WM 2022

"Kaiser" über Katar: "Wer mault, bleibt zuhause"

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Franz Beckenbauer kann die Aufregung um die WM in Katar nicht nachvollziehen.

Berlin - Franz Beckenbauer hat sich erneut zur Problematik der Fußball-WM 2022 in Katar geäußert und zur Frage, ob im Sommer oder Winter gespielt werden soll, klar Stellung bezogen.

„Dort spielt Geld keine Rolle, die bekommen beides hin, Sommer oder Winter. Und ich finde, wenn einer mault, dann bleibt er zu Hause, dann findet die WM eben ohne ihn statt“, sagte der Fußball-Kaiser in einem Interview in der Tageszeitung Die Welt.

Es werde viel diskutiert. Die einfachste Lösung sei, im Winter zu spielen, so der 68-Jährige weiter. Man habe acht Jahre Zeit, sich darauf vorzubereiten und das eine Jahr die Ligen ein bisschen anders spielen zu lassen. Oder man nehme den Vorschlag des Emirs an und kühlt die Stadien im Sommer runter.

„Ich war ein paar Mal beim Emir zu Hause. Die Katarer sind voller Begeisterung für die WM. Das Einzige, was sie nicht kontrollieren können, ist das Wetter, und im Juni, Juli ist es nun mal heiß. Aber ihnen ist es letztendlich wurscht, wann die WM stattfindet“, äußerte Beckenbauer.

Mit etwas Energie und Willensstärke kannst du alles schaffen

Bei der bevorstehenden WM im Sommer in Brasilien werde es bezüglich der Temperaturen keine Probleme geben. „Die WM findet im südamerikanischen Winter statt. Da ist es im Norden sicher heiß, zum Beispiel in Manaus. Aber im Süden nicht. In Rio oder Sao Paulo sind angenehme Temperaturen“, meinte Beckenbauer, der glaubt, dass dies in der DFB-Auswahl kein Thema ist.

„Bei uns ist es im Sommer doch auch mal 25 bis 30 Grad. Heißer wird es da drüben auch nicht werden. Mit etwas Energie und Willensstärke kannst du alles schaffen“, sagte der Weltmeister von 1974. Außerdem glaubt der Ehrenspielführer des Nationalteams, das Deutschland reif ist für den Titel, denn „ich wüsste keine Mannschaft, die besser ist“.

Die Bundesliga sieht Beckenbauer trotz der Dominanz von Tabellenführer Bayern München keineswegs langweilig und verweist auf den Kampf um die Champions-League-, Europa-League-Plätze und gegen den Abstieg. Die Frage, ob er die Bayern auch in den nächsten fünf Jahren als Meister sehe, antwortete Beckenbauer: „Es wird sicher auch in Zukunft schwierig sein, den FC Bayern zu besiegen. Wenn sie sich weiter so kontinuierlich verstärken - und das werden sie -, dann dürfte es keinen anderen Meister geben.“

Im Bayern-Kader prophezeit Beckenbauer durch den Wechsel von Dortmunds Torjäger Robert Lewandowski im Sommer das Ende der Ära von Mario Mandzukic. „Ich glaube, Lewandowski wird einschlagen. Er passt mit seinem mitspielenden Stil eher zu Guardiolas Spielweise als Mandzukic, der ja ein reiner Mittelstürmer ist.“

Dennoch sieht die deutsche Fußball-Lichtgestalt durchaus ernstzunehmende Konkurrenz für den Triple-Gewinner: „Die Dortmunder werden sich die Alleinherrschaft der Bayern nicht gefallen lassen. Auch der VfL Wolfsburg rüstet auf. Das wird zwar in den nächsten Jahren noch nicht reichen, aber ich könnte mir vorstellen, dass sie dann den ein oder anderen in der Spitze ablösen können. Sie haben die finanziellen Möglichkeiten, irgendwann einen Wechsel zu forcieren.“

Beckenbauer zeigt sich darüber hinaus irritiert über das Echo, welches das Quting des ehemaligen Nationalspielers Thomas Hitzlsperger auslöste. „Ich kenne viele Schwule, aber mich interessiert nicht, ob derjenige schwul ist. Mich interessiert der Mensch und nicht seine sexuelle Ausrichtung. Ich finde es schon diskriminierend, wenn ich höre, dass sich jemand “outet'. Warum ist das etwas Besonderes und nicht etwas Selbstverständliches?"

sid

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