Guardiola akzeptiert Erwartungen

Pep: "... dann wäre ich besser in New York geblieben"

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Pep Guardiola.

München - Der Vorhang zur 51. Bundesliga-Saison hebt sich, derFC  Bayern München und Star-Trainer Pep Guardiola betreten die Bretter, die die (Fußball-)Welt bedeuten: Wohl nie zuvor wurde der Start der neuen Spielzeit mit größerer Spannung erwartet.

Star-Trainer Pep Guardiola will die Bundesliga mit Hilfe einer alten Beckenbauer'schen Fußball-Weisheit im Sturm erobern. „Geht“s raus und spielt's Fuaßboi„, soll der `Kaiser“ den Seinen vor dem WM-Endspiel 1990 zugeraunt haben - bei Guardiola hört sich das vor dem Start der 51. Bundesliga-Saison am Freitag (20.30 Uhr/ARD und Sky) gegen Borussia Mönchengladbach so an: „Habt Spaß, fühlt euch frei, spielt einfach Fußball! Und vergesst, was euch der Trainer gesagt hat.“

Mit dieser überraschend einfachen und uneitlen Marschroute will der 42-Jährige den Triple-Sieger zu neuen Triumphen führen, wie er am Donnerstag gut gelaunt verriet. Guardiola erschien im beim 5:0 im DFB-Pokal gegen den Viertligisten Schwarz-Weiß Rehden erprobten Karo-Hemd, dazu trug er eine legere Khaki-Hose. So locker wie sein Outfit war auch sein Auftritt - von Anspannung vor dem Liga-Debüt keine Spur. Ist er nicht nervös? „No“, antwortete Guardiola knapp. Erst kurz vor dem Spiel erwarte er ein leichtes Kribbeln.

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Dabei ist die Erwartungshaltung nicht nur im Umfeld des Klubs riesengroß. Die Fußball-Welt erwartet wahre Wunderdinge von dem Mann, der den FC Barcelona zu zwei Champions-League-Titeln geführt hat. Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer rief bereits am Mittwoch das Ende der Schonzeit aus. „Jetzt gibt es keine Ausreden oder Alibis mehr. Die Ergebnisse müssen jetzt stimmen“, sagte er. Am Ende der Saison soll neben dem Champions-League-Pokal erneut die Meisterschale und gerne der DFB-Pokal sowie unbedingt auch der europäische Supercup und die Trophäe für den Sieger der Klub-WM stehen.

Der Rekordmeister verfolge „große Ziele“, steht deshalb auch auf dem Titel des Bayern-Magazins für das Gladbach-Spiel. Dort prangt zudem ein Porträt von Guardiola. Der Star ist nicht mehr (nur) die Mannschaft, sondern vor allem ihr Coach. Im Heft droht Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: „Wer glaubt, dass der FC Bayern satt ist, (...) hat sich gründlich getäuscht.“ In Sachen Guardiola, der sein erstes Pflichtspiel im Supercup 2:4 gegen Dortmund verlor, versucht Rummenigge indes zu bremsen. Dieser habe „Neuerungen eingeführt, die sicherlich auch ein bisschen Zeit brauchen“.

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Entsprechend sprach Guardiola am Donnerstag von einem noch immer nicht abgeschlossenen „Prozess“. Zwar könne er behaupten, dass ihn seine Spieler „verstehen und mir folgen“, ja sogar, dass die Bayern bereit seien für ein „sehr, sehr, sehr gefährliches Spiel“ gegen die Borussia mit dem „super, super Trainer“ Lucien Favre. Wunderdinge könne er aber nicht versprechen. „Ich bin nicht der beste Trainer der Welt“, sagte er. Er habe in Barcelona lediglich das beste Team der Welt trainieren dürfen.

In München soll er dabei helfen, dass Letzteres dauerhaft über den FC Bayern gesagt wird. Dazu sind Titel eine Notwendigkeit - doch Guardiola überraschte erneut, als er sagte: „Wenn du einen Pokal gewinnst, ist das ein schöner Moment, aber dann wandert die Trophäe in die Vitrine. Für mich ist es der beste Titel, wenn ein Spieler sagt: “Du hast mir geholfen'.„ In der Vorbereitung wurde deutlich, dass Guardiolas Weg nicht allen Stars gefällt. Rummenigge sah sich genötigt, im Stadion-Magazin zu betonen: `Am Ende werden die Spieler sehen, dass Pep sie fördert, dass jeder Einzelne profitiert.“

Rummenigge versuchte die von Guardiola nach dem Pokal-Spiel kritisierten hohen Erwartungen zu dämpfen. Das erneute Triple sei „keine Pflicht“. Doch der Spanier weiß, „dass ich hier gewinnen muss“, wie er betonte: „Wenn ich das nicht akzeptieren würde, wäre ich besser in New York geblieben...“ Umso größer ist sein Respekt vor dem Gegner, dem er sich womöglich ohne den zuletzt an Fieber leidenden Neuzugang Thiago stellen muss. Dass die Bayern Gladbach vor drei Wochen bei einem Testturnier in 60 Minuten 5:1 abschossen, solle man schnell vergessen, meinte er.

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Entgegenkommen könnte den Bayern, dass die Borussia nach dem Pokal-Aus gegen Drittligist Darmstadt 98 etwas verunsichert ist. „Es heißt nicht, dass wir nur, weil wir in Darmstadt verloren haben, nun auch automatisch nichts in München holen können“, beruhigte Manager Max Eberl aber. Zumal die Erwartungen auch in Gladbach - mit den schnell intregrierten Neuen Max Kruse, Raffael und Christoph Kramer - hoch sind. „Ich denke, dass Bayern zu schlagen ist“, sagte Kapitän Filip Daems zuversichtlich. - Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Bayern München: Neuer - Lahm, Martinez, Dante, Alaba - Schweinsteiger - Robben, Kroos, Thiago (Müller), Ribery - Müller (Mandzukic). - Guardiola

Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Kramer (Nordtveit), Xhaka - Herrmann, Arango - Raffael - Kruse. - Trainer: Favre

Schiedsrichter: Tobias Welz (Lebecksmühle)

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