Zittern gegen Zenit

Trotz Pleite: BVB erreicht CL-Viertelfinale

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Jose Rondon (r) bejubelt sein Tor zum 1:2 mit Hulk - doch am Ende erreichte der BVB das Viertelfinale

Dortmund - Der BVB steht trotz einer glanzlosen Vorstellung zum zweiten Mal in Folge in der Runde der besten acht Mannschaften der Champions League. Und das, obwohl die Klopp-Elf eine Pleite kassierte.

Borussia Dortmund ist mit Mühe und Not in das Viertelfinale der Champions League eingezogen. Der Revierklub verlor am Mittwoch vor eigenem Publikum gegen Zenit St. Petersburg nach einer schwachen Vorstellung mit 1:2 (1:1). Nur dank des komfortablen 4:2-Polsters aus dem Hinspiel folgte der BVB damit dem FC Bayern in die Runde der besten acht in der europäischen Fußball-Königsklasse.

Nach dem 0:1 von Hulk (16. Minute) und dem 1:2 durch José Salomon Rondon (73.) kamen zwischenzeitlich Zweifel auf, dass der BVB seine scheinbar beruhigende Ausgangsposition noch verspielen könnte. Mit seinem ersten Champions-League-Treffer überhaupt erzielte Kapitän Sebastian Kehl das wertvolle 1:1 (38.) und bescherte der Borussia damit das Weiterkommen und zusätzliche Millioneneinnahmen.

„Wir haben sicher nicht unser bestes Spiel gemacht, aber wir haben das Viertelfinale der Champions League erreicht“, sagte Kehl im ZDF und bedauerte ein wenig die „bisschen trübe Stimmung“ im Stadion. „Wichtig ist: Wir sind weiter“, sagte Torjäger Robert Lewandowski.

Trotz der wenig berauschenden Vorstellung gegen Zenit St. Petersburg kann die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp bei der Auslosung an diesem Freitag nun auf weitere europäische Festtage am 1./2. und 8./9. April hoffen. In den Töpfen befinden sich klangvolle Namen wie der national enteilte Kontrahent und Titelverteidiger FC Bayern München, Schalke-Bezwinger Real Madrid, der FC Chelsea, Manchester United oder Leverkusen-Besieger Paris St. Germain. „Jetzt gibt es nur noch Hammerlose. Ein Wunschlos gibt es nicht“, sagte Kehl und betonte: „Es ist eine tolle Sache, unter den großen Acht zu sein.“

Erstmals seit 16 Jahren erreichte der BVB zum zweiten Mal in Serie die Runde der besten acht in der kontinentalen Königsklasse - im Hinspiel wird allerdings Lewandowski gelbgesperrt fehlen. Dann könnte allerdings Marco Reus wieder dabei sein. Für den Nationalspieler kam ein Comeback gegen St. Petersburg noch zu früh.

Auch ohne Reus begann die Borussia engagiert und hatte durch Pierre-Emerick Aubameyang die erste große Torchance. Nach feiner Flanke von Marcel Schmelzer verfehlte der Kopfball des Angreifers aus Gabun knapp das Ziel (5.). Die Bürde der Heimniederlage aus dem Hinspiel zwang die Russen aber natürlich zu einer offensiven Ausrichtung und mutigem Spiel nach vorne.

Ganz anders als vor drei Wochen, als St. Petersburg nach wenigen Minuten 0:2 zurück lag, erwischte Zenit diesmal einen besseren Start in die Partie. Einen Tag vor dem Amtsantritt des neuen Trainers André Villas-Boas probierte es Hulk aus 25 Metern - und überwand BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller zur frühen 1:0-Führung.

„Bislang ist erst eine Halbzeit gespielt. Mehr ist nicht passiert“, hatte Klopp noch unmittelbar vor dem Anpfiff im TV-Sender Sky vor Leichtsinn und Überheblichkeit gewarnt. Prompt passierte das, was die Dortmunder unbedingt vermeiden wollten. Das Tor verlieh den Gästen Selbstvertrauen und emotionalen Auftrieb. Dadurch bekamen die Zuschauer in Dortmund eine sehr ansehnliche erste Hälfte präsentiert.

Dortmund erspielte sich Chancen durch Lewandowski (12.) und Kevin Großkreutz (22.), der Ausgleich aber gelang Routinier Kehl. Wieder war es Schmelzer, dem eine präzise Hereingabe in den Strafraum gelang. Mit seinem wuchtigen Kopfball ließ Kehl Torwart Wjatscheslaw Malafejew keine Abwehrmöglichkeit.

Die verpatzte Generalprobe beim 1:2 gegen Mönchengladbach war den Dortmunder Protagonisten aber auch nach dem Wechsel anzumerken. Die Akteure leisteten sich eine ungewohnt hohe Fehlerquote. Es fehlte an Kreativität und Präzision. In der ersten Viertelstunden nach Wiederanpfiff passierte wenig. Auch im Anschluss hielten sich die Dortmunder Angriffsbemühungen dank des komfortablen Polsters in Grenzen. Zenit wiederum besaß lange Zeit nicht die nötige Durchschlagskraft, um die Borussia in Verlegenheit zu bringen.

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Die Dortmunder Nachlässigkeiten wurden dann aber doch bestraft. Eine Unaufmerksamkeit in der BVB-Abwehr und ein Missverständnis zwischen Weidenfeller und Mats Hummels nutzte Rondon zum 2:1. Mit etwas Glück rettete der BVB das Ergebnis über die Zeit - mit solch einer Leistung dürfte das Halbfinale aber nur schwer zu realisieren sein.

dpa

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