Familie geht vor

Magath will nicht mehr als Trainer arbeiten

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Felix Magath hatte als Trainer den Ruf eines Schleifers und arbeitete gerne und oft mit Medizinbällen.

Berlin - Der ehemalige Meistermacher Felix Magath hat genug vom Trainerjob. Er will sich in Zukunft mehr um seine Familie kümmern. Trotzdem lässt er sich ein Hintertürchen offen.

Die fußballfreie Zeit hat Felix Magath sichtlich gutgetan. Offenbar so gut, dass er aus seinem vorzeitigen Ruhestand gar nicht mehr zurück will auf die Trainerbank. „Man soll nie Nie sagen. Dass ich noch einmal als Trainer arbeiten werde, kann ich mir aber im Augenblick nicht vorstellen“, sagte der ehemalige Meistertrainer in einem Interview mit demHamburger Abendblatt: „Den Job, der mich derart reizen würde, mich noch mal von meiner Familie zu trennen, den sehe ich nicht, in Deutschland schon gar nicht.“

Viel zu süß schmeckte dem Europameister von 1980, der im Oktober 2012 beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg entlassen worden war, kurz vor seinem 60. Geburtstag am Freitag das stressfreie Leben als Trainer-Pensionär.

Statt auf der Trainerbank saß Magath zuletzt braungebrannt in der Talkshow von Markus Lanz, während der Kieler Woche hatte der ehemalige Nationalspieler Zeit für einen Segeltörn, und bei den Bayrischen Tennismeisterschaften der Jugend überreichte er die Pokale.

„Keine Frage, mein Leben hat sich ziemlich verändert, denn bis zum Herbst letzten Jahres war ich stets in Bereitschaft, habe ständig gearbeitet und wenig Privatleben gehabt. Mich kaum um die Familie kümmern können. Jetzt ist es erst mal umgekehrt“, sagte der Vater von sechs Kindern: „Das ist etwas, an das man sich gewöhnen muss, wenn man lange Jahre für Mannschaften verantwortlich war.“

Zuletzt war Magath, eine prägende Figur der Bundesliga-Geschichte, sogar als Sportdirektor wieder bei seiner wohl einzigen „echten Liebe“ im Gespräch - dem Hamburger SV. Letztendlich wurde es Ex-Bayern-Spieler Oliver Kreuzer. Direkte Verhandlungen dementierte Magath zwar, nicht allerdings Gespräche mit diversen Aufsichtsräten. „Der HSV wird immer mein Verein bleiben. Deswegen habe ich versucht, mir einen Überblick zu verschaffen, was mir nicht vollständig gelungen ist“, sagte er. Grundsätzlich könne er sich vorstellen, „einen Klub zu führen“.

Magath und der HSV? Die wohl einzige Liaison zu einem Klub, die alle Irrungen und Wirrungen im Leben Magaths überstand. 306 Spiele absolvierte er für den damaligen europäischen Spitzenklub und erzielte in zehn Jahren 46 Tore. Das wichtigste selbstverständlich im Landesmeisterfinale am 25. Mai 1983 in Athen. In der Mitte der gegnerischen Hälfte bekam er damals den Ball, eine Körpertäuschung, Schuss mit links - Tor. Der Treffer in der 8. Minute sollte der einzige des Spiels bleiben. Magath und der HSV waren auf dem Höhepunkt.

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere konnte der 43-malige Nationalspieler von der europäischen Bühne aber nur träumen, Magath war der Prototyp des „Feuerwehrmanns“ mit Schwerpunkt körperliche Fitness. „Ob Felix Magath die Titanic gerettet hätte, weiß ich nicht. Aber die Überlebenden wären topfit gewesen“, sagte sein ehemaliger Schützling Jan Åge FjÝrtoft über den Trainer, dem das Image des Schleifers aber immer missfiel.

Sein erfolgreiches Engagement beim VfB Stuttgart mit den „jungen Wilden“ Kevin Kuranyi, Timo Hildebrand oder Alexander Hleb führte ihn schließlich zu Bayern München. Zweimal nacheinander holte er dort das Double - als einziger Trainer bislang.

Schließlich verließ er die Münchner aber im Streit, Präsident Uli Hoeneß und Magath eint mittlerweile nur noch die gegenseitige Abneigung. Immerhin: Mit Wolfsburg gelang ihm 2009 mit dem Meistertitel völlig überraschend die Revanche. Nach englischem Vorbild war er dort als Trainer und Manager in Personalunion Alleinherrscher. Das „System Magath“ war in aller Munde.

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Doch anschließend machte er sowohl beim VfL als auch später bei Schalke 04 fast nur noch durch die hohe Zahl seiner Transfers und den kompromisslosen Umgang mit Profis, Fans und Vereinsvertretern Schlagzeilen. „Ich bin mit mir absolut im Reinen, auch was die Diskussion über meine Trainingsmethoden betrifft oder wie ich Mannschaften zusammengestellt habe“, sagte Magath. „Alle Klubs wollten Erfolge sehen, und die möglichst sofort. Ich denke, ich habe immer prompt geliefert, abgesehen von meinen letzten Monaten beim VfL Wolfsburg.“ Doch daran will er gar nicht mehr denken - und erst recht nicht mehr zurück auf die Trainerbank.

SID

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