Duell steigt am Montag

Liverpool gegen ManUnited: Rivalität ist größer als der Sport

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Aufeinandertreffen der Erfolgs-Trainer: Jürgen Klopp (l.) fordert mit dem FC Liverpool seinen portugiesischen Kollegen José Mourinho und Manchester United.

Liverpool - Die Rivalität zwischen dem FC Liverpool und Manchester United besteht seit weit mehr als 100 Jahren. Jetzt kommt es zum nächsten Duell auf dem Rasen.

Diese Rivalität ist ganz nach dem Geschmack von Jürgen Klopp. "This is the salt in the soup", sagte der Teammanager des FC Liverpool über das Duell gegen den Dauerrivalen Manchester United. In bestem "Denglish". Doch was der ehemalige BVB-Trainer bereits Anfang des Jahres mit dem "Salz in der Suppe" meinte, verstand auf der Insel auch so jeder.

Denn wenn am kommenden Montag der FC Liverpool auf Manchester United trifft, geht es um weit mehr als "nur" Fußball. Es geht um mehr als Tore, Punkte oder das Trainerduell zwischen Klopp und José Mourinho - es geht um die Rivalität, das Selbstverständnis und das Lebensgefühl zweier Städte, deren Geschichte untrennbar miteinander verbunden ist.

"Meine größte Aufgabe war es, Liverpool vom verdammten Sockel zu stoßen", hatte einst der legendäre United-Teammanager Alex Ferguson erklärt und einen deutlichen Hinweis darauf gegeben, wie tief die Abneigung zwischen den beiden Klubs ist. 2011 hatte es "Sir Alex" dann geschafft: Mit dem 19. Meistertitel wurde United zum alleinigen englischen Rekordmeister. Liverpool (18) war abgelöst.

Rivalität ist "Geschichte zweier Städte"

Doch die Rivalität zwischen den gerade einmal 34 Meilen (54,7 Kilometer) entfernt liegenden Städten war schon längst ausgebrochen, bevor es 1894 überhaupt zum ersten Fußball-Spiel zwischen dem FC Liverpool und United kam, das damals noch FC Newton Heath hieß. Die Rivalität sei "nicht die Rivalität zweier Fußballvereine, sondern die Geschichte zweier Städte" erklärte der FC Liverpool vor dem 197. Pflichtspiel der beiden Vereine selbst.

Und die begann bereits zu Zeiten der Industriellen Revolution - mit dem Bau eines 58 Kilometer langen Schiffskanals, der Manchester mit der irischen See verbindet. Lange hatte Liverpool mit seinem Hafen als Hauptumschlag für Waren aus Manchester gedient, durch den Bau des Kanals verlagerten sich Einfluss und Geld nach Manchester. Es ist der Ursprung der Konkurrenz, die sich noch heute auf dem Fußballplatz auswirkt.

Seit 1964 kein direkter Transfer mehr zwischen beiden Klubs

"Das ist das größte Spiel in der gesamten Saison. Vielleicht kenne ich nicht die gesamte Geschichte, aber den Fans bedeutet dieses Spiel sehr, sehr viel", sagte der inzwischen für die Reds spielende Joel Matip. Der Ex-Schalker wäre wohl nie zu Borussia Dortmund gewechselt, die Liverpool-Fans würden ihm jetzt genauso einen Transfer zu ManUnited mächtig übel nehmen. Phil Chisnell war der letzte, der auf direktem Weg von einem zum anderen Klub wechselte - 1964. Seitdem trugen überhaupt nur drei Spieler die Trikots beider Vereine.

Die Rivalität überschreitet zeitweise weit die Grenzen des guten Geschmacks. Uniteds Idol Eric Cantona wurde einst bespuckt, Spieler beider Vereine mit Essensresten und Münzen beworfen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Europa-League-Achtelfinale verhöhnten die beiden Fanlager mit unappetitlichen Schmähgesangen den Gegner.

Vor dem brisanten Duell am Montag richteten die beiden Klubs deshalb einen gemeinsamen Aufruf an ihre Anhänger und mahnten zur Vernunft. "Wir bitten, respektvoll miteinander umzugehen und jegliche Formen von Provokationen und Diskriminierung aus unserem Spiel zu beseitigen", hieß es in einer Mitteilung.

sid

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