BVB gewinnt in Augsburg

Dortmund und Tuchel: "In unseren Gedanken nicht limitiert"

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Thomas Tuchel.

Augsburg - Borussia Dortmund hat sich unter Thomas Tuchel hinter dem FC Bayern wieder zur zweiten Kraft im deutschen Fußball entwickelt. Der BVB-Coach ist mit einem Fazit aber vorsichtig.

Thomas Tuchel verließ das Augsburger Stadion kurz vor Mitternacht mit einem Lächeln und einem „besonderen Gefühl“ - doch vor einem Weihnachtsfazit scheute sich der Dortmunder Coach trotz einer bärenstarken Hinrunde. „Als Trainer fühlt man sich einfach nicht so wohl, wenn es noch nicht aus ist. Ein Fazit kann man erst, wenn überhaupt, nach dem Spiel in Köln ziehen“, sagte Tuchel nach dem souveränen 2:0 (0:0) von Borussia Dortmund im Pokal-Achtelfinale beim FCA mit Blick auf das Jahres-Finale am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim 1. FC Köln.

Doch auch er musste bei aller Skepsis einräumen: Das Köln-Spiel „kann natürlich nicht alles zerstören“. Zu gut ist für den BVB das erste Halbjahr unter dem 42-Jährigen gelaufen. In der Liga ist die Borussia der einzige ernsthafte Konkurrent für den großen FC Bayern, in der Europa League wurde das Minimalziel K.o.-Runde locker erreicht - und auch im DFB-Pokal überwintert Dortmund. Dort wartet am 9./10. Februar im Viertelfinale der VfB Stuttgart - Kategorie: lösbar.

„Es fühlt sich gut an, weil wir in allen drei Wettbewerben eine gute Rolle spielen. Wir schaffen es immer wieder, gut auf dem Platz zu stehen. Die Mannschaft zeigt Moral und Charakter“, lobte Tuchel sein Team und verriet ein weiteres Erfolgsgeheimnis: „Das wichtigste war, dass wir uns in unseren Gedanken nicht limitiert haben. Es wurde gefragt, ob man sich das vorstellen konnte, dass es so gut läuft? Keine Ahnung. Ich habe mir gar nichts vorgestellt, auch nicht, wie schlecht es laufen könnte. Deshalb ist auch ein Fazit schwer - es geht einfach immer weiter.“

Und es geht seit Monaten kontinuierlich nach oben. Inzwischen ist das unter Jürgen Klopp zeitweise verlorengegangene Selbstvertrauen wieder so groß, dass die Borussia sogar wieder Ansprüche anmeldet. „Wir können in jedem Pokal und bei jedem Titel vorne dabei sein. Wenn wir weiter unsere Arbeit machen, dann sind wir auf jeden Fall schwer zu schlagen“, betonte Jungstar Julian Weigl.

Der 20-Jährige steht sinnbildlich für die Entwicklung beim BVB. Weigl kam von Zweitligist 1860 München eigentlich als Ergänzungsspieler und wird inzwischen mit der Nationalelf in Verbindung gebracht. Doch auch ein Henrich Mchitarjan, den viele schon abgeschrieben hatten, oder ein Pierre-Emerick Aubameyang sind unter Tuchel erst so richtig in Schwung gekommen. Dass beide (61. und 66. Minute) auch in Augsburg für den Erfolg sorgten, ist kein Zufall. Für Aubameyang war es bereits der 27. (!) Pflichtspieltreffer in dieser Saison, 18 davon gelangen dem Gabuner in der Bundesliga.

Tuchel sprach von einer „Topleistung“ seiner Mannschaft gegen den wiedererstarkten FCA. „Wir genießen diesen Sieg, er ist sehr, sehr wertvoll und gibt uns ein besonderes Gefühl. Auch mit Blick auf Köln“, sagte er, „da wollen wir den Weg weitergehen“.

sid

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