Deutsche Aufstellung

Klose rein – und Lahm nach hinten

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Nationalspieler Miroslav Klose: 15 WM Tore

Glückwunsch Miro zum Rekord! Den hat er sich wirklich verdient. Miroslav Klose ist einfach phänomenal. Man darf ja nicht vergessen, wie oft er in dieser Saison verletzt war. Stark, wie er sich zurückgekämpft hat. Miro hat einfach eine Top-Einstellung. Ein Gastkommentar von Wolfgang Rolff.

Wolfgang Rolff (54) hat für diverse Clubs 356 Mal in der Bundesliga gespielt (46 Tore) und war 1986 in Mexiko Vize-Weltmeister. Co-Trainer von Thomas Schaaf bei Werder Bremen (2004 bis 2013) und Eintracht Frankfurt (ab 1. Juli). Zuletzt Assistent von Berti Vogts im Nationalteam Aserbaidschans.

Ich bin mir sicher: Das war nicht sein letztes WM-Tor – zwei, drei Stück wird er in Brasilien noch machen. Ich würde ihn gegen die USA auf jeden Fall von Anfang an spielen lassen – neben Thomas Müller, der geht wie Miro auch dorthin, wo es weh tut. Die Beiden sind einfach gefährlicher als die spielenden Stürmer Götze oder Özil. Und gegen die USA müssen wir sofort zeigen, was wir wollen: nämlich gewinnen! Gegen Ghana war mir das am Anfang zu vorsichtig und zu langsam. Die Afrikaner haben viel frecher gespielt und mit ihren schnellen Stürmern das Problem unserer Viererkette aufgezeigt. Innenverteidiger sind große, robuste Spieler mit einer großen Übersetzung, die kommen meist erst auf Strecke auf richtig hohes Tempo. Wenn man dann hinten nur Innenverteidiger hat, kann es wie gegen Ghana unangenehm werden.

Ein Philipp Lahm hätte es als Außenverteidiger gegen diese kleinen, schnellen Ghanaer sicher einfacher gehabt. Doch der spielt ja bei dieser WM im Mittelfeld – und hat dort bislang nicht überzeugt. Bei der Personalie Lahm muss man ein, zwei Jahre zurückschauen: Damals war er als Außenverteidiger in der Offensive Weltklasse, in der Defensive hatte er aber so seine Probleme. Das hat Pep Guardiola bei den Bayern erkannt und ihn vorgezogen. Er konnte das auch machen, weil er in Rafinha (rechts) und David Alaba (links) zwei richtig starke Außenverteidiger besitzt. Joachim Löw hat diesen Wechsel von Lahm für die Nationalmannschaft übernommen. Das ist nachvollziehbar. Zumal es ja durch die Ausfälle von Gündogan und Khedira sowie Schweinsteiger Probleme im defensiven Mittelfeld gab.

Jetzt hat sich die Lage entspannt: Khedira ist zurück und hat sich hoffentlich gegen Ghana nicht schwerer verletzt. Schweinsteiger hat mir nach seiner Einwechslung gut gefallen. Die Beiden sollten zusammen vor der Abwehr spielen – und Lahm hinten rechts oder links, je nachdem, ob Jerome Boateng dabei sein kann oder nicht. Das Gute ist ja: Der Bundestrainer hat eine so große Auswahl wie selten zuvor. Deshalb bin ich auch optimistisch, dass wir ins Achtelfinale kommen. Aber Ghana war eine gute Warnung, dass es nicht immer so einfach ist wie gegen Portugal.

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