22-Jähriger fällt wochenlang aus

Nach Brutalo-Foul an FCA-Profi Kohr: Diagnose da

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Dominik Kohr vom FC Augsburg musste auf einer Trage vom Platz gebracht werden.

Augsburg - 14 Zentimeter lange Wunde: Augsburgs Dominik Kohr fällt nach dem brutalen Foul von José Rodriguez wochenlang aus.

Als der FC Augsburg am Montag nach bangen Stunden die Diagnose für Dominik Kohr veröffentlichte, fühlte sich mancher Beobachter an Ewald Lienen erinnert. Schweres Weichteiltrauma mit tiefer, offener, circa 14 Zentimeter langer Wunde und freiliegendem Unterschenkelknochen - das klang nicht nur übel, das war es auch.

Während Lienen 1981 nach dem Horror-Foul von Norbert Siegmann trotz 25 Zentimeter langer, klaffender Risswunde am Oberschenkel nach nur 17 Tagen wieder trainieren konnte, wird Kohr wochenlang ausfallen. Vom brutalen Tritt des Mainzers José Rodriguez wurden auch Muskel und Sehnen betroffen, Kohr musste operiert werden. Die wohl einzige gute Nachricht für den 22-Jährigen: Ein Knochenbruch wurde nicht diagnostiziert.

Genaue Dauer der Zwangspause noch nicht absehbar

"Diese Verletzung ist nicht nur unnötig, sondern ganz bitter für Dominik Kohr und unsere Mannschaft", sagte FCA-Manager Stefan Reuter. Er hoffe, dass der wichtige Mittelfeldspieler "gutes Heilfleisch" habe, er sei zudem überzeugt, dass Kohr stark zurückkomme. Nur wann? Ein wochenlanger Ausfall, teilte der FCA mit sei sicher, die genaue Dauer der Zwangspause derzeit aber noch nicht absehbar. Sie hängt vom Heilungsverlauf des Muskelapparates und der Wundheilung ab. Kohr meinte, er müsse nun "geduldig" sein.

Die Bilder von Kohrs blutdurchtränktem Stutzen nach der Attacke von Rodriguez in der Nachspielzeit des Bundesligaspiels zwischen Augsburg und dem FSV Mainz 05 (1:3) erhitzten noch lange die Gemüter. FCA-Kapitän Paul Verhaegh war "unglaublich sauer", Reuter nannte das Foul eine "Frechheit", Präsident Klaus Hofmann beschimpfte den Übeltäter ("So ein A...").

FSV-Trainer Schmidt: "Das ist nicht Mainz 05"

Rodriguez entschuldigte sich noch auf dem Platz bei seinem Opfer; der Mainzer Trainer Martin Schmidt kündigte jedoch eine Geldstrafe für den Spanier (21) an. Rodriguez habe Mainz mit seiner "dummen, doofen" Aktion die Freude über den ersten Saisonsieg genommen, sagte er.

Die Stimmung im Mainzer Mannschaftsbus auf der Heimreise sei aufgrund des Vorfalls getrübt gewesen, berichtete Schmidt, der ein intensives Gespräch mit Rodriguez führte. "Das ist nicht Mainz 05", sagte er über das Foul. Schmidt gelang es jedoch, zumindest überzeugende Erklärungsansätze zu liefern. Rodriguez habe ihm wohl beweisen wollen, dass er ins Team gehöre, sagte er. Zudem sei er vom Willen beseelt gewesen, das Spiel nicht wieder - wie zuletzt gegen 1899 Hoffenheim oder St. Etienne in der Europa League - aus der Hand zu geben.

"Schwierige Situation" beim FCA vor Spiel gegen Leverkusen

Das gelang Mainz, das nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Konstantinos Stafylidis schnell zurückkam. Jhon Cordoba (7.), Yunus Malli (75.) und Yoshinori Muto (81.) sicherten mit ihren Toren den ersten Dreier. "Das war ein wichtiger Sieg, um Ruhe zu bekommen", sagte Präsident Harald Strutz, "ganz wichtig auch für Martin." Eine Trainerdiskussion wollen sie unbedingt vermeiden in Mainz.

In Augsburg gibt es diese ebenfalls (noch) nicht, obwohl Dirk Schuster auch sein zweites Heimspiel als FCA-Coach verlor. "Optimal ist es noch nicht", sagte Reuter über die Umsetzung von Schusters Ideen, "weil wir dem Gegner noch zu viele Räume geben." Schuster sprach von einer "schwierigen Situation" vor dem Spiel bei Bayer Leverkusen am Mittwoch (20.00 Uhr/Sky): "Wir müssen die Niederlage verdauen und den Ausfall von Dominik wegstecken, die Köpfe frei kriegen."

SID

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