Rote Feier im Olympiastadion?

Hertha: Bloß keine neue Bayern-Feier in Berlin

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Bayerns Pep Guardiola verabschiedet sich nach dem Spiel von Hertha-Maskortchen Herthinho.

Berlin - Hertha gegen Bayern: Zuletzt durften die Münchner danach den Meistertitel feiern. Das wollen die Berliner diesmal verhindern. Es scheint eine schier unmögliche Mission. Doch die Motivation ist groß.

Nur nicht schon wieder! Eines wollen die Hertha-Fans unter den 76.233 am Samstag im voll besetzten Olympiastadion am allerwenigsten: Dass der FC Bayern erneut nach einem Erfolg gegen den Hauptstadtclub ausgelassen die deutsche Meisterschaft feiern kann. "Damit beschäftige ich mich nicht", wehrte Hertha-Coach Pal Dardai das Thema zwar ab. Doch sollten die Bayern gegen Hertha gewinnen und der Münchner Verfolger Borussia Dortmund zur selben Zeit beim VfB Stuttgart verlieren, wäre drei Spieltage vor dem Saison-Abschluss die Titel-Entscheidung in der Fußball-Bundesliga gefallen.

Bereits 2014 hatte das Team von Pep Guardiola mit einem 3:1 in Berlin die Meisterparty gestartet - und das schon am 27. Spieltag. Im Vorjahr war Hertha in der 30. Runde den Bayern in München nach großem Kampf 0:1 unterlegen. Am Tag danach durfte der deutsche Rekordchampion nach einer Wolfsburger Niederlage die 25. Meisterschaft feiern. Dardai möchte mit seinem Tabellen-Vierten am Samstag (15.30 Uhr/Sky) eine Party-Neuauflage gern verhindern: "Wir wollen so lange wie möglich so spielen, dass wir ihnen einen Punkt klauen, dann bleibt die Meisterschaft offen."

Für die Überraschungsmannschaft der Saison ist es kurz nach dem verlorenen Pokal-Halbfinale gegen den BVB die nächste Mission Impossible in kurzer Zeit. Denn Hertha geht nach großem Kraftaufwand in der bisher sehr erfreulichen Saison langsam die Luft aus, wie die Verantwortlichen selbst einräumten. "Wenn wir alle drei Tage gespielt haben, sind wir an unsere Grenze gekommen. Wir sind das nicht so gewohnt wie Bayern und Dortmund", meinte Manager Michael Preetz: "Es ist ein vergleichbares Spiel wie gegen Dortmund. Es wird darum gehen, sehr widerstandsfähig zu sein."

Dardai will dem Kräfteverschleiß bei der "nächsten schwierigen Aufgabe" mit einer Rotation in seiner Startelf begegnen. Valentin Stocker, Peter Pekarik, Tolga Cigerci und wohl auch Alexander Baumjohann sollen als Nachrücker gegen die übermächtig erscheinenden Bayern beginnen. Herthas Hoffnung ist, dass der Fokus des großen Kontrahenten schon jetzt mehr auf dem folgenden Champions-League-Halbfinale gegen Atlético Madrid liegt. Und dass Hertha "schon bessere Auftritte gegen Spitzenmannschaften zeigen konnte" als zuletzt gegen Dortmund, bemerkte Manager Preetz.

Zudem ist die Motivation, erstmals seit sieben Jahren wieder einen Platz in Fußball-Europa zu erreichen, groß im blau-weißen Lager. Holt Hertha einen Punkt und der Tabellen-Achte Wolfsburg patzt gegen Augsburg, wäre schon die Europa League perfekt. "Wir sind alle Sportler. Wenn wir oben stehen, versuchen wir natürlich, den Platz zu verteidigen. Wir wissen, was wir für ein Programm haben, aber wir haben es selbst in der Hand", betonte Dardai. Nach Bayern warten noch Leverkusen (auswärts), Darmstadt (heim) und Mainz (auswärts). "Da müssen wir punkten", sagte der 40-Jährige.

dpa

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