Chemnitz: Aufstieg gegen Millionen-Truppe Leipzig?

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Klassenkampf: RB Leipzig (l.) gegen den Chemnitzer FC

Chemnitz - Der Chemnitzer FC kann am Samstag gegen die Millionen-Truppe von RB Leipzig den Aufstieg in die 3. Liga perfekt machen, die den Investoren Red Bull enttäuscht haben.

Gerd Schädlich bleibt gelassen. So wie immer. Mit dem Regionalligisten Chemnitzer FC kann der Trainer in die 3. Liga aufsteigen, eine ganze Stadt fiebert dem Tag entgegen. Grund für frühzeitige Begeisterungsstürme ist das für Schädlich nicht, stolz auf seine Mannschaft ist er aber trotzdem. „97 Prozent aller Leute haben vor der Saison getippt, dass RB Leipzig durchmarschiert und aufsteigt. Jetzt stehen wir ganz oben und können uns mit einem Sieg die Meisterschaft sichern. Das ist sehr erfreulich“, sagte Schädlich dem sid.

Wer und was ist Red Bull? Und ist wirklich Stierhoden-Extrakt drin?

Red Bull ist in vieler Munde, nicht nur wegen Sebastian Vettel. Wir beantworten die 13 wichtigsten Fragen. © Getty
Wer ist Red Bull? Ein Unternehmen mit 6900 Mitarbeitern weltweit. Die Red-Bull-Zentrale liegt in Fuschl am See bei Salzburg.  © dpa
Wem gehört Red Bull? Zu 49 Prozent dem Österreicher Dietrich Mateschitz (66). Er steht laut Forbes-Magazin auf Platz 260 der Liste der der reichsten Männer der Welt. Die anderen Anteile gehören thailändischen Partnern. © dpa
Wer ist Dietrich Mateschitz? Ein Unternehmer, der in schwierigen Verhältnissen ohne Vater in der Steiermark auf wuchs. Er absolvierte in Wien die Hochschule für Welthandel. Danach arbeitete er für Jacobs Kaffee und den Zahnpastahersteller Blendax. © dpa
Womit wurde er reich? Mit dem Drink Red Bull. © dpa
Wie erfand Dietrich Mateschitz den Energiedrink? 1982 lernte Dietrich Mateschitz auf einer Dienstreise die in Asien populären „Tonic Drinks“ kennen. In der Bar des Mandarin Hotels von Hongkong hatte er die Idee, Energy Drinks auch in Europa auf den Markt zu bringen, was er zusammen mit thailändischen Partnern auch tat. © dpa
Was ist Red Bull? Ein Energie-Drink. Er enthält das Kohlenhydrat Glucuronolacton. Dieser Stoff unterstützt den Körper beim Abbau von Abfallstoffen. Weiterer Bestandteil ist Taurin, eine Aminosäure. Weiters enthält Red Bull unter anderem Koffein sowie B-Komplex-Vitamine und Sucralose. © dpa
Es gibt Gerüchte, dass Taurin aus Stierhoden gewonnen wird? Nein. Das Taurin in Red Bull wird rein synthetisch hergestellt. © dpa
Wie wirkt Red Bull Energy Drink? Red Bull gilt als Muntermacher, soll unter anderem die Leistungsfähigkeit, die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit erhöhen. © dpa
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Wie werden die Zutaten für Red Bull Energy Drink hergestellt? Woher kommen sie? Sämtliche für Red Bull Energy Drink verwendeten Zutaten werden synthetisch hergestellt, die meisten von Pharmaunternehmen. © dpa
Seit wann gibt es Red Bull? 1984 gründete Mateschitz die Firma Red Bull. Nach der Verfeinerung der Rezeptur und der Entwicklung eines Marketingkonzepts wurde es 1987 im österreichischen Markt eingeführt. Während sich der Absatz in Österreich von Jahr zu Jahr verdoppelte, landete Red Bull in den ersten Auslandsmärkten: 1989 in Singapur und 1992 in Ungarn. 1994 kam die Zulassung für Deutschland, 1995 folgte die Einführung in Großbritannien und 1997 startete das USA-Geschäft in Kalifornien. © dpa
Was ist das Erfolgsgeheimnis? Mit einem konsequenten Dosendesign, ausgefallenen Werbestrategien und der Kampagne „Red Bull verleiht Flügel“ erreichte der Drink vor allem bei jungen Menschen rasch Kultstatus. © dpa
Wie viele Dosen Red Bull werden jedes Jahr verkauft? Heute werden in 160 Ländern pro Jahr ca. 4 Milliarden Dosen Red Bull verkauft. © dpa
Was gehört zum Imperium von Dietrich Mateschitz? Er besitzt rund zwei Dutztend Unternehmen: Restaurants, Baufirmen, eine Formel-1-Rennstrecke, einen Flugplatz sowie Hotels. Privat gehört ihm auch ein Militärjet sowie die ehemalige DC 6 von Marschall Tito. Ein Teil der Markenstrategie des Österreichers ist außerdem das Sponsoring von Trend-, Event-, aber auch Rennsportarten. Mateschitz besitzt zwei Auto-Rennställe, darunter das Formel-1-Team mit Sebastian Vettel. © dpa

Und ausgerechnet im entscheidenden Spiel geht es am Samstag (13. 30 Uhr) gegen das Millionen-Team aus Leipzig. Die vom österreichischen Brause-Giganten Red Bull finanzierte Elf blieb aber weit hinter den Erwartungen zurück und ist mit 15 Zählern Rückstand hinter Chemnitz enttäuschender Vierter der Regionalliga Nord. Die Chemnitzer stehen dagegen vor dem Gewinn der Meisterschaft. „Die Dramaturgie ist besonders. Ich freue mich, dass es gerade jetzt gegen RB geht“, sagte Schädlich.

Mit vier Punkten Vorsprung könnten sich die Himmelblauen sogar eine Niederlage erlauben, falls Verfolger Wolfsburg II beim Halleschen FC patzt. „Aber daran denke ich nicht. Wir wollen gewinnen, nur das zählt“, sagte Schädlich, der mit seiner Elf auf die Unterstützung von mindestens 10.000 Zuschauern im Stadion an der Gellertstraße setzen kann.

Der 58 Jahre alte Schädlich ist aufstiegserprobt und führte mit dem FSV Zwickau (1994) und Erzgebirge Aue (2003) zwei Ost-Klubs in die 2. Liga. „Dieser Aufstieg hätte für mich auch einen sehr großen Stellenwert, auch wenn es nicht die 2. Liga ist. Denn er war so nicht zu erwarten“, sagte Schädlich, der beim CFC seit August 2008 als Verantwortlicher an der Seitenlinie steht.

Die Chemnitzer arbeiteten in den letzten Jahren systematisch an der Rückkehr in den Profi-Fußball, wurde im Vorjahr Dritter, um in dieser Saison oben anzugreifen. „Chemnitz hat sich die 3. Liga verdient. Der Verein hat Geduld bewiesen und das könnte nun belohnt werden“, sagt Schädlich, der sicherheitshalber immer noch im Konjunktiv spricht, obwohl kaum jemand am Erfolg seiner Mannschaft um Top-Torjäger Benjamin Förster (24 Tore) zweifelt. Eine Meisterfeier sei trotzdem noch nicht geplant.

Mit dem Aufstieg würde eine lange Leidenszeit enden. Nach dem Fall aus der 2. Bundesliga im Jahr 2001 und dem Absturz bis in die Oberliga 2006 könnte man wieder von besseren Zeiten träumen. Immerhin war der Verein 1967 DDR-Meister und schaffte es 1989/90 ins Achtelfinale des UEFA-Pokals gegen Juventus Turin.

sid

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