Wegen Manipulationsabsprachen

Cichon bis 2015 gesperrt

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Thomas Cichon (l.) beendete 2011 seine Profikarriere.

Frankfurt - Wegen Manipulationsabsprachen ist Ex-Profi Thomas Cichon vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für zwei Jahre bis zum 9. Juli 2015 gesperrt worden.

Das teilte der DFB am Donnerstag mit. Zwar konnte dem 37-Jährigen keine unmittelbare Manipulation nachgewiesen werden, doch erbrachte das Verfahren nach Ansicht von Kontrollausschuss und Gericht den Nachweis von Vereinbarungen des gebürtigen Polen mit der Wettmafia zur illegalen Beeinflussung von drei Spielen seines früheren Klubs VfL Osnabrück. Beim Strafmaß für den ehemaligen Erstliga-Spieler des 1. FC Köln berücksichtigte das Gericht Cichons Reue und das bereits Anfang 2011 vollzogene Ende seiner Laufbahn als Berufsspieler.

Cichon soll sich nach Erkenntnis des Gerichts 2008 und 2009 zur Manipulation von drei Osnabrücker Zweitliga-Begegnungen bereit erklärt haben. Mit Cichons Hilfe wollten die Wettbetrüger demnach auf die Spiele der Niedersachsen am 21. November 2008 bei Alemannia Aachen, am 17. April 2009 beim FC Augsburg und am 13. Mai 2009 beim 1. FC Nürnberg nehmen. Der DFB wies in seiner Mitteilung ausdrücklich darauf hin, dass Cichon der Schaden für den Fußball durch sein Verhalten bewusst sei.

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Cichon ließ am Donnerstagabend über seine Anwälte mitteilen: „Herr Cichon weist ausdrücklich darauf hin, dass nicht festgestellt wurde, dass er aktiv an einer Spielmanipulation teilgenommen hat, noch hierfür Geld erhalten hat. Ein solches Verhalten bestreitet Herr Cichon nach wie vor. Herr Cichon bedauert, jemals Kontakt zu den insoweit bereits verurteilten Personen gehabt zu haben und somit seiner Vorbildfunktion nicht gerecht geworden zu sein und damit dem Fußball geschadet zu haben. Strafrechtlich ist Herr Cichon in dieser Sache bislang nicht verurteilt worden.“ Cichon kündigte zudem eine ausführlichere Stellungnahme an. Im Juni 2012 war Cichon im Prozess um den größten Wettskandal der europäischen Fußball-Geschichte aufgrund von Aussagen seines früheren Osnabrücker Teamkollegen Marcel Schuon auch vor dem Landgericht Bochum angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft legt dem 131-maligen Bundesligaspieler unter anderem Beihilfe zum Betrug, Unterstützung einer kriminellen Vereinigung und zudem Steuerhinterziehung zur Last. Auch in diesem Verfahren bestreitet Cichon aktive Beteiligung an Manipulationen.

sid

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