Winter-WM nicht nur 2022?

Blatter: Katar-Wahl könnte Fehler sein

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Joseph Blatter

Berlin - FIFA-Präsident Joseph Blatter hat erneut eingeräumt, dass die Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar falsch gewesen sein könnte.

 „Es kann gut sein, dass wir einen Fehler gemacht haben“, sagte der Chef des Fußball-Weltverbandes in einem Interview bei insideworldfootball.com. Blatter ist auch IOC-Mitglied und weilt derzeit bei der Session des Internationalen Olympischen Komitees in Buenos Aires.

Der Schweizer unterstützt mittlerweile eine Verlegung der WM in den Winter, als möglicher Termin gelten der November und Dezember 2022. Darüber muss die FIFA-Exekutive entscheiden, die nächste Sitzung findet am 3. und 4. Oktober statt. Die Ligen müssten für eine Verlegung ihre Spielpläne umstellen. Dies trifft besonders in der englischen Premier League auf Widerstand.

Blatter hält es für denkbar, auch weitere Weltmeisterschaften in den europäischen Wintermonaten auszutragen. „Wenn wir starr am Status quo festhalten, kann eine WM nie in Ländern gespielt werden, die südlich des Äquators oder am Äquator liegen. Wir diskriminieren automatisch Länder, die eine andere Saison haben als wir in Europa“, sagte Blatter. „Es ist höchste Zeit, dass Europa zu verstehen beginnt, dass wir nicht mehr die Welt regieren, und einige frühere europäische Imperialmächte können anderen in weit entfernten Orten nicht mehr ihren Willen aufzwingen.“

EPFL warnt FIFA vor hastiger Entscheidung

Der Verband europäischer professioneller Fußballligen (EPFL) hat den Weltverband FIFA in der Frage einer möglichen Verlegung der WM 2022 in Katar vor einer „hastigen“ und unüberlegten Entscheidung gewarnt. Die FIFA müsse zahlreiche Aspekte beachten und sich bei der Entscheidungsfindung vor allem Zeit lassen, heißt es in einem Schreiben der EPFL. Eine Entscheidung durch das FIFA-Exekutivkomitee bereits am 3./4. Oktober hält die EPFL ganz offensichtlich für verfrüht.

Die EPFL vereint 21 Ligaverbände aus europäischen Eliteligen, darunter die Deutsche Fußball Liga (DFL) sowie die Verbände aus England, Spanien, Italien und Frankreich. Die Entscheidung für oder gegen eine Verlegung der WM in Katar in die Wintermonate müsse unter Einbeziehung aller Betroffener und auf Basis einer fundierten medizinischen Einschätzung getroffen werden, hieß es.

Vor einer Entscheidung müssten überdies mögliche Auswirkungen des im Falle einer WM-Verlegung notwendigen Umbaus des internationalen Spielkalenders betrachtet werden. Hierbei sei zu beachten, dass die WM dann möglicherweise mit anderen Großveranstaltungen wie den Olympischen Winterspielen 2022 konkurrieren müsse. All diese Punkte veranschaulichten „die Komplexität“ der Angelegenheit, schrieb die EPFL weiter. Die Vereinigung legte Wert auf die Feststellung, dass sie der Diskussion „ohne Vorurteile“ gegenüberstehe.

Blatter hatte sich zuletzt für eine Verlegung der WM in den Herbst/Winter 2022 (November/Dezember) stark gemacht. In der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wird von Präsident Michel Platini dagegen ein Termin im Januar 2022 favorisiert.

dpa/sid

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