Endspiel in Berlin

FCB gegen VfB: "Viel, viel mehr als ein Pokalfinale"

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Wer wird DFB-Pokalsieger 2013?

Berlin - Krönung im „deutschen Wembley“: Eine Woche nach dem Triumph von London will Bayern München im DFB-Pokal-Finale das Triple perfekt machen. Doch Außenseiter VfB Stuttgart glaubt an seine Chance.

Das historische Triple lockt, und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge fordert die Champions-League-Sieger von Bayern München auf: „Macht euch unsterblich!“ Eine Woche nach dem Triumph im Londoner Original ist das DFB-Pokal-Endspiel im „deutschen Wembley“ gegen den krassen Außenseiter VfB Stuttgart für den Rekordsieger „viel, viel mehr als ein Pokalfinale“, wie Sportvorstand Matthias Sammer verdeutlicht. Die Mannschaft um Kapitän Philipp Lahm könne am Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) im Berliner Olympiastadion „an die Spitze treten“ - und sich über Legenden wie Franz Beckenbauer erheben. Kein Wunder, dass der VfB sich da in Sarkasmus flüchtet: „Wir haben überlegt, ob wir überhaupt antreten sollen“, sagt VfB-Coach Bruno Labbadia.

Meiterschaft, Königsklasse und Pokal - dieser Dreifach-Triumph ist noch keiner deutschen Mannschaft geglückt. Mit dem 2:1 im Endspiel der Champions League gegen Borussia Dortmund in London hat sich die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes laut Rummenigge schon „in die Geschichtsbücher eingetragen“. Nun könne sie sich vor 74. 244 Zuschauern mit dem 16. Cup-Sieg „unsterblich machen“ und Heynckes in dessen letztem Spiel den perfekten Abschied bescheren. „Wir wollen diesen Pokal auch für ihn gewinnen“, sagt Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger. Heynckes könnte wie Labbadia der vierte im Pokal erfolgreiche Profi sein, der den Pott auch als Coach holt. „Wir sind alle gierig!“, versicherte er am Freitagnachmittag in Berlin.

Diese „historische Chance“, fordert Sammer, „müssen wir beim Schopfe packen.“ Dafür haben die Helden die große Feier am Sonntag nach der Rückkehr aus England abgesagt, dafür wollen sie im 53. und letzten Pflichtspiel der Saison (Stuttgart: 52) die letzten Kräfte mobilisieren. Ob Rummenigge, Sammer oder Heynckes: in keiner Aussage der Bayern fehlt der Hinweis auf die Geschichte, das „Unerreichte“ (Rummenigge). Der Pokalsieg, den der erfolgsverwöhnte „FC Ruhmreich“ mitunter im Vorbeigehen registriert, „hat für uns extrem an Bedeutung gewonnen“, sagt Stürmer Thomas Müller.

Historisch ist auch das Datum, an dem die Bayern das einzige ihrer neun Pokal-Duelle mit dem VfB verloren: Am 9. November 1989, dem Tag des Mauerfalls, unterlagen sie den Schwaben 0:3. Sonst gab es nur Siege, darunter im Finale 1986 (5:2). In dieser Spielzeit beherrschten die Bayern ihren Gegner beim 6:1 und 2:0 fast nach Belieben. Rummenigge warnte davor, „dass man glaubt, jetzt komme der vermeintlich leichte Part und man könne den VfB locker schlagen“.

Die Stimmen der Bayern vor dem Abflug nach Berlin

Der Weg des FC Bayern und des VfB ins DFB-Pokal-Finale

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Sorge davor, „dass unsere Mannschaft Larifari veranstaltet“, hat Rummenigge gleichwohl nicht. Zu gierig stellte diese sich in diesen Tagen vor. Ein letzter Motivationsschub war es für die Bayern, dass der brasilianische Verband ihnen Abwehrchef Dante und Luiz Gustavo „klaute“. Beide wurden zur Selecao beordert, um den Confed-Cup (15. bis 30. Juni) zu spielen - für Rummenigge „unmenschlich“. Der FCB werde „auch für die zwei alles in die Waagschale werfen“. Vertreten wird Dante durch Daniel van Buyten. Heynckes ist sicher, dass der Belgier seine Aufgabe „sehr gut, sehr souverän“ lösen wird.

Labbadia schwant deshalb: „Hoch werden wir nicht gewinnen.“ Doch nicht zuletzt Rummenigge hat den Ehrgeiz des Underdogs geweckt, auch wenn dieser das nicht zugeben will. Die Aussage des Bayern-Bosses in London, der FC Bayern habe auch noch „mit 1,8 Promille“ eine Chance, fand Sportvorstand Fredi Bobic „respektlos“. Bayern-Kapitän Philipp Lahm bezifferte den Alkoholpegel am Freitag auf „Nullkommanull“, und Labbadia verzichtete auf einen Konter. „Wir haben doch schon genug Zirkus, da braucht es keine gewollten Wortgefechte.“

Die DFB-Pokal-Sieger seit 1985

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Der Tabellen-Zwölfte, der in einer missratenen Saison 48 Punkte weniger sammelte als der FCB, hat gehörigen Respekt. Labbadia nennt die Münchner „gnadenlos“ und meint, der „kleine Fahrzeughersteller“ vom Neckar könne sich „nicht mit Mercedes-Benz vergleichen“. Es solle aber bitteschön keiner auf die Idee kommen, dass sich der dreimalige Pokalsieger vor dem „FC Übermacht“ in die Hosen mache, betont Bobic. „Wer Angst hat, sollte golfen gehen.“

Bei der Anreise hatte der VfB die Nase vorn, bereits am Donnerstag bezogen sie ihr Quartier Schlosshotel Grunewald, wo die DFB-Elf bei der WM 2006 logierte. Die Bayern kamen Freitagmittag, sie wohnen im Hotel Regent in Mitte.

Dass es für Stuttgart 16 Jahre nach dem letzten Coup wieder mal klappt, glaubt indes nicht einmal der Mann, der den Pott damals nach Schwaben holte. „Die Bayern sind der große Favorit, da wird der VfB Probleme bekommen“, sagt Bundestrainer Joachim Löw. Allerdings, das weiß auch Löw: „Es gewinnt nicht immer automatisch der Favorit.“

SID

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