Black Lives Matter

Nach Tod von George Floyd: Alle Bayern-Stars setzen starkes Zeichen gegen Rassismus

Mehrere Bundesliga-Profis zeigten ihre Solidarität zum getöteten George Floyd. Nun startete der FC Bayern eine Aktion mit allen Spielern und Verantwortlichen.

Update vom 6. Juni, 18.21 Uhr: Während in München eine stille Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt* stattfindet, rollt in der Allianz Arena* der Ball. Obwohl sie gegen Leverkusen* spielen, nehmen die Stars des FC Bayern* aber dennoch am Protest teil und zeigen ihre Solidarität zu George Floyd und stehen gegen Benachteiligung ein. 

Rot gegen Rassismus #blacklivesmatter“, steht auf den T-Shirts, die sich nicht nur Spieler und Trainer Hansi Flick* übergezogen haben. Auch die Verantwortlichen des Rekordmeisters zeigen Anteilnahme.

FC Bayern München: FCB-Coach Hansi Flicks trägt Shirt mit Botschaft gegen Rassismus.


FC Bayern München: Spieler, Trainer und Verantwortliche des FC Bayern stehen gegen Rassismus ein.

Auf dem Feld konnten sich die Profis natürlich aber nicht gegen ihr Trikot entscheiden. Zur neuen Saison stehen dafür allerdings wohl noch zwei Alternativen aus. Die Münchner zeigten dennoch auch im Spiel eine große Geste. Sie trugen kollektiv einen Trauerfluor mit der Aufschrift „Black Lives Matter“. Eine Strafe muss der Verein indes nicht befürchten. Der DFB hatte angekündigt, Solidaritätsbekundungen zu Georg Floyd sowie Statements gegen Rassismus entgegen der Verbandsrichtlinien gegen politische Botschaften nicht zu bestrafen.

Strafen für Bundesliga-Stars wegen Zeichen gegen Rassismus? DFB-Kontrollausschuss fällt Entscheidung

Update vom 3. Juni, 15.25 Uhr: Nachdem sich die Bundesliga-Profis Weston McKennie, Marcus Thuram, Achraf Hakimi und Jadon Sancho öffentlich während des vergangenen Bundesliga*-Spieltags gegen Rassismus positionieren, ermittelte der DFB gegen die Spieler. Der Kontrollausschuss des Verbandes entschied am Mittwoch, keine Strafe für die beteiligten Spieler zu verhängen. 

„Diese Linie will das Gremium auch bei neuerlichen Anti-Rassismus-Aktionen anlässlich des gewaltsamen Todes George Floyds an den kommenden Spieltagen beibehalten“, ließ der Verband verlauten. DFB-Präsident Fritz Keller zeigte sich erleichtert über die Entscheidung. „Ich begrüße den weitsichtigen Beschluss des DFB-Kontrollausschusses ausdrücklich und bin sehr froh darüber“, so Keller. Er betonte, dass der Verband gegen jede Form von Rassismus eintrete.

Fortuna Düsseldorfs US-Nationaltorwart Zack Steffen wetterte ebenfalls gegen Donald Trump und unterstützt die Proteste gegen Rassismus. 

DFB-Präsident Keller: „Habe großen Respekt“ - Zahlreiche Promis schließen sich an

Update vom 2. Juni, 13.21 Uhr: Die Bundesliga-Profis Marcus Thuram, Weston McKennie und Jadon Sancho riskieren mit ihrer Solidaritäts-Bekundung zum von einem US-Polizisten getöteten George Foyd Konsequenzen vonseiten des DFB (s. unten). 

Auf Instagram setzen nun zahlreiche Stars ebenfalls ein Zeichen gegen Rassismus. Unter dem Hashtag „#blackoututesday“ protestieren unter anderem Jerome Boateng, Lena Meyer-Landrut, Stefanie Giesinger oder Rihanna.

Update vom 1. Juni, 18.24 Uhr: Nachdem der Kontrollausschuss des DFB angekündigt hatte, die Aktionen der Bundesliga-Profis zu prüfen, die am Wochenende Gerechtigkeit für den bei einem Polizeieinsatz in den USA getöteten Afroamerikaner George Floyd* gefordert hatten, schaltet sich jetzt auch DFB-Präsident Fritz Keller ein. „Ich habe großen Respekt vor Spielerinnen und Spielern, die Haltung haben und ihre Solidarität zeigen, solche mündigen Spielerinnen und Spieler wünsche ich mir, auf sie bin ich stolz“, so der 63-Jährige. 

DFB-Präsident Keller: „Wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden, ist dies unerträglich“

Keller betonte, dass er die Aktionen von Weston McKennie, Jadon Sancho, Achraf Hakimi und Marcus Thuram moralisch verstehen könne. Was in den USA passiert ist, lasse niemanden kalt. „Wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden, dann ist dies unerträglich. Wenn sie aufgrund ihrer Hautfarbe sterben, dann bin ich tief bestürzt“, so der DFB-Präsident. Zu den drohenden Sanktionen gegen die Spieler äußerte sich Keller jedoch nicht.

Dortmunds Jadon Sancho hatte nach seinem Tor gegen den SC Paderborn ein T-Shirt mit der Aufschrift„Justice for George Floyd“ präsentiert. Auch sein Mannschaftskollege Achraf Hakimi präsentierte kurz darauf ein beschriftetes T-Shirt. Der US-Amerikaner Weston McKennie von Schalke 04 trug den gleichen Schriftzug auf einer Armbinde während der Partie gegen Werder Bremen. Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach ging nach seinem Treffer gegen Union Berlin zum Jubel auf ein Knie, angelehnt an den Football-Quarterback Colin Kaepernick der mit dieser Geste in der NFL gegen Polizeigewalt demonstriert hatte. Da die Ausrüstung der Spieler nach DFB-Regularien keine politischen Botschaften aufweisen darf, droht den Spielern nun eine Sanktionierung. 

Sancho, Thuram und McKennie werden für Engagement gelobt: Nun droht ihnen ein Verfahren, Union-Chef entsetzt

Update vom 1. Juni, 14.12 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod des schwarzen US-Bürgers George Floyd zeigten mehrere Bundesliga-Spieler am Wochenende ihre Solidarität und setzten ein Zeichen gegen Polizeigewalt. Allerdings verstießen sie mit ihren Aktionen gegen das Regelwerk. Jadon Sancho etwa jubelte nach einem Treffer, indem er sein Trikot auszog, darunter trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Justice for George Floyd“, zu Deutsch: „Gerechtigkeit für George Floyd“. Solche Meinungsbekundungen sind laut Regelwerk aber eigentlich verboten.

Der Kontrollausschuss des DFB will die Aktionen nun zeitnah prüfen. „Im Laufe der nächsten Tage, kündigte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner an, werde man sich „diesen Vorkommnissen annehmen und die Sachverhalte entsprechend prüfen.“

„Wenn der Kontrollausschuss dagegen ermittelt, dann muss man sich fragen, ob wir noch die gleichen Werte haben“, sagte Geschäftsführer Oliver Ruhnert von Gladbachs Gegner Union Berlin am Sonntag: „Es geht um ein globales Thema: Dem Nein zu Rassismus.“

Kniefall wie Colin Kaepernick: Marcus Thuram solidarisiert sich mit George Floyd.

Bundesliga-Stars fordern “Justice for George Floyd“: Sancho, Thuram und McKennie - jetzt droht der DFB

Update vom 31. Mai, 19.37 Uhr: Jadon Sancho ist nach Weston McKennie und Marcus Thuram der dritte Bundesliga-Star, der ein Zeichen in die USA schickt. Nachdem der Afroamerikaner George Floyd von einem Polizisten brutal getötet worden war, toben nun Proteste in den Staaten. Die Gesten der Sportler sind ein Aufruf gegen Rassismus sowie Solidarisierung mit den Demonstrierenden

Jadon Sancho nahm für seinen Appell sogar eine Karte in Kauf. Nach seinem Tor gegen den SC Paderborn stürmte er auf einen Kamera zu und zog sich das Trikot über den Kopf - womit er sich Gelb einhandelte. Danach steuerte er übrigens noch zwei weitere Treffer zum fulminanten 6:1-Sieg der Borussen bei. Darunter trug er ein gelbes Shirt mit der Aufschrift „Justice for George Floyd“. Diese Forderung hatte schon Weston McKennie auf seine Armbinde (s. Erstmeldung) geschrieben. 

SC Paderborn 07 - Borussia Dortmund: Jadon Sancho fordert nach seinem Treffer zum 2:0 „Justice for George Floyd“.

Marcus Thuram nutzte kein geschriebenes Wort, sondern seinen Körper. In Manier des Football-Stars Colin Kaepernick (s. unten) kniete er sich auf den Boden und senkte den Kopf. Ein Kontrollgremium des DFB wird die politischen Statements der Profis nun beleuchten, denn eigentlich ist das in der Verbandssatzung untersagt. Vielleicht drückt man in dieser Sache aber auch ein Auge zu.

„Justice for George Floyd“: Auch Gladbach-Profi Marcus Thuram sendet Zeichen gegen Rassismus

Update vom 31. Mai, 18.24 Uhr: Am Samstag solidarisierte sich Schalkes Weston McKennie mit dem von einem Polizisten getöteten Afroamerikaner George Floyd sowie den zahlreichen Demonstranten, die nun in den USA gegen Rassismus protestieren (s. unten).

Jetzt steht ihm Gladbachs Marcus Thuram zur Seite. Auch der Franzose zeigt eine Geste in Richtung der USA. Seinen Treffer zum 2:0 gegen Union Berlin feierte er nicht

Stattdessen ließ er seine Teamkollegen alleine jubeln, geht auf das rechte Knie und senkt den Kopf. Diesen Kniefall hatte Football-Star Colin Kaepernick zu einem Ausdruck gegen Rassismus und Polizeigewalt gemacht. Nach dem Tod von George Floyd ist sie nun wieder aktueller denn je - leider. 

Kniefall wie Colin Kaepernick: Marcus Thuram solidarisiert sich mit George Floyd.

Somit wird sich auch der Sohn von Weltmeister Lilian Thuram darauf einstellen müssen, dass das Kontrollgremium des DFB gegen ihn ermitteln wird. Politische Statements sind laut Liga-Statuten auf dem Platz untersagt. Man darf allerdings damit rechnen, dass der Verband den Profis in dieser Sache stillschweigend zustimmen und ihnen lediglich eine Ermahnung zukommen lassen wird.

Schwarzer durch Polizeigewalt gestorben: Schalke-Profi sendet deutliches Signal in die USA - jetzt droht ihm Strafe

Update vom 31. Mai, 16.27 Uhr: Weston McKennie drückte sein Mitgefühl für George Floyd aus und sendete damit auch ein politisches Statement gegen Rassismus. In der Sache dürften ihm die wenigsten Menschen widersprechen. Doch der DFB bleibt seinen Verbandsvorgaben treu. 

Politische Botschaften sind auf deutschen Fußballplätzen tabu. Deshalb droht dem Schalke-Profi jetzt eine Strafe für das Tragen des Armbands mit der Aufschrift „Justice for George“. Das bestätigte Anton Nachreiner, Vorsitzender des Kontrollgremiums des DFB der Deutschen Presse-Agentur. „Der Kontrollausschuss des DFB wird sich im Laufe der nächsten Tage dieser Angelegenheit annehmen und den Sachverhalt prüfen“, stellte er klar.

Schalke 04: Weston McKennie setzt Zeichen gegen Rassismus - drückt der DFB ein Auge zu? 

Tatsächliche Konsequenzen muss die Prüfung allerdings nicht nach sich ziehen. Der Deutsche Fußballbund steht schließlich selbst gegen Rassismus ein und muss die Strafe nicht zwingend aussprechen. 

Einen fast identischen Fall gab es schon vor sechs Jahren. Anthony Ujah, damals Spieler beim 1. FC Köln, zeigte in Shirt mit der Aufschrift „I can‘t breathe“. Eine Solidaritäts-Bekundung an Eric Garner, der damals auf ähnliche Art von einem US-Polizisten getötet wurde wie nun George Floyd

Für die wichtigen Worte gegen Rassismus drückte der DFB in diesem Fall ein Auge zu. Ujah erhielt eine Ermahnung sowie Erinnerung an das bestehende Verbot. Ein anderer Umgang mit McKennie wäre heute ein unschönes Signal.

Schalke-Profi zeigt politisches Statement bei Bundesliga-Spiel - Sogar die New York Times berichtet darüber

Erstmeldung vom 31. Mai, 10.00 Uhr: Gelsenkirchen - Schalkes Weston McKennie nimmt Anteil: Der Fußballprofi hat im Bundesliga*- Geisterspiel* gegen Werder Bremen (0:1) seine Unterstützung für den in den USA bei einem brutalen Polizeieinsatz gestorbenen George Floyd gezeigt. Der 21-Jährige trug am Samstag in der Veltins-Arena* am linken Oberarm eine Binde mit der Aufschrift „Justice for George“ (Gerechtigkeit für George). McKennie veröffentlichte ein Foto über seinen offiziellen Twitter-Account und versah es mit dem Hashtag #JusticeforGeorge.

Schalke 04: Weston McKennie für Aktion gelobt

Am Abend erklärte der Bundesliga*-Profi über Twitter seine Motivation hinter der Aktion. „Meine Plattform nutzen zu können, um auf ein Problem aufmerksam zu machen, das schon seit langem besteht, fühlt sich gut an!“, schrieb er.„Wir müssen für das einstehen, woran wir glauben, und ich glaube, dass es an der Zeit ist, dass wir gehört werden!“ McKennie ist in den USA geboren. Nach dem Tod des Afroamerikaners Floyd in Minneapolis hatten auch zahlreiche US-Stars protestiert.

Schalke 04 - Werder Bremen: Weston McKennie (r.) trägt ein Armband mit Statement.

Schalke 04: Weston McKennie bekommt positive Reaktionen - „Es ist wichtig, aufzustehen und zu kämpfen“

Seine Fans bei Twitter loben McKennie für die Aktion: „Ich dachte, es wäre eine Kapitänsbinde und war stolz auf dich. Jetzt, da ich weiß, was es wirklich war, bin ich noch stolzer“, schreibt ein Folllower.

Selbst aus konkurrierende Fan-Lagern erhält McKennie Unterstützung. „Ich will dich auch als Dortmund-Fan zu dieser Aktion beglückwünschen“, so ein Twitter-Nutzer. „Ich war glücklich, das heute zu sehen. Es ist wichtig, aufzustehen und zu kämpfen. Rassismus ist keine Option für diese Welt. Bleib stark, mein Freund. Ohne Farbe wäre die Welt langweilig.“

Die Aktion wurde auchin internationalen Medien aufgegriffen. So berichtete beispielsweise die New York Times und der englische „Guardian“ darüber. 

cg mit dpa

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Matthias Hangst

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