Verfahren gegen Spitzenfunktionäre

Razzia in der FIFA-Zentrale - Es geht um 70 Millionen Euro

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In der FIFA-Zentrale gab es wieder eine Razzia.

Zürich - Der Fußballweltverband kommt einfach nicht zur Ruhe. Wie am Freitag bekannt wurde, gab es am Donnerstag eine weitere Hausdurchsuchung in der FIFA-Zentrale.

Update: Der FIFA-Skandal hat eine neue Dimension erreicht: Nach Angaben der Anwälte des Fußball-Weltverbandes sollen sich Ex-Präsident Joseph S. Blatter (Schweiz), der entlassene Generalsekretär Jérôme Valcke (Frankreich) und der kürzlich ebenfalls gefeuerte Finanzchef Markus Kattner (Bayreuth) in der Vergangenheit massiv selbst bereichert haben. 

Die Juristen der Kanzlei Quinn Emanuel nannten auf Grundlage ihrer internen Untersuchungen für den Zeitraum 2010 bis 2015 eine Gesamtsumme von umgerechnet über 71 Millionen Euro (79 Millionen Schweizer Franken). 

Die Methoden des Trios waren demnach massive Gehaltserhöhungen im Jahres-Rhythmus, Bonifikationen für WM-Turniere und andere Prämien oder Gratifikationen. 

Die FIFA hat die im Korruptionsskandal bereits seit dem Vorjahr ermittelnden Justizbehörden der USA und auch der Schweiz über die neuesten Erkenntnisse informiert, zumal bestimmte Vertragsinhalte den Anschein erwecken, gegen Schweizer Recht zu verstoßen.

Hausdurchsuchung am Donnerstag

Die Schweizer Ermittlungsbehörden haben erneut die Zentrale des Fußball-Weltverbands FIFA in Zürich durchsucht. Hintergrund der bereits am Donnerstag durchgeführten Razzia sei das laufende Verfahren gegen den ehemaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter und den früheren Generalsekretär Jérôme Valcke, bestätigte die Bundesanwaltschaft am Freitag. „Konkret wurden Dokumente und elektronische Daten sichergestellt, die nun auf ihre Relevanz zum laufenden Verfahren geprüft werden“, hieß es in der Mitteilung.

Die beschlagnahmten Unterlagen sollen die bisherigen Erkenntnisse im Strafverfahren bestätigen beziehungsweise ergänzen.

Im vergangenen September hatte die Schweizer Justiz ein Strafverfahren gegen Blatter wegen des Verdachts der Untreue eröffnet. Hintergrund ist der fragwürdige Millionen-Deal mit dem früheren UEFA-Präsidenten Michel Platini aus dem Jahr 2011. Blatter und Platini wurden deshalb für alle Aktivitäten im Fußball gesperrt.

Im März dieses Jahres folgte das Strafverfahren gegen Valcke wegen des Verdachts der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie weiterer Delikte. Der Franzose war im Januar von der FIFA entlassen worden, er ist von den Ethikhütern des Weltverbands für zwölf Jahre gesperrt.

dpa/SID

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