Demme fällt aus

Teamfoto als WM-Anreiz: Löw ohne Scheuklappen

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, Besetzung Confed Cup 2017, hat sich in Kelsterbach zum Mannschaftsfoto aufgestellt. Foto: Thomas Frey
1 von 6
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, Besetzung Confed Cup 2017, hat sich in Kelsterbach zum Mannschaftsfoto aufgestellt. Foto: Thomas Frey
Joachim Löw: "Der Confed Cup ist ein Turnier zum Testen – für den Gastgeber genauso wie für uns." Foto: Thomas Frey
2 von 6
Joachim Löw: "Der Confed Cup ist ein Turnier zum Testen – für den Gastgeber genauso wie für uns." Foto: Thomas Frey
Kapitän Julian Draxler (oben r) in Aktion. Foto: Thomas Frey
3 von 6
Kapitän Julian Draxler (oben r) in Aktion. Foto: Thomas Frey
Der 20-jährige Benjamin Henrichs von Bayer Leverkusen ist der jüngste Spieler im Aufgebot von Jogi Löw. Foto: Thomas Frey
4 von 6
Der 20-jährige Benjamin Henrichs von Bayer Leverkusen ist der jüngste Spieler im Aufgebot von Jogi Löw. Foto: Thomas Frey
Kevin Trapp beim Torwart-Training. Foto: Thomas Frey
5 von 6
Kevin Trapp beim Torwart-Training. Foto: Thomas Frey
Niklas Süle (M) und seine Mannschaftskameraden wärmen sich auf. Foto: Thomas Frey
6 von 6
Niklas Süle (M) und seine Mannschaftskameraden wärmen sich auf. Foto: Thomas Frey

Die letzte Vorbereitungsphase läuft. Bundestrainer Löw sieht trotz starker Gegner "kein Risiko" im Abenteuer Confed Cup. Seine Perspektivspieler sind hochmotiviert. Wagner und Co. wollen auch auf dem WM-Mannschaftsfoto 2018 wieder auftauchen. Einer muss passen.

Frankfurt/Main (dpa) - Auf dem offiziellen Confed-Cup-Teamfoto tauchten plötzlich nur 21 Spieler auf. Als Bundestrainer Joachim Löw bei schönstem Sommerwettter im Sportpark Kelsterbach die letzte Vorbereitungsetappe auf den Fußball-Sommer in Russland startete, fehlte Diego Demme.

Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler von RB Leipzig muss wegen Rückenproblemen für das Turnier vom 17. Juni bis 2. Juli passen. Löw verzichtet wie schon bei Leroy Sané, der wegen einer Nasen-Operation fehlt, auf eine Nachnominierung.

Gleich nach dem Wiedersehen in Frankfurt verdeutlichte die neue deutsche Fußball-Generation ihren immensen Confed-Cup-Ehrgeiz. "Das Turnier ist für jeden von uns wichtig", erklärte der Neu-Münchner Niklas Süle. Im Vorjahr hatte der von Hoffenheim zum FC Bayern wechselnde Abwehrspieler in Rio de Janeiro mit die olympische Silbermedaille gewonnen. "Da wurde uns zuvor auch nicht so viel zugetraut", verwies Süle auf Parallelen zu diesem Sommer.

Beim Probelauf für die WM 2018 streben Löws Perspektivspieler nach einem ähnlichen Erfolg. Und sie sehen sich als Repräsentanten des deutschen Fußballs in der Pflicht. "Wenn du als Weltmeister zum Confed Cup fährst, ist es immer ein Ziel, Titel zu gewinnen", sagte der 23 Jahre alte Emre Can vom FC Liverpool. Kapitän Julian Draxler huschte nach einem Kurztrip ans Mittelmeer wortlos in die Lobby. "Ich wusste, dass er nochmal in die Sonne geht", sagte Teammanager Oliver Bierhoff zum Wirbel um Paparazzi-Bilder von Draxler auf einer Yacht vor Ibiza. "Er ist gesund da, trainiert voll. Ich habe damit jetzt gar kein Problem. Das ist auch sein Privatleben", sagte Bierhoff.

Löw, der mit schwarzem T-Shirt und Sonnenbrille zwei Minuten nach dem offiziellen Treffpunkt am Teamhotel ankam, will den Ehrgeiz seiner jungen Mannschaft nutzen. Natürlich wittern die Turnier-Neulinge vom älteren Sandro Wagner (29) bis zum jungen Timo Werner (21) ihre Chance, auf dem offiziellen WM-Teamfoto 2018 wieder aufzutauchen.

Auch Löw hat nach der ersten Schnupperwoche mit vielen Neulingen und Nachrückern im eigentlich ungeliebten Turnier in vier russischen Städten schon einen ganz speziellen Reiz ausgemacht. "Ich sehe beim Confed Cup überhaupt kein Risiko, ganz im Gegenteil", sagte der Bundestrainer entschlossen im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Die Herausforderung, die quasi ohne alle großen WM-Stars am kommenden Montag in Sotschi gegen Australien beginnt, sei "eine Chance" und "eine Horizont-Erweiterung" für sein Personal, betonte Löw.

Am Donnerstag bricht der DFB-Tross mit nun 21 Spielern nach Russland auf. "Es wird für einige Spieler eine wichtige Erfahrung sein, mit der A-Mannschaft gegen Australien, Kamerun oder Chile zu spielen", erklärte der Weltmeistercoach. Dass die Stammkräfte und Fanlieblinge von Manuel Neuer über Mats Hummels bis zu Mesut Özil und Toni Kroos fehlen, verteidigte Löw nochmals mit deutlichen Worten: "Die Russen werden unsere Stars im kommenden Jahr sehen. Der Confed Cup ist ein Turnier zum Testen - für den Gastgeber genauso wie für uns."

Der Bundestrainer will in Russland mit seinen Spielern die für eine erfolgreiche WM-Titelverteidigung 2018 mitentscheidenden Kleinigkeiten ausloten. Das betrifft die Fähigkeiten seiner Akteure ebenso wie die Bedingungen im Land des WM-Gastgebers: "Nächstes Jahr müssen wir top in Form sein und eine gute Performance abliefern."

Ein klares Ziel in Form einer Turnierplatzierung für diesen Sommer mag Löw nicht vorgeben, auch wenn der Test gegen Dänemark (1:1) und das WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino (7:0) durchaus als Hoffnung weckende Proben zu werten sind. "Das werde ich auch intern nicht formulieren", unterstrich der 57-Jährige: "Ich werde schauen, dass wir eine möglichst homogene Mannschaft auf den Platz bekommen, die mit Einsatzfreude und Spielfreude zu Werke geht."

Die Schwerpunkte der finalen Präparation hat Löw bereits benannt: Verfeinerung der Offensive, Aufbau einer stabilen defensiven Organisation und das Einüben von Standardsituationen. "Wir sollten wirklich mal komplett durchschnaufen", sagte Lars Stindl (28) nach den freien Tagen: "Jetzt freuen wir uns auf den Confed Cup." Der Gladbacher ist ebenfalls neu in der deutschen Elitemannschaft.

Vor allem international wird Löws Kaderauswahl kritisch gesehen. Europameister Portugal und Löws Turnierfavorit Chile haben alle Asse dabei. "Ich kann natürlich eine gewisse Enttäuschung bei manchen verstehen. Doch die Fans wollen gerade bei uns diese Topspieler noch ein paar Jahre auf gutem Niveau sehen. Und sie wollen nicht sehen, dass sie verletzt sind", unterstrich Löw.

Der Freiburger betrachtet den Confed Cup auch als Gelegenheit, um einfach noch mehr Erfahrung zu sammeln, das Land und die Menschen besser kennenzulernen, die Bedingungen vor Ort, die Stimmung aufzusaugen. Das WM-Stammquartier für 2018 will er deshalb auch erst nach den aktuellen Turniereindrücken benennen. Es sei zudem wichtig, dass man "auch hinter die Kulissen" des Gastgeberlandes blicke, meinte Löw: Klar sei, "dass wir nicht mit Scheuklappen durch andere Länder reisen. Die Umstände dort interessieren uns immer".

DFB-Kader

Sportliche Leitung um Löw

Team hinter dem Team

Termine Nationalmannschaft

Länderspiel-Termine

Nationalspieler von A bis Z

Länderspiel-Bilanzen gegen 91 Gegner

WM-Qualifikation Gruppe C

Teilnehmer Confederations Cup

Spielplan Confed Cup

Reglement Confed Cup

Daten und Fakten zu Joachim Löw

Das könnte Sie auch interessieren

Stedorfer Schützen feiern neue Majestät Brenn und Titelverteidigerin Bergling

Stedorf - „Verdammt viel Spaß“. Mit dieser kurzen Aussage ist eigentlich alles zum wiederum erfolgreichen und fröhlichen Schützenfest des …
Stedorfer Schützen feiern neue Majestät Brenn und Titelverteidigerin Bergling

Werder-Training am Freitag

Am Freitagmorgen trafen sich die Werder-Profis zu einer ersten Trainingseinheit.  
Werder-Training am Freitag

Fotostrecke: Doppelter Test für Werder

Werder kam im ersten Testspiel am Sonntag gegen FK Pribram nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Gegen den MSV Duisburg setzen sich die Bremer mit …
Fotostrecke: Doppelter Test für Werder

Königsschießen und Kommers in Twistringen 

Der Jubel war groß: Dieter Kathmann ist neuer König der Schützen in Twistringen. Er setzte sich im Königsschießen mit 20 Ringe gegen seine …
Königsschießen und Kommers in Twistringen 

Meistgelesene Artikel

Flitzer im WM-Finale: Mitglieder von Pussy Riot stürmen den Platz - das wollen sie damit erreichen

Flitzer im WM-Finale: Mitglieder von Pussy Riot stürmen den Platz - das wollen sie damit erreichen

Das Jubelfoto der WM: Macron feiert in Russland - Ein Schnappschuss geht um die Welt

Das Jubelfoto der WM: Macron feiert in Russland - Ein Schnappschuss geht um die Welt

Zoff nach Live-Schalte zum Tegernsee: ARD wohl unzufrieden mit Philipp Lahms Leistung

Zoff nach Live-Schalte zum Tegernsee: ARD wohl unzufrieden mit Philipp Lahms Leistung

WM-Medaille eingesteckt: Nun steht fest, wer es war - den Nachnamen kennt jeder

WM-Medaille eingesteckt: Nun steht fest, wer es war - den Nachnamen kennt jeder