Jahrhundertprojekt

DFB baut "einzigartiges" Leistungszentrum

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DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (links) und Frankfurts OB Peter Feldmann nach der Vertragsunterzeichnung.

Frankfurt/Main - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) errichtet sein Leistungszentrum erwartungsgemäß in Frankfurt und sieht sich mit dem kommenden Prachtbau für die Zukunft bestens aufgestellt.

Es hatte eine gewisse Symbolik, als DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im festlichen Kaisersaal des Frankfurter Römer seine Unterschrift unter das „Jahrhundertprojekt“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) setzte. Die Bilder von 52 römisch-deutschen Kaiser hängen an der Wand, „vor historischen Zeugen“ also, sagte Niersbach, wurde der Bau des neuen DFB-Leistungszentrums in Frankfurt/Main besiegelt: „Hier soll etwas entstehen, was einzigartig in der Welt ist.“

Bis Ende 2018 soll auf dem Gelände der bisherigen Galopprennbahn im Stadtteil Niederrad eine „Akademie“ entstehen, in der „alles unter einem Dach gebündelt wird, von der Eliteförderung bis hin zum Service für unsere Regional- und Landesverbände. Wir werden hier den DFB der Zukunft bauen“, sagte Niersbach, der von „Chancen für die Entwicklung des deutschen Fußballs“ sprach, „die wir mit aller Entschlossenheit und Überzeugung nutzen wollen“.

Mit dem rund 50 Millionen Euro teuren Neubau, der Anfang 2017 beginnen soll, einher geht der Umzug des Verbandes aus dem Stadtwald 1,8 Kilometer Luftlinie Richtung Norden. Die neue DFB-Zentrale wird voraussichtlich weitere zehn Millionen Euro kosten, in dem bisherigen Bürogebäude arbeiten zirka 200 Mitarbeiter. „Unser Anspruch muss es sein, uns ständig weiterzuentwickeln. Wir bekommen jetzt nicht nur ein Zentrum für die Nationalmannschaften, sondern eine Heimat für den gesamten Fußball“, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der das Projekt 2009 angestoßen und forciert hatte: „Es ist ein historisch bedeutender Moment für den deutschen Fußball.“

Kredite sind nicht nötig

Das Leistungszentrum, für das sich auch andere Städte beworben hatten, soll unter anderem mehrere Fußballplätze, ein Fitness- und Reha-Zentrum sowie Laufstrecken und Medieneinrichtungen umfassen. Genutzt werden soll es von allen Nationalmannschaften, für die Ausbildung der Bundesliga-Trainer, die bisher in Köln stattfindet, und der Spitzenschiedsrichter.

Auf diesem Gelände entsteht das neue DFB-Leistungszentrum.

Erst im vergangenen Jahr hatte Niersbach von einem „Zukunftsprojekt“ gesprochen, über das nicht „vor der WM in Brasilien“ entschieden werde - durch das offenbar unschlagbare Angebot der Stadt Frankfurt wurden deutlich früher Nägel mit Köpfen gemacht. Die hohen Kosten dürfte der weltgrößte Fußballverband über die kommenden Jahre leicht stemmen können. Nach SID-Informationen liegt das DFB-Jahresbudget zwischen 150 und 160 Millionen Euro. Der DFB versicherte, dank der Rücklagen nicht den „Kreditmarkt“ in Anspruch nehmen zu müssen.

Wohl auch aus Angst, den DFB als Aushängeschild mittelfristig verlieren zu können, bot Frankfurt das Gelände in Erbpacht an, die lastenfreie Übergabe des Grundstücks ist für den 1. Januar 2016 terminiert. „Wir betrachten uns als Heimathafen für den deutschen Fußball und wollen dies auch bleiben“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann: „Es ist eine Win-Win-Situation für den DFB, die Stadt und die Menschen in Niederrad. Für Frankfurt ist es ein großer Imagegewinn.“

Löw: "Emotionale Heimat der deutschen Nationalmannschaften"

Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich begeistert: „Aus Gesprächen mit meinen Kollegen in England und Frankreich weiß ich, wie sehr auch die A-Teams von einer zentralen Akademie profitieren. Neben dem trainingstechnischen Mehrwert und den vielen Entwicklungspotenzialen sehe ich das Kompetenzzentrum auch als emotionale Heimat der deutschen Nationalmannschaften, als einen Ort, der Verbundenheit schafft und die gegenseitige Identifikation der Auswahlmannschaften stärkt.“

Mit der Entscheidung für das insgesamt 32 Hektar große Gelände, auf dem der DFB 15 Hektar bebauen wird, verdrängt der Verbandsriese den bisherigen Nutzer allerdings gegen dessen Willen. Das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen zeigte sich bereits „entsetzt, dass die Galopprennbahn geopfert werden soll“. Erst im vergangenen Jahr wurde in Niederrad das 150-jährige Bestehen gefeiert. Niersbach betonte: „Ich möchte dem Eindruck entgegentreten, dass der Fußball alle anderen Sportarten - hier speziell den Pferdesport - verdrängt.“ Erst als das Angebot der Stadt kam, habe sich der DFB mit diesem Standort befasst.

SID

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