Dämpfer für Deutschland: 0:2-Niederlage gegen Frankreich

Bundestrainer Joachim Löw sah sich schon vor dem Spiel einem starken Gegner entgegen. Foto: Etienne Laurent
1 von 6
Bundestrainer Joachim Löw sah sich schon vor dem Spiel einem starken Gegner entgegen. Foto: Etienne Laurent
Manuel Neuer muss den 0:1-Rückstand durch Giroud hinnehmen. Foto: Ian Langsdon
2 von 6
Manuel Neuer muss den 0:1-Rückstand durch Giroud hinnehmen. Foto: Ian Langsdon
Frankreichs Nationalspieler bejubeln das zwischenzeitliche 1:0. Foto: Ian Lagsdon
3 von 6
Frankreichs Nationalspieler bejubeln das zwischenzeitliche 1:0. Foto: Ian Lagsdon
Deutschlands Offensive um Julian Draxler sah gegen stark verteidigende Franzosen selten Land. Foto: Ian Langsdon
4 von 6
Deutschlands Offensive um Julian Draxler sah gegen stark verteidigende Franzosen selten Land. Foto: Ian Langsdon
Mario Gomez kämpft mit dem Franzosen Raphael Varane um den Ball. Foto: Ian Langsdon
5 von 6
Mario Gomez kämpft mit dem Franzosen Raphael Varane um den Ball. Foto: Ian Langsdon
Thomas Müller hadert mit einer vergebenen Chance. Foto: Ian Langsdon
6 von 6
Thomas Müller hadert mit einer vergebenen Chance. Foto: Ian Langsdon

Im Finalstadion in Paris durften sich die deutschen Weltmeister mit EM-Gastgeber Frankreich messen. "Testen, sehen, probieren", war das Motto von Bundestrainer Joachim Löw. Er überraschte mit einer ungewöhnlichen Aufstellung - und kassierte eine Niederlage.

Paris (dpa) - Nächster Dämpfer für die Fußball-Weltmeister: Nach der äußerst holprigen Qualifikation für die Europameisterschaft hat die deutsche Nationalmannschaft auch den prestigeträchtigen Probelauf in Frankreich verloren.

Der EM-Gastgeber siegte am Freitagabend auf dem ramponierten Rasen des Endspiel-Stadions in Paris mit 2:0 (1:0). Olivier Giroud (45.+1 Minute) und der eingewechselte André-Pierre Gignac (86.) trafen für die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps. Erstmals in der Amtszeit von Bundestrainer Joachim Löw kassierte die DFB-Auswahl damit in einem Jahr ohne Turnier drei Niederlagen.

Überschattet wurde die Partie im Stade de France von Nachrichten über eine Schießerei in Paris und Zwischenfälle im Bereich des Stade de France. Nach ersten Angaben wurden mindestens 18 Menschen getötet, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Polizeipräfektur berichtete. Im Stadion waren Explosionen zu hören, Hubschrauber kreisten über der Arena.

Abgeschlossen wird das deutsche Länderspieljahr am Dienstag mit einem Heimspiel in Hannover gegen den nicht für das EM-Turnier 2016 qualifizierten Erzrivalen Niederlande.

Der Tag hatte schon schlecht begonnen für die deutsche Delegation: Nach einer Bombendrohung war die Vorbereitung am Spieltag gestört worden. Doch weder die kurzzeitige Flucht aus dem Hotel noch die Krisensitzung der DFB-Spitze wegen der WM-Affäre schien die Profis anfangs negativ zu beeinflussen. Mehr Probleme bereitete der DFB-Elf der schlechte Rasen im Stade de France, der sich alles andere als EM-reif präsentierte. Beide Mannschaften hatten Schwierigkeiten, den Ball zu kontrollieren, anfangs prägten viele Fehlpässe das Bild.

Die Teams agierten zunächst mit großem Respekt voreinander. Die Zuschauer sahen Ergebnis- statt Erlebnisfußball. Dabei hatte sich Löw personell und taktisch einiges ausgedacht und überraschte mit einer ungewohnt defensiven 3-4-3-Aufstellung mit den drei Innenverteidigern Jérôme Boateng, Mats Hummels und Antonio Rüdiger. Bei Ballverlust ließen sich die Außenverteidiger Matthias Ginter und Jonas Hector nach hinten fallen und formierten eine kompakte Fünfer-Kette.

Der Kölner Hector jedoch musste nach einer guten halben Stunde verletzt vom Feld und wurde durch Emre Can vom FC Liverpool auf der Position ersetzt. Damit verdeutlichte Löw die Marschrichtung, den körperlich starken Franzosen physische Gegenwehr zu bieten. Offensiv allerdings lief nicht allzu viel zusammen.

Rückkehrer Mario Gomez trat in seinem ersten Einsatz im Adler-Trikot nach 14 Monaten erst in der 38. Minute erstmals in Erscheinung. Nach Zuspiel von Julian Draxler, der in der offensiven Dreierreihe neben dem Stürmer von Besiktas Istanbul und Bayern-Profi Thomas Müller agierte, scheiterte Gomez aus kurzer Distanz am Außennetz. Vier Minuten zuvor hatte Müller die Führung auf dem Fuß. Doch nach einer feinen Kopfballvorlage des Wolfsburgers Draxler schoss der Angreifer des deutschen Meisters knapp über das Tor von Hugo Lloris.

Die beste deutsche Chance der ersten 45 Minuten vergab wieder Gomez (43.). BVB-Profi Matthias Ginter passte auf Müller, der direkt auf Gomez weiterleitete - der 30-Jährige aber verzog aus rund zehn Metern. Die Franzosen wiederum waren vor allem über die linke Seite mit dem starken Anthony Martial gefährlich. Mit der letzten Aktion vor dem Halbzeitpfiff wurden sie für das Engagement belohnt.

Schweinsteigers Mannschaftskollege bei Manchester United setzte sich mit einer überragenden Einzelleistung durch, ließ Ginter und Boateng stehen und legte den Ball für Giroud auf, der nur noch am chancenlosen Manuel Neuer vorbei zum 1:0 einschieben musste.

Nach dem Wechsel kam Shkodran Mustafi für Boateng und übernahm dessen Posten im Abwehrzentrum. Der unnötige Rückstand schien die Deutschen zu verunsichern. Löw brachte Ilkay Gündogan für den unauffälligen Khedira und Leroy Sané für Draxler. Der Schalker feierte als 77. Neuling in der Löw-Ära sein Debüt im Nationaltrikot. Auf der Gegenseite ermöglichte Frankreichs Coach Didier Deschamps Bayern-Profi Kingsley Coman das Debüt im Trikot der Équipe tricolore.

Vor allem der engagierte Müller wollte die Wende erzwingen und versuchte, die Mannschaft mitzureißen. In der 77. Minute probierte er es von der Strafraumgrenze mit links und scheiterte am Pfosten. In den letzten zehn Minuten kam Stürmer Kevin Volland für Ginter. Der Ausgleich gelang nicht mehr, im Gegenteil. Gignac ließ dem ansonsten starken Neuer keine Chance und traf zum am Ende verdienten 2:0.

DFB-Kader

Länderspiel-Termine

Länderspiel-Statistiken

Spielbilanz gegen Frankreich

Spielplan EM 2016

Daten und Fakten zur EM-Auslosung

Das könnte Sie auch interessieren

Kuriose Blitzer-Bilder: Die verrücktesten Radarfotos

Mit Laserpistolen und Radarfallen macht die Polizei Jagd auf Temposünder. Dabei kommt es auch zu ungewöhnliche Radarfotos. Klicken Sie sich durch die …
Kuriose Blitzer-Bilder: Die verrücktesten Radarfotos

Kurios: So tierisch kann ein Stau sein

Stau, Stau und noch mehr Stau - Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann auf Stillstand eigentlich verzichten. Doch manchmal sind die Gründe dafür …
Kurios: So tierisch kann ein Stau sein

Werder-Training am Donnerstag

Die Vorbereitung auf das Spiel gegen Hannover 96 (Sonntag, 19. November, 18 Uhr) läuft auf Hochtouren. Am Donnerstag traten die Profis um 10 Uhr zum …
Werder-Training am Donnerstag

14. Ausbildungsmesse der BBS Rotenburg schlägt alle bisherigen Rekorde

Die 14. Ausbildungsmesse der Berufsbildenden Schulen Rotenburg schlägt alle bisherigen Rekorde. Die Macher der Messe um den Teamleiter Markus Reupke …
14. Ausbildungsmesse der BBS Rotenburg schlägt alle bisherigen Rekorde

Meistgelesene Artikel

FC Bayern: Meistertitel noch vor Weihnachten?

FC Bayern: Meistertitel noch vor Weihnachten?

Fluchtgefahr: Mutmaßlicher BVB-Attentäter bleibt in U-Haft

Fluchtgefahr: Mutmaßlicher BVB-Attentäter bleibt in U-Haft

Darmstadts Negativserie hält an - Braunschweig wieder nur remis

Darmstadts Negativserie hält an - Braunschweig wieder nur remis

Wegen Bibern: Schwedische Gemeinde sitzt bei Quali-Erfolg im Dunkeln

Wegen Bibern: Schwedische Gemeinde sitzt bei Quali-Erfolg im Dunkeln