Guardiola lobt seine Bayern

"Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung"

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Pep Guardiola am Spielfeldrand

München - Bayern München ist mit dem souveränen 3:0 gegen ZSKA Moskau ideal in die Gruppenphase der Champions League gestartet. Der anhaltende Streit in der Führungsetage überschattet jedoch das Sportliche.

Matthias Sammer zog seinen Rollkoffer mit finsterer Miene durch die Interview-Zone. Auch der Gesichtsausdruck bei Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge deutete nicht unbedingt auf einen gelungenen Start in die „Mission Titelverteidigung“ hin. Wortlos verließ das Führungstrio von Bayern München nach dem souveränen 3:0 (2:0) gegen ZSKA Moskau die Allianz Arena.

Die jüngste, scharfe Kritik von Sportvorstand Sammer an der Mannschaft sowie die heftigen Reaktionen von Präsident Hoeneß und Vorstandschef Rummenigge überschatteten beim Triple-Sieger auch den Auftakt in die Champions League. Wenigstens bewahrten Kapitän Philipp Lahm und seine Kollegen kühlen Kopf und mischten sich nicht auch noch in die „kontraproduktive Phantom-Diskussion“ (Rummenigge) ein. Genervt und irritiert waren die Stars aber allemal.

„Ich muss jetzt nicht auch noch meinen Senf dazu geben. Jetzt ist es auch mal wieder gut“, sagte Thomas Müller und verdrehte dabei die Augen. Für Lahm war die Debatte „nicht unnötig, es hat sie aber auch nicht gebraucht“. Den Spielern sei es „wurscht“ gewesen, sagte er kühl. Für das Team sei es aber auch „kein Problem, wenn sich ein Vorstandsmitglied äußert, das ist normal. Wir registrieren das“.

Genauso dürfte Sammer registriert haben, dass der FC Bayern gegen den russischen Meister alles andere als Dienst nach Vorschrift ablieferte, die Komfort-Zone verließ und die 68.000 Zuschauer mit Toren von David Alaba (3.), Mario Mandzukic (41.) und Arjen Robben (68.) gut unterhielt.

„Wir haben das sehr gut gemacht. Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung. Solch ein Spiel ist nach der letzten Saison nicht einfach. Diese Mannschaft ist unglaublich, sie wollen immer“, lobte deshalb auch Trainer Pep Guardiola den weitgehend überzeugenden Auftritt des Rekordmeisters. „Die Ordnung war besser, wir waren aggressiver, ballsicherer, haben wenig zugelassen“, analysierte Lahm.

Die Leistungssteigerung wollte aber keiner mit den Angriffen von Sammer in Verbindung bringen. „Wir wussten nach dem Hannover-Spiel selbst, dass wir besser agieren müssen“, meinte Lahm. Der FC Bayern habe „so viele gute und erfahrene Spieler. Wir wissen ganz genau, wann etwas gut war und wann nicht“, fügte Robben an.

Offensichtlich hat sich „Motzki“ Sammer mit seinem Auftritt am Wochenende wenig Freunde gemacht, auch wenn Guardiola nach dem Spiel noch einmal unterstrich, dass ihm der 46-Jährige „sehr viel“ helfe: „Ich bin sehr zufrieden. Er ist einer der wichtigsten Menschen hier.“

Hoeneß und Rummenigge sehen das im Moment etwas anders. Nachdem Hoeneß schon am Montag Sammer deutlich in die Schranken gewiesen hatte, legte Rummenigge kurz vor dem Spiel via Sky nach und erteilte seinem Vorstandskollegen einen ungewöhnlich deutlichen Rüffel.

Er könne sich „nicht vorstellen, dass das dem Trainer gefallen hat - und uns hat“s auch nicht gefallen. Auf einmal heißt es: Was ist los bei den Bayern? Sie gewinnen alles, aber es wird öffentliche Kritik geäußert - warum?„, sagte der Bayern-Boss.

Für Rummenigge kommt die Diskussion zur Unzeit: "Wir waren noch nie so erfolgreich wie in diesem Jahr. Es gibt zwar den berühmten Satz “Wehret den Anfängen', aber man kann auch mit solchen Äußerungen mediale Steilpässe abschießen, die dann am Ende des Tages kontraproduktiv sind.„ Rummenigge kündigte deshalb an, `dass wir mit Matthias reden werden, Uli Hoeneß und ich“. Hoeneß soll dies bereits am Sonntag getan haben, doch es herrscht weiterer Gesprächsbedarf.

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Guardiola und sein Team versuchen indes, die offen ausgetragenen Unstimmigkeiten nicht zu sehr an sich herankommen zu lassen. „Wir konzentrieren uns darauf, was der Trainer will, und versuchen, das umzusetzen“, sagte Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger, der nach seiner Knöchelverletzung 20 Minuten ran durfte. „Lass uns ganz ruhig bleiben, zwei Füße am Boden“, sagte Robben.

Für Müller war der zehnte Sieg der Bayern in Serie zum Auftakt der Königsklasse immerhin schon einmal „der erste Schritt in die richtige Richtung“. Weitere sollen im heißen Herbst folgen, der den Münchnern nun bevorsteht.

Schon am Samstag (18.30 Uhr/Sky) kommt es auf Schalke in der Liga zur ersten echten Bewährungsprobe. Hannover 96 im DFB-Pokal (25. September), Wolfsburg (28. September) und Manchester City (2. Oktober) folgen. Der englische Vizemeister gewann in der Gruppe D bei Viktoria Pilsen ebenfalls 3:0 und ist sicher härtester Widersacher auf dem Weg ins Achtelfinale.

Bis dahin haben sich vielleicht auch die Wogen in der Chefetage wieder geglättet.

sid

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