Podolski: Verstecken nicht möglich

DFB-Manager Bierhoff reagiert auf Brüssel-Terror

+
DFB-Teammanager Oliver Bierhoff äußet sich vor dem Grand Hyatt Hotel in Berlin zu den Anschlägen in Brüssel.

Berlin - Die Vorbereitung der Nationalmannschaft auf die ersten Länderspiele nach der schlimmen Nacht von Paris werden gleich wieder vom Terror überlagert. Die "Angst" wird zum ständigen Begleiter Richtung EM.

Der Start der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in das EM-Jahr wird nach den Terroranschlägen in Brüssel gleich wieder vom Thema Sicherheit überlagert. "Wir werden uns natürlich als Sportliche Leitung zusammensetzen und überlegen, wie wir damit auf die Mannschaft zugehen", sagte Teammanager Oliver Bierhoff am Dienstag nach seiner Ankunft am DFB-Quartier in Berlin. Man müsse sehen, wie jeder einzelne Spieler auf die Ereignisse reagiere.

Vor dem Treffpunkt der 26 von Bundestrainer Joachim Löw für die Länderspiele gegen England und Italien nominierten Akteure wurde die Polizeipräsenz rund um das DFB-Teamhotel sichtbar erhöht. "Es wird mit Sicherheit ein Thema sein, das die Spieler nach den Ereignissen von Paris auch beschäftigen wird", sagte Bierhoff in Erinnerung an das von Anschlägen überschattete Länderspiel der deutschen Mannschaft im vergangenen November gegen EM-Gastgeber Frankreich.

"Wenn man selbst beteiligt war, weiß man, wie es den Leuten dort (in Brüssel) jetzt geht", sagte Weltmeister Shkodran Mustafi. "Ich glaube, jeder Mensch hat Angst. Man muss lernen, mit dieser Angst umzugehen", sagte der 23 Jahre alte Abwehrspieler.

"Man kann sich nicht verstecken, man kann nicht sein ganzes Leben ändern", sagte Lukas Podolski nach der Ankunft am Hotel. Der Profi von Galatasaray Istanbul sah sich zuletzt in der Türkei bei Anschlägen in Ankara und Istanbul erneut mit dem Terror konfrontiert. "Das ist jetzt eine schwierige Situation", sagte er zur Lage in seiner aktuellen Wahlheimat Istanbul.

Beim Länderspiel der DFB-Auswahl im vergangenen November in Paris gegen EM-Gastgeber Frankreich waren bei mehreren Terrorakten 130 Menschen getötet worden. Auch das Stade de France war damals ein Ziel der Terroristen gewesen. Außerhalb kam es damals zu Explosionen. Das DFB-Team um Kapitän Bastian Schweinsteiger verbrachte die komplette Nacht nach dem Freundschaftsspiel in dem EM-Endspielstadion. Das anschließende Länderspiel in Hannover gegen die Niederlande musste kurz vor dem Anpfiff wegen Sicherheitsbedenken abgesagt werden.

Explosionen in Brüssel: Eine Stadt steht unter Schock

Explosionen in Brüssel: Eine Stadt steht unter Schock

"Es ist ein Thema, das uns in den letzten Wochen und Monaten immer wieder trifft und beschäftigt", sagte Bierhoff zur Terrorgefahr: "Und es beschäftigt uns natürlich auch in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft." Die DFB-Auswahl wird im Juni beim Turnier in Frankreich bereits zu zwei Gruppenspielen nach Paris zurückkehren.

Bierhoff setzt Vertrauen in die verschiedenen Sicherheitsbehörden. Der Sicherheitsbeauftragte des DFB, Hendrik Große-Lefert, mache alles Mögliche. Das gelte für die anstehenden Länderspiele ebenso wie für die Vorbereitung auf die Europameisterschaft. Man versuche, alles auszuschließen, aber das sei nicht immer möglich, sagte Bierhoff. "Aber man muss am Ende sagen, dass man die besten Voraussetzungen schafft, dass nichts passieren kann."

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Xi Jinping träumt von China als Weltmacht

Xi Jinping träumt von China als Weltmacht

Steinmeier: RAF-Täter sollen Schweigen brechen

Steinmeier: RAF-Täter sollen Schweigen brechen

Meistgelesene Artikel

UEFA Nations League: DFB-Team vor attraktiven Aufgaben

UEFA Nations League: DFB-Team vor attraktiven Aufgaben

Zorc nervt Piszczeks Länderspiel-Verletzung: "Das kotzt mich an"

Zorc nervt Piszczeks Länderspiel-Verletzung: "Das kotzt mich an"

Dagegen ist Jupp noch jung: Diese Alt-Trainer coachen noch immer

Dagegen ist Jupp noch jung: Diese Alt-Trainer coachen noch immer

Vor Dortmund - Leipzig: BVB-Ultras rufen zu Protestmarsch auf

Vor Dortmund - Leipzig: BVB-Ultras rufen zu Protestmarsch auf

Kommentare