Nach torlosem Oktober

Fußball total: Lewandowski zerlegt den VfB

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Mit drei Treffern gegen Stuttgart hat sich Robert Lewandowski nach einem torlosen Oktober zurückgemeldet

Dortmund - Mehr Fußball, mehr Unterhaltung geht eigentlich nicht. Im Mittelpunkt der abermals begeisternden Show von Borussia Dortmund stand einmal mehr Robert Lewandowski.

Mit seinem Hattrick innerhalb von 19 Minuten sorgte der abwanderungswillige Polen für die Highlights „eines geilen Fußballspiels am Freitagabend im strömenden Regen“, so Trainer Jürgen Klopp nach dem 6:1 (2:1) gegen den bisherigen Angstgegner VfB Stuttgart. „So etwas hat man nicht so oft, deshalb sollten das alle abspeichern.“

Ebenfalls tief beeindruckt dürften die Spione des FC Arsenal mit Blick auf das richtungweisende Gruppenspiel der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ZDF) zurück nach London gereist sein und Teammanager Arsene Wenger ausführlich Bericht erstattet haben.

Standing Ovations begleiteten die Borussen nach ausgiebigen Feierlichkeiten mit den Fans in die Kabine. Immer wieder skandierten die Fans „Lewi, Lewi“, als wollten sie ihren besten Torjäger zum Verbleib über das Saisonende hinaus bekehren. Die erneuten Fragen nach seiner Zukunft beantwortete der 25-Jährige gewohnt ausweichend: „Ich möchte mit dem BVB noch viele Titel gewinnen und werde dafür mein Bestes geben.“

Lewandowski strahlte nach seinem zweiten Bundesliga-Dreierpack (54., 56 und 72.) wie ein Honigkuchenpferd und genoss die Gänsehaut-Atmosphäre in der abermals mit 80.645 Zuschauern ausverkauften Arena. Außerdem sorgte er für den ersten

Borussen-Hattrick seit Dezember 1994 (4:0 gegen den HSV). Damals traf der heutige Sportdirektor Michael Zorc dreimal.

Der polnische Nationalspieler, „ein Torjäger durch und durch, unglaublich gefährlich und körperlich präsent“ (Klopp), ist ein Teil der eindrucksvollen Dortmunder Offensiv-Maschinerie, die derzeit läuft wie geschmiert. 31 Treffer nach elf Spielen und damit im Schnitt annähernd drei pro Partie sowie sechs Siege in den bisherigen sechs Heimspielen der Saison (Einstellung des vereinsinternen Rekords) sprechen für sich.

Neun Treffer hat Lewandowski in der laufenden Spielzeit bisher erzielt, obwohl er im Monat Oktober in der Liga leer ausgegangen war. Pierre-Emerick Aubameyang gelang gegen Stuttgart bereits der siebte (81.) und Marco Reus das sechste Tor (22.). Extreme Torgefahr ist eines der größten Pfunde, die Dortmund in die Waagschale werfen kann.

Stuttgart, das durch Karim Haggui (13.) in Führung gegangen war, sah sich fast hilflos den ständigen Angriffs-Lawinen ausgesetzt. „In der zweiten Hälfte haben wir Stuttgart an die Wand gespielt, da hatte der Gegner keine Chance mehr“, sagte Nuri Sahin, und Torhüter Roman Weidenfeller ergänzte nach seinem 300. Bundesliga-Auftritt: „Und wir haben eiskalt zugeschlagen.“ Verteidiger Kevin Großkreutz brachte das Erlebte auf einen Nenner: „Wir haben eine richtig geile Mannschaft.“

Es war nicht nur das deutliche Ergebnis, sondern die Art und Weise, wie der BVB seine Angriffe zelebriert und Klopps Fußball-Philosophie unbeirrt eins zu eins umsetzt. „In der zweiten Halbzeit haben wir an Konzentration und Konsequenz richtig zugelegt, gestört hat eigentlich nur der Abpfiff. Und dass es auch für so ein Spiel dann nur drei Punkte gibt“, meinte Klopp, der seinen Vertrag zwei Tage zuvor vorzeitig um zwei Jahre bis 2018 verlängert und damit ebenfalls ein Zeichen gesetzt hatte.

Selbst VfB-Coach Thomas Schneider geriet trotz der ersten Niederlage seiner Amtszeit nach zuvor acht Liga-Spielen angesichts des Dortmunder Vollgas-Fußballs ins Schwärmen. „Es war schön anzuschauern von draußen, aber für uns bitter. Die Niederlage geht auch in der Höhe in Ordnung. Wir waren in allen Belangen unterlegen“, meinte der Nachfolger von Bruno Labbadia und nahm die Erkenntnis mit ins Ländle, dass man schon einen „Sahnetag braucht, um in Dortmund etwas mitnehmen zu können.“

SID

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