Frankfurt-Boss Bruchhagen

"Man muss bereit sein, sich selbst zu beschneiden"

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Heribert Bruchhagen: Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt.

Frankfurt/Main - Heribert Bruchhagen ist so etwas wie der Robin Hood im Profifußball. Für seine mutigen Vorstöße erntet der Vorstandsboss von Eintracht Frankfurt aber nicht immer Anerkennung.

Eigentlich könnte sich Heribert Bruchhagen in diesen Tagen entspannt zurücklehnen. In der Fußball-Bundesliga hat seine Eintracht Frankfurt die ersten Punkte gesammelt, sein Vertrag als Vorstandsboss bei den Hessen wurde unlängst bis 2016 verlängert. In regelmäßigen Abständen, so eben auch in diesen Tagen, pflegt der 64-Jährige aber sein Image als Robin Hood im deutschen Profifußball - und erntet dafür nicht nur Anerkennung.

Vor allem die Dominanz von Triple-SiegerBayern München treibt Bruchhagen Sorgenfalten auf die Stirn. Geht es nach dem Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball Liga (DFL), könnte hierbei allerdings eine Art Solidargesetz Abhilfe schaffen. „Vereine wie der FC Bayern müssten Teile der Champions-League-Gelder an ihre Ligen abgeben. Es geht nur so, wie es selbst Uli Hoeneß schon mal angedeutet hat: Man muss bereit sein, sich selbst zu beschneiden“, sagte Bruchhagen der Sport Bild.

Durch die Umverteilung könnte nach Meinung des Eintracht-Bosses die Konkurrenzsituation neu entfacht werden. „Ich habe schon bei der DFL gesagt, dass wir daran arbeiten müssen, dass die Champions-League-Teilnehmer die nationalen Meisterschaften nicht immer unter sich ausspielen. Derzeit ist das so“, äußerte der „ewige Harry“.

Während Frankfurts Trainer Armin Veh seinem Vorgesetzten beipflichtet („Geht die Entwicklung so weiter, kannst du gegen Bayern nie mehr gewinnen“), weht Bruchhagen aus München ein rauher Wind entgegen. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bezeichnete Bruchhagens Vorstoß als „eine unsägliche Schnapsidee, den Champions-League-Teilnehmern in die Kasse zu greifen, zum angeblichen Wohl der Liga“. Rummenigge habe das Gefühl, erklärte er in der Stadionzeitschrift des Rekordmeisters, „dass einige fast schon verzweifelt versuchen, uns am Zeug zu flicken.“

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An Bruchhagen prallt diese Kritik mittlerweile aber nur noch ab. Zu oft, zu regelmäßig hat er Probleme offen und ehrlich angesprochen, seinen Finger in die Wunde gelegt und für seine Vorschläge Ablehnung erhalten. „Ich habe habe von Herrn Rummenigge schon weit heftigere Prügel einstecken müssen“, sagte Bruchhagen, „ich bin schon vor 22 Jahren angegriffen worden. Alle drei, vier Jahre, wenn es um die TV-Gelder geht, wird es kontroverser.“ Eben dann, wenn er wieder in die Rolle des Robin Hood schlüpft.

Vor allem in der Mainmetropole wird Bruchhagen für seine ehrliche Art aber geschätzt. Der gebürtige Düsseldorfer, der sich 2006 in der ZDF-Krimiserie „Ein Fall für zwei“ mal selbst spielte, gilt bei den Eintracht-Fans als „Original“ - und in Frankfurt als absoluter Fachmann. Die letzte größere Krise erlebte er allerdings erst vor drei Jahren. Nach dem sang- und klanglosen Abstieg, ausgerechnet mit „Messias“ Christoph Daum, unterzog sich die Eintracht „starken Strukturveränderungen“, wie Bruchhagen damals sagte. Denn Stillstand, das wird in vielerlei Hinsicht klar, ist nichts für Heribert Bruchhagen.

SID

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