Löw-Team braucht Glück

WM 2014: DFB droht Hammergruppe

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Joachim Löw hat mit seiner Mannschaft vor der WM nach jetzigem Stand noch drei Spiele

London - Selten wurde eine WM-Auslosung mit so viel Spannung erwartet. Zusätzliche Brisanz kreiert das FIFA-Setzsystem, das etwa Italien und Holland zurückstuft. Auf Deutschland könnten in der Vorrunde richtig dicke Brocken warten.

Mitten in der europäischen Nacht hat Uruguay mit seinem 0:0 gegen Jordanien Fakten geschaffen, die auch die deutsche Titelmission bei der WM 2014 in Brasilien betreffen. Durch die Qualifikation des Premieren-Weltmeisters im Playoff-Rückspiel gegen Jordanien ist amtlich, dass Uruguay und nicht Vize-Weltmeister Niederlande bei der Auslosung der WM-Gruppen am 6. Dezember in Costa do Sauípe als Top-Team gesetzt ist. Ein brisantes Vorrunden-Duell zwischen Deutschland und Oranje wie zuletzt bei der EM 2012 ist damit auch am Zuckerhut möglich. Das genaue Los-Prozedere wird am 3. Dezember bei der Sitzung des WM-Organisationskomitees festgelegt.

Vorab entschieden wurde von der FIFA nur, welche acht Mannschaften als Gruppenköpfe platziert werden sollen. Neben Gastgeber Brasilien sind dies die besten sieben der Oktober-Weltrangliste: Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Belgien, die Schweiz und Uruguay. Top-Nationen wie Vize-Weltmeister Niederlande, 2006-Weltmeister Italien oder England müssen in den Europa-Topf und könnten somit zu deutschen Gruppengegnern werden.

Bundestrainer Joachim Löw hat schon signalisiert, dass er mit einer gewissen Anspannung nach Brasilien reist, das Los-Schicksal aber gelassen annehmen will. Für Deutschland ist nun alles möglich: Sowohl eine Gigantengruppe mit Italien, den USA und der Elfenbeinküste oder auch ein Glückslos mit Griechenland, Algerien und dem Iran. Einen Trost hat Löw: „Bei der EM 2012 haben wir auch akzeptiert, dass wir mit Holland, Portugal, Dänemark in der Vorrunde auf drei Top-Ten-Teams der Weltrangliste getroffen sind. Eine viel stärkere Gruppe kann es bei der WM gar nicht geben.“

Bleibt sich der Weltverband treu, gibt es nur eine logische Lösung für die Einteilung der Lostöpfe. Regionale und sportliche Kriterien werde man heranziehen, hieß es nach der jüngsten Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees. Da es sicherlich bei der Regel bleiben soll, dass in jeder Gruppe maximal zwei Teams aus Europa und nur ein Team pro anderer Konföderation sein darf, müssen immer möglichst viele Mannschaften von gleichen Kontinenten in den Töpfen platziert werden.

Acht Teams aus Europa und je vier Teams aus Asien und Nord- und Mittelamerika würden somit zwei weitere Töpfe bilden. Bliebe nur ein Multi-Kontinent-Topf mit den fünf Afrikanern, den restlichen Südamerika-Teams aus Ecuador und Chile und einem verbliebenen Europäer.

Doch genau das birgt wiederum Brisanz. Der Weltranglisten-Regel folgend, müsste das schlechteste Europa-Team des Oktober-Rankings in dem Mischmasch-Topf sein. Das ist Frankreich. Um eine Gruppe mit drei Europäern zu vermeiden, müsste die Équipe tricolore dann einem südamerikanischen Gruppenkopf zugelost werden. Hammergruppen vom Format: Brasilien, Italien, Frankreich, Mexiko oder Argentinien, Holland, Frankreich, USA wären möglich - und Kritik am Setzsystem nicht nur aus der Grande Nation garantiert.

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dpa

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