassen und damit den uralten Negativrekord von 1925 gebrochen. Aber Ribéry spielt weiter den Antreiber: „Das Vergangene ist gelöscht und alles ist gut nun. Wir haben junge Spieler von enormer Qualität, sie müssen nur ungezwungen spielen und Spaß haben.“ Ist Europas Kicker des Jahres nun auch dem Titel des Weltfußballers nähergerückt? „Ich weiß nicht“, sagt Ribéry bescheiden und beteuert: „Ich spiele nicht deshalb, sondern vor allem, um den Fans Spaß zu bereiten.“

dpa

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