Bosse optimistisch

Frankfurt und Freiburg auf Europa-Prüfstand

Heribert Bruchhagen

Freiburg - Frankfurt und der SC Freiburg können ihre internationalen Auftritte unterschiedlich genießen. Während die Hessen in der Bundesliga mittlerweile im Soll sind, dümpeln die noch sieglosen Breisgauer auf einem Abstiegsplatz.

Heribert Bruchhagen ist ein Freund klarer Worte. Und so hat der Vorstandsboss von Eintracht Frankfurt die Hessen vor dem zweiten Auftritt in der Europa-League-Gruppenphase an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/Kabel 1 und Sky live) unmissverständlich in die Pflicht genommen. „Für den Sechsten der Fußball-Bundesliga muss es der Anspruch sein, dort zu bestehen“, fordert Bruchhagen mindestens einen Punkt beim zyprischen Meister Apoel Nikosia.

Solche forschen Töne kann sich sein Freiburger Kollege Fritz Keller derzeit nicht leisten. Nach der 0:5-Klatsche bei Borussia Dortmund dümpeln die in der Bundesliga immer noch sieglosen Breisgauer auf dem vorletzten Tabellenplatz herum. Kellers Hoffnung für die Dienstreise zum zweimaligen UEFA-Pokal-Sieger FC Sevilla lautet daher: „Der Aufschwung wird auf jeden Fall kommen. Ob am Donnerstag oder Sonntag wird man sehen.“

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Angesichts der prekären Lage können die Freiburger den Auftritt in der „Prinzessin der Städte“, wie die Sevillanos ihre Heimat nennen, am Donnerstag (19.00 Uhr/Sky live) wohl nicht so recht genießen. Zumal das Team von Trainer Christian Streich nach dem verschenkten Auftaktsieg beim 2:2 gegen Slovan Liberec bereits unter Druck steht. „Wir wollen einen Punkt holen. Im Idealfall natürlich drei, aber dazu gehört auch Glück“, meint Keller.

Der Saison-Fehlstart hat ihn nach dem Abgang zahlreicher Leistungsträger im Sommer nicht überrascht. „Wir wussten, was auf uns zukommt“, sagt Keller. „Wir lassen uns nicht aus der Bahn werfen, das ist unsere Stärke. Wir sind sehr zuversichtlich.“ Das gilt auch für die Partie in Sevilla: „Wir müssen cool bleiben und gut stehen“, fordert der Vereinschef. Dann klappt es vielleicht mit dem ersten Europacup-Erfolg seit 4354 Tagen. Im November 2001 siegte die Elf des damaligen SC-Trainers Volker Finke mit 4:1 beim FC St. Gallen.

Der letzte Sieg der Eintracht im europäischen Wettbewerb liegt gerade einmal zwei Wochen zurück. Im ersten Gruppenspiel wurde Girondins Bordeaux mit 3:0 vom Platz gefegt. An diese Leistung wollen die Hessen im sommerlichen Nikosia anknüpfen. Zumal nach dem schwierigen Saisonstart mit drei Niederlagen in den ersten vier Bundesligaspielen mittlerweile Ruhe beim Tabellen-13. eingekehrt ist. „Wir sind im Augenblick sehr zufrieden und können Europa genießen. Wir waren sieben Jahre lang über Bord, daher ist jedes Spiel auf der internationalen Bühne ein Highlight für uns alle“, betont Bruchhagen.

Allerdings warnt der 65-Jährige davor, sich zu sehr auf den Europapokal zu fokussieren. „Wir müssen in der Bundesliga auf der Hut sein. Das ist ein ständiger Behauptungskampf“, erklärt der Eintracht-Boss. Und der geht schon am Sonntag weiter: Dann müssen die Frankfurter in Freiburg ran.

dpa

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