Absturz droht

Hannover 96: Scheinriese im Abstiegskampf

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Tayfun Korkut

Mainz - Nach dem 0:2 (0:0) beim FSV Mainz 05 muss sich Hannover 96 auf den Abstiegskampf einstellen. Der Blick auf die anstehenden Aufgaben verheißt nichts Gutes.

So richtig wollte Tayfun Korkut die brenzlige Lage im Anschluss an die Niederlage beim FSV Mainz 05 nicht wahrhaben. „Die Gesamtsituation ist nicht bedrohlich. Es stehen noch viele Mannschaften zwischen uns und dem Tabellenende“, sagte der hochgelobte Trainer des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, mit dessen Herrlichkeit es schon nach sechs Wochen im Amt offenbar vorbei ist. Die Realität sieht nämlich anders aus: Nach dem 0:2 (0: 0) zum Auftakt des 21. Spieltags sind die Niedersachsen nur noch ein Scheinriese im Abstiegskampf.

Schließlich verheißt der Blick auf die anstehenden Aufgaben nichts Gutes. In den kommenden drei Heimspielen kommen Triple-Gewinner Bayern München, der Tabellenzweite Bayer Leverkusen und Champions-League-Finalist Borussia Dortmund an die Leine. Dazwischen muss das schwächste Auswärtsteam der Liga, das zehn (!) seiner elf Partien in der Fremde verloren hat, bei den Überraschungsmannschaften des FC Augsburg und von Hertha BSC antreten.

Es wäre also nicht verwunderlich, wenn 96 auch in fünf Wochen nicht viel mehr als bisherigen 24 Punkte auf dem Konto hätte. Sportchef Dirk Dufner hat die Zeichen der Zeit immerhin erkannt. „Wir haben ein schweres Programm. Wenn es blöd läuft, spielen wir mit zahlreichen anderen Mannschaften gegen den Abstieg“, sagte der Manager: „Wir stecken noch nicht ganz tief im Schlamassel drin. Aber wir müssen sehr aufpassen, dass wir da nicht reinrutschen. Wir wollen die Saison so beenden, dass wir nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.“

Um dieses Vorhaben umzusetzen, wollen sich die Niedersachsen dem übermächtigen nächsten Gegner nicht kampflos ergeben. Dufner weiß, dass ein Remis oder gar ein Sieg gegen die Bayern zum Schlüsselerlebnis im Kampf um den Klassenerhalt werden könnte. Deshalb gibt sich der Sportchef, dessen Klub nach zwei Siegen in den ersten beiden Spielen unter Korkut nun zwei Niederlagen in Folge kassiert hat, vor der Partie am kommenden Sonntag kämpferisch.

„Natürlich haben wir ein Spiel vor der Brust, das wir noch nicht hoch gewonnen haben. Aber wir wollen alle unsere Heimspiele gewinnen - auch gegen die Bayern“, äußerte Dufner: „Auch die Bayern können mal einen schlechten Tag haben. Wir müssen dafür sorgen, dass sie den bei uns haben.“

Einen richtig guten Tag hatte Ron-Robert Zieler am Freitag erwischt. Ohne ihren starken Torwart wäre die Niederlage der Gäste durch die Treffer von Yunus Malli (51.) und Eric Maxim Choupo-Moting (90.+3) vor 26.754 Zuschauern wohl noch höher ausgefallen. Zieler weiß, dass er auch in den kommenden Partien gefordert sein wird. Die Sorge vor dem drohenden Abstiegskampf war dem 25-Jährigen anzumerken.

„Die Niederlage ist vor allem mit Blick auf die kommenden Spiele ärgerlich. Jedem von uns muss bewusst sein, dass wir tendenziell eher nach unten als noch oben schauen müssen“, sagte Zieler: „Es kann blöd laufen. Um das zu verhindern, müssen wir uns erst einmal sammeln. Wir müssen uns verbessern und zusehen, dass wir punkten.“

An Punkten mangelt es den Mainzern nicht. Der FSV, der vier der zurückliegenden fünf Partien gewinnen konnte, liegt mit 33 Zählern auf dem Konto weiter gut im Rennen um einen Platz in der Europa League. Darüber freute sich auch Trainer Thomas Tuchel: „Punktemäßig war dieser Sieg ein enormer Schritt für uns.“

SID

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