Nur Löw kann es auflösen

Verwirrung um Kießling und die WM-Option

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Stefan Kießling.

Leverkusen - Chancen in der Nationalelf unter Joachim Löw sieht Stefan Kießling eigentlich nicht mehr. Der Bundestrainer hält sich eine Einladung offen - das alles sorgt für kräftig Verwirrung.

Stefan Kießling ist bei dem Thema nur noch genervt, endgültig zuschlagen aber will der Leverkusener Topstürmer das Kapitel Nationalmannschaft nicht. Eine Teilnahme an der WM 2014 im Fußball-Land Brasilien bleibt für Kießling eine Option, auch wenn er derzeit nicht an eine Comeback-Chance im Adler-Trikot glaubt: „Ich komme super damit zurecht, nicht mehr eingeladen zu werden.“

In einem Interview mit dem „Kicker“ (Montag) machte Kießling nun aber deutlich, dass er von sich aus das Kapitel Nationalelf nicht endgültig beenden will. „Und sollte vor der WM Not am Mann sein und jemand auf die Idee kommen, ich könne helfen, dann bin ich der Letzte, der eine Mannschaft im Stich lässt“, erklärte der sechsmalige Nationalspieler. Eine gleichlautende Aussage von Kießling hat auch die „Bild“-Zeitung widergegeben.

Löw hält sich bedeckt

Dass Bundestrainer Joachim Löw auf ihn verzichte, sei „total okay“, erklärte der 29-Jährige nach seinem 100. Bundesliga-Tor für Bayer Leverkusen am Wochenende. Löw selbst hält sich vor den nächsten WM-Qualifikationsspielen gegen Österreich am 6. September in München sowie vier Tage später auswärts gegen die Färöer bei der Personalie Kießling wie schon in anderen Fällen zuvor öffentlich zurück, wollte eine Einladung aber offiziell auch nicht ausschließen.

Die Tendenz ist allerdings klar. „Ich habe immer gesagt, dass Miroslav Klose und Mario Gomez, wenn sie fit sind, unsere erste Wahl sind“, bekräftigte Löw. Zudem hat der Neu-Gladbacher Max Kruse auf der jüngsten Länderspielreise in die USA als Angriffs-Alternative Pluspunkte beim DFB-Chefcoach gesammelt.

Löws deutliche Zurückhaltung ist natürlich auch Kießling, der letztmals im kleinen WM-Finale 2010 gegen Uruguay (3:2) für Deutschland aufgelaufen war, in den vergangenen drei Jahren nicht entgangen. Deshalb geht Kießling davon aus, „dass ich nicht eingeladen werde, solange der Bundestrainer Joachim Löw heißt“: Den Nationalspieler Kießling werde es „unter Löw nicht mehr geben“.

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Nicht nur diese Aussagen stiftete einige Verwirrung. Auf seiner Facebook-Seite schrieb Kießling an seine rund 45 000 persönlichen Fans: „Seit drei Jahren gab es nie irgendeinen Kontakt oder ein Gespräch, warum es nicht für die Nationalmannschaft reicht. Ich bin kein Typ, der stänkert, aber ich möchte ein für alle Mal das Thema ruhen lassen.“ Ruhen lassen, aber nicht abschließen.

So lange der Torschützenkönig der Vorsaison trifft und trifft, wird das Thema weiter köcheln. Auflösen kann dies letztlich nur der Bundestrainer, doch auch der will mit Blick auf Brasilien im kommenden Jahr Kießling noch nicht endgültig absagen. Klose ist bei der WM 36 Jahre alt, Gomez muss sich in dieser Saison als Italien-Legionär neu beweisen. Verletzungen wie jüngst bei „Ersatzstürmer“ Mario Gomez sind nicht vorherzusagen.

So bleibt Kießling wohl nur das Warten auf eine Notlage im DFB-Team. „Aber bis dahin gilt meine volle Konzentration Bayer Leverkusen“, betonte der Stürmer. Die immer gleichen Fragen nach der Nationalmannschaft nach jedem Tor will er sich nicht mehr antun. „Ich möchte eigentlich nur jetzt endlich mal den Druck abnehmen, dass es nicht immer und immer wieder aufkommt“, postete Kießling. Es wird ihm nur schwer gelingen.

dpa

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