Modus, mögliche Gegner und Termine

EM 2020: Ablauf der Gruppen-Auslosung in Bukarest - Deutschland bekommt Hammer-Los

Die Auslosung für die EM 2020 ging am Samstag über die Bühne. Das Turnier findet in ganz Europa statt. Auf wen trifft Deutschland wann und wo? Hier gibt es alle Infos.

  • Bei der Auslosung für die EM 2020 am 30. November in Bukarest stehen nur 20 von 24 Teilnehmer fest.
  • Ende März finden erst noch Play-off-Spiele statt. 
  • Schon jetzt steht aber die Gruppe für Deutschland fest.

Update vom 30. November 2019: Die deutschen Fußball-Fans können sich bei der Gruppenphase der EM 2020 auf wahre Festspiele freuen, denn das DFB-Team ist bei der Auslosung der Endrunde (alle Infos im Live-Ticker) in einer echten Todes-Gruppe mit Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal gelandet. Um den Überblick über alle Gruppen und Termine zu behalten, dient der offizielle Spielplan der EM 2020. 

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München - Am heutigen Samstag 30. November findet in Bukarest die Auslosung für die EM 2020 statt. Das Fußball-Turnier findet vom 12. Juni bis 20. Juli und erstmals in ganz Europa statt, genau genommen in zwölf Ländern. In Deutschland ist München der einzige Austragungsort, wo drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale ausgetragen werden.

Der Modus zur Auslosung der EM 2020 war für viele Fans zu kompliziert. Einige haben via Twitter über die Ziehung geschimpft. Auch die Hammer-Gruppe von Deutschland war Gespräch. 

EM 2020: Bei der Auslosung stehen nur 20 von 24 Teilnehmern fest

Insgesamt werden 24 Mannschaften an der EM 2020 teilnehmen. Wenn die Auslosung stattfindet, stehen aber erst 20 Teilnehmer fest! Es ist nicht die einzige Kuriosität bei dem komplizierten Verfahren. Wir beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen.

Auslosung der Endrunde: Wer darf alles an der EM 2020 teilnehmen?

55 Länder auf zehn Gruppen verteilt nahmen an der EM-Qualifikation teil, die am 19. November abgeschlossen wurde. Wer in seiner Gruppe Tabellenerster oder -zweiter wurde, ist automatisch für die EM 2020 qualifiziert, sodass sich hierdurch schon einmal 20 Teilnehmer ergeben. Die DFB-Elf sicherte sich durch den 6:1-Sieg über Nordirland den Sieg in Gruppe C mit 21 Punkten vor der Niederlande (19). Die vier restlichen Plätze werden in Play-off-Spielen unter 16 Teams ermittelt.

Portugal ist bei der EM 2020 Titelverteidiger.

EM 2020: Wer darf an den Play-off-Spielen teilnehmen?

Die 16 Teilnehmer für die Play-off-Spiele ergeben sich aus der sogenannten Nations League, in der auch schon alle 55 Teilnehmer von der EM-Quali 2020 vor eben jener gespielt haben. Die 55 Länder waren in vier Ligen (A bis D) aufgeteilt, wobei jede Liga nochmals aus vier Gruppen bestand. Aus jeder Liga werden die jeweiligen Gruppensieger gegeneinander spielen, um die restlichen Startplätze für die EM 2020 zu ermitteln.

Es gibt allerdings bereits Nations-League-Gruppensieger, die sich über die EM-Quali ein Ticket für die EM 2020 gesichert haben. In dem Fall rücken Teams aus den Nations-League-Gruppen nach. Heißt: Selbst Teams, die in der Nations League Tabellenletzter ihrer Gruppe wurden und sich zuletzt auch kein Ticket über die EM-Quali ergattern konnten, haben trotzdem noch die Möglichkeit, an der Europameisterschaft 2020 teilzunehmen.

EM 2020: Die Play-off-Teilnehmer in der Übersicht

Pfad A

Island, Rumänien, Bulgarien, Ungarn

Pfad B

Bosnien und Herzegowina, Nordirland, Slowakei, Irland

Pfad C

Schottland, Israel, Norwegen, Serbien

Pfad D

Georgien, Nordmazedonien, Kosovo, Weißrussland

Aus jedem Pfad qualifiziert sich ein Team für die EM 2020. Die genauen Paarungen stehen in der folgenden Übersicht:
  • Pfad A, Halbfinale 1: Island - Rumänien
  • Pfad A, Halbfinale 2: Bulgarien - Ungarn
  • Pfad B, Halbfinale 1: Bosnien und Herzegowina - Nordirland
  • Pfad B, Halbfinale 2: Slowakei - Irland
  • Pfad C, Halbfinale 1: Schottland - Israel
  • Pfad C, Halbfinale 2: Norwegen - Serbien
  • Pfad D, Halbfinale 1: Georgien - Weißrussland
  • Pfad D, Halbfinale 2: Nordmazedonien - Kosovo

In jedem Pfad werden zwei Halbfinalspiele und ein Finale ausgetragen. Der Sieger nimmt dann an der EM 2020 teil. Heißt: Auch von dem schwach besetzten Pfad D wird definitiv ein Land an der kommenden Europameisterschaft teilnehmen. Die Play-off-Partien finden am 26. und 31. März statt! Schon jetzt ist aber klar: Deutschland droht eine echte Hammer-Gruppe. Mehr dazu lesen Sie im Live-Ticker zur EM-Auslosung

EM 2020: Warum die UEFA den Plan einer zweiten Auslosung hatte

Ursprünglich gab es den Plan, dass es eine zweite Auslosung hätte geben können. Die UEFA hat im Zuge der EM 2020 festgelegt, dass Länder, die zugleich Gastgeber sind, mindestens zwei ihrer drei Gruppenspiele in der Heimat austragen. Länder wie beispielsweise Rumänien und Schottland nehmen an den Play-off-Spielen teil und sind gleichzeitig Gastgeber-Länder. Da alle Gastgeber-Länder schon vorab bestimmten Gruppen zugeteilt und die nach bestimmten Koeffizienten zusammengestellt wurden, hätte deswegen neu gelost werden müssen. Es gibt aber auch noch zwei weitere Gründe.

Zum einen will die UEFA zu große Reisedistanzen verhindern. Einzelne Länder sollen demnach nicht wiederholt mehrere tausend Kilometer hinter sich bringen müssen. Zum anderen sollen politisch brisante Begegnungen wie zum Beispiel Serbien gegen Kosovo verhindert werden. Der Termin für die mögliche zweite Auslosung wäre in der Tat erst der 1. April gewesen, also nach den Play-off-Spielen. Am 21. November gab die UEFA aber bekannt, dass eine zweite Auslosung endgültig vom Tisch ist. Anscheinend ist diese nicht mehr vonnöten.

Welche Teilnehmer stehen für die EM 2020 schon fest?

Bis auf die vier Teilnehmer aus den Play-off-Spielen stehen schon 20 Länder fest, die bei der EM 2020 mitspielen: 

  • Deutschland 
  • Belgien 
  • Dänemark 
  • England 
  • Frankreich 
  • Finnland 
  • Italien 
  • Kroatien 
  • Niederlande 
  • Österreich 
  • Polen 
  • Portugal 
  • Russland 
  • Schweden 
  • Schweiz 
  • Spanien 
  • Tschechien 
  • Türkei 
  • Ukraine
  • Wales 

Auslosung für die EM 2020: Welches Land ist in welchem Topf?

Bei der Auslosung für die EM 2020 wird es vier Lostöpfe geben, die sich nach der „Rangliste der European Qualifiers“ ergeben. Diese Rangliste bildet sich aus den 20 Gruppenersten und -zweiten der EM-Quali sowie den Play-off-Siegern. Die Play-off-Sieger werden alle in Topf 4 landen. Das erste Kriterium für die restlichen drei Töpfe ergibt sich aus der Endplatzierung der EM-Quali-Gruppe. Gruppenzweite werden demnach nicht in Topf 1 landen.

Gut in Form: Wird Serge Gnabry auch während der EM für Deutschland stürmen?

Weitere Kriterien sind in folgender Reihenfolge zu berücksichtigen: Punkte, Tordifferenz, erzielte Tore, erzielte Auswärtstore, Anzahl der Siege, Fairplay-Bilanz und die Nations-League-Platzierung. Außerdem hat die UEFA festgelegt, dass jedes Gastgeberland automatisch einer bestimmten Gruppe zugeordnet wird - sofern es sich qualifiziert hat. Ganz gleich, in welchem Topf das jeweilige Land nach der Qualifikation landet.

EM 2020: Diese Länder spielen definitiv in dieser Gruppe

Gruppe A

Italien

Gruppe B

Russland, Dänemark

Gruppe C

Niederlande, Rumänien*

Gruppe D

England, Schottland*

Gruppe E

Spanien, Irland*

Gruppe F

Deutschland, Ungarn*

*Diese Länder müssen sich erst noch qualifizieren. 

In Gruppe A wäre noch Aserbaidschan gewesen, das mit Baku ebenfalls einen Austragungsort stellt. Allerdings hat sich Aserbaidschan nicht für über die EM-Qualifikation durchsetzen und wird es auch nicht mehr über die Play-off-Spiele schaffen können. Die Zuteilung der Gruppe stand also auch schon fest, ehe Deutschland seine EM-Quali abschloss. Unabhängig davon, ob Deutschland Erster oder Zweiter geworden wären.

Auslosung: Diese Gruppen-Gegner scheiden für Deutschland bei der EM 2020 aus

Fest steht bereits vor der Auslosung für die EM 2020, auf wen Deutschland nicht treffen kann. Das ergibt sich aus der Vorgabe der UEFA, dass jedes Gastgeberland, das sich qualifiziert hat, automatisch einer Gruppe zugeordnet wird. So fallen zum Beispiel Italien, Russland, DänemarkNiederlande, England und Spanien definitiv als mögliche Gegner weg. Da Belgien und die Ukraine ebenfalls im Los-Topf 1 sein werden, scheiden sie ebenfalls als Gruppen-Gegner für Deutschland aus.

Die Auslosung für die EM 2020: Die möglichen Gruppen-Gegner für Deutschland

Sollte sich Ungarn über die Playoffs für die EM qualifizieren, würde es als Gastgeber-Land automatisch Gruppe F und damit Deutschland zugeordnet werden. Unabhängig davon kann es am Ende noch eine richtige schwere Gruppe für das Löw-Team werden, da in Topf 2 und Topf 3 starke Nationen warten. Deutschland könnte auf Frankreich und Titelverteidiger Portugal treffen. 

Mögliche Gruppen-Gegner der deutschen Mannschaft, sofern Ungarn sich nicht über die Play-offs qualifiziert, sind in der folgenden Tabelle aufgelistet: 

Topf 2

Frankreich, Schweiz, Kroatien, Polen

Topf 3

Portugal, Türkei, Österreich, Schweden, Tschechien

Topf 4

Wales, Finnland, Sieger Play-off Pfad A*, Pfad B*, Pfad C* und Pfad D*

*Pfad A besteht aus den Teams Island und Rumänien, die das erste Halbfinale bestreiten sowie Bulgarien und Ungarn, die das zweite Halbfinale bestreiten.

*Pfad B besteht aus den Teams Bosnien und Herzegowina und Nordirland, die das erste Halbfinale bestreiten sowie Slowakei und Irland, die das zweite Halbfinale bestreiten.

*Pfad C besteht aus den Teams Schottland und Israel, die das erste Halbfinale bestreiten sowie Norwegen und Serbien, die das zweite Halbfinale bestreiten.

*Pfad D besteht aus den Teams Georgien und Weißrussland, die das erste Halbfinale bestreiten sowie Nordmazedonien und Kosovo, die das zweite Halbfinale bestreiten.

Auslosung EM 2020: Rumänien, Irland und Schottland sind keine möglichen Deutschland-Gegner

Es gibt aber noch mehr Besonderheiten für die finale Auslosung. Je nachdem, welches Land sich in welchem Pfad durchsetzt:

  • Gewinnt Rumänien in den Play-off-Partien den Pfad A, fällt es als möglicher Gegner für Deutschland aus Topf 4 weg, da es als Gastgeber-Land automatisch Gruppe C zugeordnet wird
  • Gewinnt Irland in den Play-off-Partien den Pfad B, fällt es als möglicher Gegner für Deutschland aus Topf 4 weg, da es als Gastgeber-Land automatisch Gruppe E zugeordnet wird
  • Gewinnt Schottland in den Play-off-Partien den Pfad C, fällt es als möglicher Gegner für Deutschland aus Topf 4 weg, da es als Gastgeber-Land automatisch Gruppe D zugeordnet wird

EM 2020: Wer qualifiziert sich für das Achtelfinale?

Aus jeder der sich ergebenden sechs EM-Gruppen qualifizieren sich die ersten beiden Teams sowie die vier besten Gruppen-Dritten für das Achtelfinale, das zwischen dem 27. Juni und 30. Juni in acht verschiedenen Ländern (England/London, Niederlande/Amsterdam, Spanien/Bilbao, Ungarn/Budapest, Rumänien/Bukarest, Dänemark/Kopenhagen, Schottland/Glasgow und Irland/Dublin) ausgetragen wird. Sankt Petersburg (Russland), München, Baku (Aserbaidschan) und Rom (Italien) dürfen sich über die vier Viertelfinal-Spiele freuen. Die beiden Halbfinal-Partien sowie das Finale finden in London statt. Ein Spiel um Platz 3 wird es nicht geben.

Bis zum Finale ist es für Deutschland aber noch weit. Der Weltmeister von 2014 gehört nach derzeitigem Stand nicht zu den Favoriten. Nichtsdestotrotz zeigte sich das Social-Media-Team auf Instagram schon glücklich über die perfekte Qualifikation.

EM 2020: Vier Spiele finden in München statt

Wenn die EM 2020 startet, weiß das Team um Trainer Joachim Löw auch schon jetzt, dass alle drei Gruppenspiele mit Deutschland-Beteiligung in München stattfinden werden. Insgesamt wird die Allianz Arena in München, die während des Turniers übrigens offiziell Fußball Arena heißen wird, drei Gruppenspiele sowie ein Viertelfinale austragen dürfen. Das Viertelfinale findet in der bayerischen Hauptstadt am 3. Juli statt.

EM 2020: Spielorte und Größe der Stadien

19 Städte haben sich für die Austragung der Spiele zur EM 2020 beworben. Zwölf bekamen den Zuschlag. Welche das sind und wie groß das jeweilige Stadion ist, zeigt die folgende Auflistung:

  • London (England), Wembley-Stadion, 90.000 Zuschauer
  • Rom (Italien), Olympastadion Rom, 68.000 Zuschauer
  • Baku (Aserbaidschan), Olympiastadion, 69.000 Zuschauer
  • München (Deutschland), Fußball Arena, 70.000 Zuschauer
  • Sankt-Petersburg-Stadion (Russland), 61.000 Zuschauer
  • Budapest (Ungarn), Puskás Ferenc Stadion, 68.000 Zuschauer
  • Bukarest (Rumänien), Arena Nationala, 54.000 Zuschauer
  • Amsterdam (Niederlande), Johan Cruiff ArenA, 54.000 Zuschauer
  • Glasgow (Schottland), Hampden Park, 51.000 Zuschauer
  • Dublin (Irland), Dublin Arena, 51.000 Zuschauer
  • Bilbao (Spanien), San Mamés Stadium, 53.000 Zuschauer
  • Kopenhagen (Dänemark), Parken Stadium, 38.000 Zuschauer

Raphael Wiesweg

Rubriklistenbild: © dpa / -

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