Neuer Trend?

Schau an: James und Boateng geben private Einblicke - auf dieser eigenwilligen Webseite

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Jérôme Boateng und James Rodríguez zeigen sich auf Otro privat.

Messi ist dabei, Neymar sowieso und Jérôme Boateng auch. Eine neue Plattform der Fußball-Stars will den Fans exklusive Einblicke in das Leben ihrer Lieblinge geben.

Berlin - James Rodríguez zeigt auf ein Bild auf seinem Oberarm. „Meine Tochter“, sagt er und als sein Finger auf dem Tattoo einer Uhr angekommen ist: „Die Zeit, zu der sie geboren wurde.“ Das Video, in dem der Fußballer des FC Bayern München noch weitere Tätowierungen erklärt und über sein Leben als Profi plaudert, wurde nicht von der Sportschau produziert, auch nicht von Sky oder einem anderen TV-Sender. Das Video stammt von der neuen Online-Plattform Otro, auf der sich 17 aktuelle und ehemalige Super-Fußballer präsentieren - darunter Lionel Messi, Neymar und Jérôme Boateng als einziger deutscher Profi.

Die Fußballstars sind hautnah zu sehen

„Wir bringen Fußballfans näher an die Spieler, die sie lieben“, beschreibt sich das Portal, das anders sein will und dessen uneingeschränkter Zugang im Monat 3,99 Euro kostet. Das sieht dann unter anderem auch so aus: Messi und Neymar schießen mit Fußbällen auf in der Luft schwebende Drohnen, Boateng erklärt, wer bei den Bayern aus seiner Sicht den schlechtesten Musikgeschmack hat - nämlich Thomas Müller - und David Beckham spricht über das Leben als Promi.

Otro will Stars ermöglichen, „mit ihren Fans in Kontakt zu treten und ihre Geschichten auf ihre Art zu erzählen“, heißt es auf der Website. Auf ihre Art erzählen - Das bedeutet zum einen: Ohne Druck, im selbst gewählten Umfeld und damit vielleicht auch authentischer. Zum anderen aber natürlich auch: Die Spieler plaudern über selbst ausgesuchte Themen, kritische Fragen müssen sie eher nicht befürchten.

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Stars umgehen mit Social-Media die Medien 

„Wir sehen momentan einen Trend zur Abschottung der Stars von traditionellen Medien“, sagt Christoph Bertling vom Institut für Kommunikations- und Medienforschung der Deutschen Sporthochschule Köln. Er spricht von einem „radikalen Schnitt in der Kommunikation“.

Über Plattformen wie Otro, aber auch über eigene Social-Media-Accounts wenden sich Sportler selbst an ihre Fans. Anders als früher brauchen sie dazu nicht mehr zwingend die Zeitung, das Radio oder das Fernsehen. Ein ähnlicher Trend ist auch auf Club-Ebene zu erkennen, wo Vereine ihren Anhängern exklusive Inhalte via Club-TV zur Verfügung stellen.

Fußballer werden selbst Kommunikatoren

Die Fußballer „bauen selbst kommunikative Macht auf“, erklärt Bertling. Sie positionieren sich als Marke und machen sich dadurch unabhängiger von Vereinen, Verbänden und auch vom sportlichen Erfolg. „Wenn ich mich cool inszeniere, bleibe ich spannend - unabhängig von der Leistung auf dem Platz“, erklärt Bertling.

Eine solche Strategie kann funktionieren, weil die Geschichten rund um die handelnden Personen im Vergleich zum eigentlichen Sport für viele Fans immer wichtiger werden. „Die vielen kleinen Geschichten machen den Fußball groß“, sagt Bertling.

Exklusive einblicke in das Training der Profis

So eine kleine Geschichte wird im Beitrag „James Rodríguez: My other side“ erzählt. Nachdem er seine Tattoos erklärt hat, sagt der Kolumbianer in dem 2:21 Minuten langen Clip, dass man als Fußballer konstant gut spielen müsse und dass er nicht wüsste, welcher Arbeit er nachgehen würde, wenn er kein Profi geworden wäre. „Es ist gut, den Fans nahe zu sein“, erklärt er.

Andere Beiträge haben mehr Informationsgehalt. So zeigt ein Video, wie virtuelle Realität im Training eingesetzt wird, um die Entscheidungsfindung von Fußballern zu verbessern. Zinédine Zidane, David Beckham und aktuelle Spieler sprechen über die Bedeutung von Tempo und physischer Stärke im modernen Fußball. Das Spiel sei immer schneller geworden, erzählt Zidane. „Das ist die wahre Revolution.“

Eine Revolution ist Otro nicht. Das Portal ist jedoch ein weiterer Schritt der Megastars auf dem Weg zu einer immer weiter professionalisierten Selbstvermarktung.

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dpa

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