Heldt heizt Gerüchteküche an

Nanu, wechselt Draxler doch noch?

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Manager Heldt schließt einen Wechsel von Julian Draxler nicht kategorisch aus

Gelsenkirchen - Die Erleichterung nach dem Einzug in die Gruppenphase der Champions League war riesengroß, doch Transfergerüchte um Jungstar Julian Draxler sorgen bei Schalke 04 für Aufregung.

Der 20-Millionen-Euro-Jackpot war gerade geknackt, da ging die emotionale Schalker Achterbahnfahrt direkt weiter. „Retter“ Adam Szalai drohte zunächst wochenlang auszufallen, ehe am Mittwochnachmittag dann doch die erlösende Nachricht kam, dass die Verletzung des zweifachen Torschützen halb so wild ist. Vielmehr sorgten Gerüchte um einen Verkauf von Julian Draxler bei den Fans für helle Aufregung, und zudem läutete Sportdirektor Horst Heldt mit der Verpflichtung von „Mallorca-Flieger“ Dennis Aogo die heiße Phase bis zum Ende der Transferperiode ein.

Schalke 04 kommt auch nach dem nervenaufreibenden 3:2 (1:0)-Sieg bei PAOK Saloniki und dem glücklichen Einzug in die lukrative Champions-League-Gruppenphase nicht zur Ruhe - und schon am Samstag (18.30 Uhr/Sky) wartet mit Bayer Leverkusen der nächste schwere Brocken.

Vor dem Abflug aus Saloniki heizte Sportdirektor Horst Heldt die Gerüchteküche noch einmal mächtig an. Angesprochen auf einen Bericht der "Sport Bild", dass Schalke nun doch einen direkten Verkauf von Draxler anstrebe, sagte Heldt: „Wir planen mit Julian, aber wenn jetzt ein Angebot über 70 Millionen kommt, was sage ich dann? Wir planen mit ihm, alles andere in dieser verrückten Fußball-Welt kann ich nicht beeinflussen.“

Man solle mal bei Tottenham Hotspur nachfragen, ergänzte Heldt, „ob die davon ausgegangen sind, dass Bale geht“. Spurs-Star Gareth Bale steht vor einem Wechsel zu Real Madrid, im Gespräch ist die Wahnsinns-Ablöse von 91 Millionen Euro.

Draxler selbst, der mit einem Tor und einer Vorlage maßgeblichen Anteil am Schalker Befreiungsschlag hatte, war nach dem Sieg beim Klub des Schalker „Jahrhunderttrainers“ Huub Stevens erstaunlich reserviert geblieben. „Alles gut ist es jetzt natürlich nicht“, sagte der 19-Jährige: „Wir wissen, dass wir in der Bundesliga stark unter Zugzwang stehen, endlich mal zu punkten. Deswegen: Es ist mit Sicherheit keine heile Welt auf Schalke.“

Die Königsblauen hatten nach der Vertragsverlängerung mit seinem großen Hoffnungsträger überraschend direkt Angebote von mehreren Klubs bekommen, die bereit waren, die festgeschriebene Ablöse von 45,5 Millionen Euro zu bezahlen und den Nationalspieler sofort zu verpflichten. Schalke und auch Draxler winkten ab - nun scheint bis Montag, wenn das Transferfenster schließt, doch noch eine Wende denkbar. Laut "Sport Bild" sollen der FC Arsenal, der FC Chelsea und Manchester City nach wie vor großes Interesse haben.

Konkreter wurde Heldt schon im Fall Dennis Aogo. Der Manager bestätigte, dass der beim HSV in Ungnade gefallene Linksverteidiger für ein Jahr ausgeliehen wird.

Bedarf für weitere Verstärkungen für alle Mannschaftsteile ist vorhanden. Immerhin gab es bei Szalai Entwarnung. Die Verletzung an der rechten Hand, die sich der Ungar beim Abschlusstraining zugezogen hatte, stellte sich nach einer Untersuchung von Mannschaftsarzt Thorsten Rarreck nach der Rückkehr aus Griechenland als Kapsel- und Knochenödem heraus. Ein Kahnbeinbruch konnte hingegen ausgeschlossen werden. Dies bedeutet, dass der Stürmer nicht operiert werden muss, sondern konservativ behandelt werden kann. „Ich bin sehr glücklich, dass es nichts Schlimmeres ist“, sagte Szalai, der zurzeit den verletzten Torjäger Klaas-Jan Huntelaar (Teilriss des Innenbandes im Knie) ersetzt.

Szalai ignorierte nach seinem Doppelpack (43., 90.) die Schmerzen und zeigte ein Dauerlächeln. „Ich bin nur froh, dass wir weitergekommen sind.“ Erst sein Last-Minute-Treffer zum 3:2 hatte die Schalker endgültig erlöst, davor war trotz zweimaliger Führung das große Zittern angesagt gewesen. Nach Szalais 1:0 (43.) sorgte vor allem Draxlers 2:1 (67.) für ein Kuriosum. Supertalent Max Meyer hatte den Treffer mit einem Traumpass vorbereitet, um unmittelbar danach, nur acht Minuten nach seiner Einwechslung, wieder ausgetauscht zu werden. Weil Jermaine Jones die Gelb-Rote Karte (64.) gesehen hatte, wollte Keller umgehend wieder die Defensive stärken.

„Das war Note eins! So muss Teamwork funktionieren“, sagte Heldt begeistert, und Draxler meinte mit Blick auf Meyer lächelnd: „Er hatte seine Schuldigkeit einfach getan.“

Und während der umstrittene Keller erst mal durchatmete, sah Schalkes „Jahrhunderttrainer“ Huub Stevens das Aus gegen seine große Liebe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sogar der Umstand, dass er die zweite Halbzeit wegen Reklamierens von der Tribüne aus verfolgen musste, entlockte dem knorrigen Coach so etwas Ähnliches wie ein Lächeln: „Der Schiedsrichter war Niederländer, deshalb hat er wohl einige Worte von mir ganz gut verstanden.“

SID

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