230 Festnahmen

Brasilien: Schwere Krawalle in Sao Paulo

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Die Bilder von den Krawallen flimmerten weltweit über die Bildschirme.

Sao Paulo - Ausschreitungen in Sao Paulo sorgten in Brasilien für Schlagzeilen. Die Vorkommnisse gaben einen möglichen Vorgeschmack auf die WM in diesem Sommer.

Die Sicherheitsdiskussion über WM-Gastgeber Brasilien ist neu aufgeflammt. Bei Protesten in der Metropole Sao Paulo, Austragungsstätte des Eröffnungsspiels zwischen Brasilien und Kroatien am 12. Juni, setzte die Polizei am Samstagabend Tränengas ein und verhaftete Hunderte Menschen. Die Bilder von den Krawallen flimmerten weltweit über die Bildschirme.

Fünf Polizisten und zwei Demonstranten wurden verletzt. Das gaben die Ordnungskräfte bekannt. Um Mitternacht twitterte die Polizei, sie habe 230 Festnahmen durchgeführt. Den brasilianischen Staat soll die Ausrichtung des Turniers rund acht Milliarden Euro kosten.

„Es wird keine Weltmeisterschaft geben“ und „WM für die Reichen, Müll für die Armen“, skandierten die Demonstranten. Sie wurden angeführt von den Aktivisten des berüchtigten Black Blocs, die schwarzgekleidet und vermummt auftraten.

Rund 1000 Menschen hatten am Samstag zunächst friedlich gegen die hohen Kosten der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 protestiert, doch dann eskalierte die Situation. Fensterscheiben gingen zu Bruch, die Demonstranten errichteten Straßensperren mit brennendem Müll.

Diese 32 Teams sind bei der WM dabei

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Wie die Protestler der Nachrichten-Agentur AFP sagten, hätten die Ausschreitungen begonnen, als die Polizei den Protestzug stoppen wollten. Die Ordnungshüter setzten neben Tränengas auch Blendgranaten ein. Die Demonstranten gaben der Polizei die Schuld für die Eskalation.

Die Wut über die überhöhten Kosten für die WM und die darauffolgenden Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro hatten schon beim Confed Cup im vergangenen Sommer die landesweiten Proteste der Bevölkerung in Brasilien befeuert. Fast tagtäglich hatte es Demonstrationen bei der WM-Generalprobe gegeben.

Aber: Knapp vier Monate vor dem Anpfiff der Fußball-WM-Endrunde (12. Juni bis 13. Juli) haben die Kundgebungen der Unzufriedenen zu Jahresbeginn neue Züge bekommen. Mit verhärteten Fronten zwischen der Black-Bloc-Gruppe und Polizei. Und vor allem nach dem Tod eines TV-Kameramanns beim Dreh von Protesten in Rio de Janeiro vor zwei Wochen.

Die Gewaltspirale mit einer härteren Gangart von Polizei und noch brutaleren Reaktionen aufseiten des Black Blocs verändert das Protestklima. Esther Solano, Professorin für Internationale Beziehungen an der Bundes-Universität von Sao Paulo, prophezeite: „Die zunehmende Gewalt und der fehlende Dialog wird die Unterstützung im Volk für die Proteste mindern.“ Die Fronten werden deshalb nicht aufweichen

sid

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