Nach Allianz-Einstieg

Watzke: „Die Kluft wird noch ein Stück größer“

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Hans-Joachim Watzke

München - Die Allianz kauft sich für 110 Millionen Euro beim FC Bayern ein. Bei Hans-Joachim Watzke sorgt das für Unmut. Denn für ihn verstärkt dies ein bestehendes Problem.

Präsident Uli Hoeneß hatte „seinem“ FC Bayern schon vor Jahren paradiesische Zustände prophezeit, sollte der Verein einmal die Allianz Arena abbezahlt haben. Durch den 110-Millionen-Euro-Deal mit dem Versicherungskonzerns Allianz ist dies nun Realität - sehr zum Leidwesen der Konkurrenz, die dem Krösus der Liga schon jetzt sportlich und finanziell weit hinterher hinkt.

„Diese Entwicklung war abzusehen. Ich kann die Bayern zu diesem Geschäft nur beglückwünschen - das ist Marktwirtschaft. Die Kluft zum Rest der Liga wird dadurch natürlich noch ein Stück größer“, sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der Bild-Zeitung.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister, der derzeit bereits in einer eigenen Liga spielt und im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Rekordumsatz von 432,8 Millionen vermeldet hat - Tendenz weiter steigend -, wird durch den Einstieg eines dritten Investors nach adidas und Audi seine Spitzenposition nicht nur in Deutschland wohl noch weiter ausbauen.

Rund 30 Millionen Euro stehen dem nun schuldenfreien Triple-Sieger künftig pro Jahr mehr zur Verfügung. Dann werde es „nicht mehr so einfach, uns zu schlagen“, hatte Hoeneß bereits 2011 angekündigt. Schon jetzt haben die Bayern 45 Spiele in Folge in der Liga nicht mehr verloren, die Dominanz ist erdrückend.

Die Bayern können mit dem frei werdenden Geld aber auch international die Lücke, die durch die differierenden TV-Einnahmen entsteht, etwas schließen. Noch steht Klubs wie Real Madrid und dem FC Barcelona, vor allem aber den Spitzenvereinen aus England wie Arsenal, Chelsea oder Manchester aus diesem Bereich wesentlich mehr Kapital zur Verfügung. Die Münchner erhielten aus der zentralen Vermarktung zuletzt etwa 30 Millionen, Man United kommt dagegen auf rund 100 Millionen pro Jahr.

Die 110 Millionen Euro, die die Allianz AG nun für 8,33 Prozent der Anteile an der FC Bayern München AG bezahlt, will der Klub-Weltmeister zur Tilgung der Restschulden für die eigene Arena benutzen. Die belaufen sich dem Vernehmen nach noch auf rund 100 Millionen. Mit dem Rest wird der Bau eines Nachwuchs-Leistungszentrums im Münchner Norden in der Nähe der Allianz Arena realisiert.

„Wir investieren in Steine und nicht in Beine, das ist derzeit unser vordringliches Ziel“, hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bereits in der vergangenen Woche auf der SpobiS in Düsseldorf angekündigt. Der Umzug der Akademie vom Vereinssitz an der Säbener Straße ist für 2015 geplant.

Die Allianz hat sich außerdem die Namensrechte am Stadion bis 2041 gesichert. Die drei Unternehmen halten 25 Prozent der Anteile, den Rest hält satzungsgemäß der FC Bayern e.V. Dass Hoeneß nach dem Abschluss von einem „Traum“ und einem „großen Tag“ für den Rekordmeister sprach, ist angesichts der neuen Möglichkeiten, die die Bayern jetzt haben, kaum verwunderlich. Dies zeige „die Stärke des Vereins“, den der Präsident in Anspielung auf die Geldgeber als „Triple-A“ bezeichnete.

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Adidas hatte im Jahr 2001 noch 75 Millionen Euro für 10 Prozent gezahlt. Audi folgte dann 2009 mit 90 Millionen für 9,09 Prozent. Dass die Allianz mehr Geld für weniger Anteile bezahlt, liegt am seit 2001 gestiegenen Wert des Bundesliga-Tabellenführers. Mit dem Allianz-Einstieg erfolgt eine Kapitalerhöhung - die drei Konzerne halten künftig je 8,33 Prozent am FC Bayern.

SID

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