Start in die Champions League

Lehrstunde in London: „Hurri-Kane“ fegt den BVB weg

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Betretene Gesichter: Gonzalo Castro, Nuri Sahin und Adrej Jarmolenko (v. l.) bringen keine Punkte mit nach Dortmund.

Borussia Dortmund hat einen Fehlstart in die Champions League hingelegt. Bei Tottenham Hotspur lassen sich die Schwarz-Gelben gleich zweimal auskontern.

London - Bittere Wembley-Rückkehr für Borussia Dortmund, misslungenes Debüt für Peter Bosz: Beim Champions-League-Einstand seines niederländischen Trainers hat der Bundesliga-Tabellenführer durch ein 1:3 (1:2) bei Tottenham Hotspur auf dem Weg ins Achtelfinale der Königsklasse einen harten Rückschlag hinnehmen müssen. Der Druck vor dem Duell mit Titelverteidiger Real Madrid in zwei Wochen ist damit schon gewaltig.

"Wir hatten Tottenham in der ersten Halbzeit unter Kontrolle, aber schwere Fehlentscheidungen des Schiedsrichters haben das Spiel extrem beeinflusst", klagte BVB-Innenverteidiger Ömer Toprak im ZDF: "Für ein Auswärtsspiel haben wir es eigentlich sehr, sehr gut gemacht." Bosz zeigte sich "enttäuscht: Da war weit mehr für uns drin."

Heung-Min Son (4.) und Harry Kane (15., 60.) erzielten die Treffer für die Gastgeber im Wembley-Stadion, wo der achtmalige deutsche Meister vor vier Jahren eine schmerzhafte Champions-League-Finalniederlage gegen Bayern München hatte hinnehmen müssen. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Andrej Jarmolenko (11.) in einer turbulenten Anfangsphase war für die feldüberlegenen Gäste zu wenig. Spurs-Abwehrspieler Jan Vertonghen (90.+2) sah die Gelb-Rote Karte.

Zwei Überraschungen in der BVB-Startelf

Im "schwierigsten Spiel der gesamten Jahreshälfte", wie BVB-Präsident Reinhard Rauball die Partie in der Kultstätte des englischen Fußballs bezeichnet hatte, überraschte Bosz mit seiner Aufstellung. Für WM-Held Mario Götze und Gonzalo Castro brachte der 53-Jährige Mahmoud Dahoud und Shinji Kagawa. U21-Europameister Jeremy Toljan gab zudem links in der Viererkette sein BVB-Debüt, rechts offensiv spielte der ebenfalls spät verpflichtete Jarmolenko für Maximilian Philipp.

Die "Neuen" waren vor 67.343 Zuschauern direkt gefordert, es war sofort Feuer im Spiel. Der BVB war dominant, Tottenham lauerte auf Konter und ging mit dem ersten schnellen Angriff in Führung. Über drei Stationen landete der Ball beim ehemaligen Bundesligaprofi Son, bei dessen Schuss aus spitzem Winkel Torhüter Roman Bürki keine gute Figur machte. Es war bereits der siebte Pflichtspieltreffer von Son gegen die Westfalen.

Durften gleich dreimal jubeln: Ben Davies und Harry Kane (v. l.) bezwangen mit den Spurs den BVB.

Dortmund belohnt sich mit schnellem Ausgleich

Die Schwarz-Gelben zeigten sich vom frühen Rückstand aber keineswegs geschockt und behielten gegen tief stehende Gastgeber die Spielkontrolle. Verdienter Lohn war der schnelle Ausgleich durch Jarmolenko. Nach Doppelpass mit Kagawa schlenzte der ukrainische Nationalspieler den Ball sehenswert in Arjen-Robben-Manier von der Strafraumgrenze in den Winkel. Sein erstes Tor für den BVB feierte Jarmolenko mit einem Kuss auf den Unterarm.

Die Begegnung blieb intensiv, das Tempo hoch und Dortmund bei schnellen Gegenangriffen verwundbar. Tottenham-Torjäger Kane zeigte seine ganze Klasse und sorgte für die erneute Führung. Ömer Toprak, der den verletzten Marc Bartra vertrat, agierte in dieser Szene viel zu zögerlich. Allerdings hatte sich Kane zuvor äußerst robust gegen Nuri Sahin durchgesetzt, ein Pfiff des italienischen Schiedsrichters Gianluca Rocchi blieb aber aus.

Aubameyang und Pulisic verpassen Chancen

Die Schwarz-Gelben taten sich schwer, Lücken zu finden. Dem BVB-Spiel mangelte es Mitte der ersten Halbzeit an Ideen und Tempo. Pierre-Emerick Aubameyang (30.) und Christian Pulisic (36.) kamen zudem einen Schritt zu spät.

Nach dem Wechsel war Dortmund weiter bemüht, Tottenham verteidigte aber mit großer Leidenschaft und konterte gefährlich. Der englische Nationalspieler Kane (50.) und Son (51.) vergaben gute Möglichkeiten zum dritten Treffer. Auf der anderen Seite hatte Aubameyang Pech, dass sein regulärer Treffer nach Dahoud-Flanke wegen einer angeblichen Abseitsposition nicht anerkannt wurde (56.). Vier Minuten später versetzte Kane mit seinem zweiten Treffer dem BVB den nächsten Tiefschlag. Bosz reagierte und brachte Götze (66.) - es half nichts mehr.

Schuss ins Glück: Harry Kane (r.) erzielt mit links den Treffer zum 3:1.

sid

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