Berlins Sportsenator im Interview

"Berlin ist auch im Sport die Hauptstadt"

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Frank Henkel (CDU).

Berlin - Berlin ist stolz, am Samstag erstmals das Champions-League-Finale auszutragen. Wo die Herausforderungen liegen, verrät Berlins Sportsenator Frank Henkel (CDU). Das Interview.

Berlin ist stolz, am Samstag erstmals das Finale der Champions League auszutragen. Die Hauptstadt setzt auf die Kaufkraft der vielen Besucher, steht aber beim Transport vor großen Herausforderungen, wie Berlins Sportsenator Frank Henkel (CDU) im Interview einräumte.

Herr Henkel, erstmals findet ein Champions-League-Finale in Berlin statt. Was bedeutet das Spiel für die Stadt?

Henkel: Als weltweit drittgrößte Fußball-Veranstaltung nach der WM und EM ist es ein Sportevent von weltweiter Bedeutung und Aufmerksamkeit. Es wird - und das nicht nur wegen der Live-Übertragung in zahlreiche Länder - Berlins Bedeutung als Ort für nationale und internationale Sportgroßveranstaltungen weiter steigern.

Wie lange musste Berlin um dieses Finale kämpfen?

Henkel: 2002 hat sich Berlin erstmalig um die Ausrichtung eines Champions League-Finales für die Jahre 2004 oder 2005 beworben. Es folgten mehrfache Bewerbungen, zuletzt für das Finale 2011. Als dann die UEFA am 23. Mai 2013 offiziell verkündet hat, dass sie die Ausrichtung der Finale der Männer und Frauen im Jahr 2015 nach Berlin vergibt, waren wir stolz.

Das Finale spült viel Geld in die Stadt und steigert den Imagewert. Können Sie den Nutzwert beziffern?

Henkel: Der volkswirtschaftliche Gewinn ist auf keinen Fall zu unterschätzen. Die Mannschaften, die Delegationen von UEFA und DFB, Medienvertreter sowie die vielen Zuschauer werden den Tag oder das ganze Wochenende in Berlin verbringen. Sie werden unsere attraktive und gastfreundliche Stadt erleben und natürlich auch zusätzliche Kaufkraft nach Berlin bringen. Auch die Erfahrungen aus München betätigen das. Dort war rund um das Champions League Finale 2012 für den Großraum München ein Plus für die Wirtschaft von rund 52 Millionen Euro zu verzeichnen.

Wie hoch sind die Kosten für die Stadt?

Henkel: Für die Herrichtung des Olympiastadions trägt Berlin anteilig 293.000 Euro. Die übrigen Kosten für das Olympiastadion in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro teilen sich die UEFA, der Deutsche Fußball-Bund und die Olympiastadion Berlin GmbH. Des Weiteren werden Mittel für die erforderlichen Maßnahmen im Olympiapark von 1, 75 Millionen Euro aus Berliner Haushaltsmitteln bereitgestellt. Außerdem werden vom Land Berlin weitere 1,1 Millionen Euro für Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit sowie für temporäre Maßnahmen am Flughafen Schönefeld zur Kapazitätserweiterung der Abfertigungs- und Kontrolleinrichtungen wegen der seitens der UEFA geforderten Fantrennung zur Verfügung gestellt.

Noch in der Nacht werden bis zu 30.000 Fans aus Berlin ausfliegen. Deshalb wurde das Nachtflugverbot in Schönefeld gekippt. Ist der Lärm den Bürgern zuzumuten?

Henkel: Es ist eine einmalige Sache und deshalb hoffe ich auf das Verständnis der Anwohnerinnen und Anwohner. Vor allem da die Fangruppen erst nach Spielende noch zum Flughafen gefahren werden und so die Hauptbelastung in den späteren Nachtstunden und am frühen Morgen liegen wird.

Gibt es rund um das Champions-League-Finale auch noch Überraschungen?

Henkel: Im Olympiastadion wird es eine Eröffnungsfeier geben und die obligatorische Siegesfeier mit Übergabe des Champions-League-Pokals an den Gewinner. Beim Rahmenprogramm am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni, dem Champions Festival, das von der UEFA organisiert wird, werden lokale Bands das Bühnenprogramm mitgestalten. Auch sportlich wird einiges geboten.

Bietet das Finale für die Stadt auch ein wenig Glanz, das durch die verlorene Olympia-Bewerbung verloren wurde?

Henkel: Berlin hat auf keinen Fall an Glanz verloren. Berlin ist auch die Hauptstadt des Sports. Jedes Jahr werden hier zahlreiche Sportwettkämpfe ausgetragen. Wir werden national und international von Sportlern, Verbänden und Zuschauern als weltoffene und gastfreundliche Metropole geschätzt - vor allem auch für unsere Veranstaltungskompetenz.

sid

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