FIFA-Präsident lehnt Demission ab

EU-Parlament fordert sofortigen Blatter-Rücktritt

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FIFA-Präsident Joseph S. Blatter.

Straßburg - Das Europaparlament hat wegen der zahlreichen Korruptionsskandale beim Fußball-Weltverband den sofortigen Rücktritt des Schweizers Joseph S. Blatter als FIFA-Präsident gefordert.

Die Abgeordneten verabschiedeten am Donnerstag in Straßburg einen entsprechenden Entschließungsantrag aller sieben im Haus vertretenen Parteien per Handzeichen mit überwältigender Mehrheit, „damit dringend erforderliche Reformen des Verbandes begonnen werden können“.

Blatter selbst sieht dagegen keinen Handlungsbedarf. „Die FIFA ist über die Aufforderung irritiert. Der FIFA-Präsident hat bereits erklärt, sein Mandat auf einem außerordentlichen Kongress niederzulegen“, erklärte eine FIFA-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.

Bis zur ordentlichen Wahl eines Nachfolgers (voraussichtlich am 16. Dezember in Zürich) solle ein Interimspräsident die Einführung neuer Strukturen bei der FIFA vorbereiten. Ohne Blatters umgehende Ablösung würde die Glaubwürdigkeit der FIFA als Führungsorgan des Weltfußballs weiter beschädigt werden, hieß es in der rechtlich allerdings nicht bindenden Entschließung weiter.

Blatter hatte in der vergangenen Woche nur vier Tage nach seiner Wiederwahl als Konsequenz aus den immer weitere Kreise ziehenden Skandal in seinem Verband seine vorzeitige Demission angekündigt. Schon einen Tag vor dem EU-Parlament hatte auch Präsident Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) einen schnelleren Abgang Blatters als bisher geplant gefordert.

Die Europa-Parlamentarier ächteten in ihrer Resolution die Korruption in der FIFA als „zügellos, systembedingt und tief verwurzelt“. Deswegen solle mithilfe des Exekutivkomitees eine Reformkommission bis Ende 2016 die Grundlagen für künftig transparentere Abläufe in der FIFA schaffen.

Die Resolution fordert zur Aufklärung aller derzeitigen Vorwürfe im Zusammenhang mit Bestechungen bei der FIFA nachdrücklich auch die von der FIFA nach wie vor hinausgezögerte Veröffentlichung des sogenannten Garcia-Reports. In dem Bericht sind die Ergebnisse interner Untersuchungen der FIFA-Ethik-Kommission der Vorgänge rund um die umstrittenen Vergaben der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar zusammengefasst.

Die Abgeordneten verlangen von der FIFA, aber auch von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für die Zukunft bei der Vergabe von Großereignissen die Einhaltung von internationalen Standards in Bezug auf die Achtung der Grundrechte. Außerdem sollen Regelungen zur Bekämpfung der Geldwäsche auf Sportverbände übertragen werden.

SID

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