Frankreich bangt um Bayern-Star

"Es brodelt in Ribéry": Alarm vor der WM

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Zwei Wochen vor der WM plagen Ribéry Rückenschmerzen.

Nizza - Der Rücken zwickt, der ganze Kerl ist ein Vulkan: Frankreich sorgt sich zwei Wochen vor WM-Beginn um seinen chronisch verletzten Superstar Franck Ribéry.

Der Trainer bangt, die Mitspieler drücken die Daumen und die ganze „Grande Nation“ zittert: Zwei Wochen vor dem Auftaktspiel bei der WM in Brasilien gegen Honduras sorgt sich Fußball-Frankreich um Franck Ribéry. Der Rücken des Superstars zwickt, der ganze Kerl ist ein Vulkan. „Die Situation ist sehr schwierig“, sagte Ribéry. Und Kollege Mathieu Valbuena ergänzte: „Ich kenne ihn ein bisschen und weiß, wie es in ihm brodelt. Er will endlich spielen.“ Doch Ribéry kann nicht spielen, immer noch nicht.

Am Sonntag fehlte der 31 Jahre alte Profi vom deutschen Double-Sieger Bayern München in Nizza beim WM-Test gegen Paraguay (1:1) ebenso wie fünf Tage zuvor gegen Norwegen (4:0). Nicht einmal am Aufwärmprogramm nahm Ribéry teil, tags zuvor waren in einem Krankenhaus in Paris chronische Rückenbeschwerden bei ihm diagnostiziert worden. Schon gab es erste Meldungen, wonach Ribéry für die WM ausfallen werde. Doch Trainer Didier Deschamps dementierte diese nach dem Spiel gegen Paraguay.

Zwar gebe es „nichts Neues“ in Sachen Ribéry, ließ er die bangenden Reporter wissen. Doch der Mittelfeldspieler werde dem endgültigen Aufgebot für die WM angehören. Das Ziel sei es, Ribéry bis zur Generalprobe am Sonntag in Lille gegen Jamaika fit zu bekommen. Und wenn es doch nicht klappt? Remy Cabella (HSC Montpellier) oder Alexandre Lacazette (Olympique Lyon) stünden als Nachrücker bereit, doch an dieses Szenario will Deschamps gar nicht denken. Ribéry, sagte er, sei ein „piece maitresse“, eine tragende Säule seiner Mannschaft. Diese würde ohne ihn „sehr viel verlieren“.

Das sehen auch die Kollegen so. „Wir brauchen einen Top-Franck“, sagte Blaise Matuidi, und Yohan Cabaye meinte: „Wir vermissen ihn sehr und hoffen, dass er so bald wie möglich zurückkommt.“ Stürmer Olivier Giroud erzählte, Ribéry sei regelrecht „böse“ gewesen, weil er gegen Paraguay nicht habe mitspielen können. „Er macht sich Sorgen - so kurz vor der WM, das ist nicht einfach für ihn. Wir müssen jetzt für ihn da sein“, führte Giroud weiter aus.

Erste Aufbauarbeit muss jetzt Ribérys Ehefrau Wahiba leisten, am Montag und Dienstag sollten sich die Spieler laut Deschamps bei „ihren Lieben komplett erholen. Ich werde nicht kontrollieren, was sie da machen...“

Gegen Paraguay testete Deschamps derweil Plan B ohne Ribéry. Auf dessen linker Seite kam Loïc Remy zum Einsatz, für den später Torschütze Antoine Griezmann eingewechselt wurde. „Ob ich für ihn spiele oder ein anderer - wir geben unser Bestes, um ihn zu ersetzen. Aber er bleibt ein Herzstück dieser Mannschaft“, sagte Remy.

Das Fachblatt L'Equipe beruhigte die Nation mit der Erkenntnis, „dass die Mannschaft auf dieser Position über Alternativen verfügt“. Valbuena würdigte Ribéry zwar als „großartigen Anführer“, betonte aber auch: „Wir haben viel Talent in diesem Team.“

Für Ribéry drängt die Zeit. Am 9. Juni bezieht Frankreich sein Quartier in Ribeirao Preto im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo, am 15. Juni trifft der Weltmeister von 1998 in Porto Alegre auf Honduras. In Gruppe E warten danach noch die Schweiz (20. Juni, Salvador) und Ecuador (25., Rio de Janeiro). „Der Countdown läuft“, schrieb Le Figaro, „aber es besteht wenig Hoffnung, dass er voll fit wird.“

sid

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