Ausnahme genehmigt, Grindel dagegen

UEFA: Gesperrter Platini darf sich verabschieden

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In Griechenland wird der NAchfolger von Michel Platini gewählt.

Athen/Frankfurt/Main - Der gefallene UEFA-Präsident Michel Platini darf sich trotz seiner Sperre beim Kongress der Europäischen Fußball-Union in Athen verabschieden. DFB-Präsident Reinhard Grindel ist dagegen.

Mit deutlicher Kritik hat DFB-Präsident Reinhard Grindel auf die Redeerlaubnis für den gesperrten UEFA-Chef Michel Platini beim Kongress in Athen reagiert. „Der UEFA-Kongress muss geprägt sein vom Programm des neuen Präsidenten und nicht von den Fehlern seines Vorgängers“, sagte Grindel am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Kurz zuvor hatte die zuständige Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes dem Franzosen trotz seiner Ethiksperre erlaubt, vor den UEFA-Delegierten am Mittwoch zu sprechen. Dies hatte Platini als seinen Wunsch formuliert. Er wolle sich anständig von den ehemaligen Kollegen verabschieden. „Ich hätte mir gewünscht, dass Michel Platini auf einen Auftritt verzichtet. Dieser Kongress muss in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit gerichtet sein“, sagte Grindel.

Mit Rede-Erlaubnis: Präzedenzfall Platini

Die Ethikregularien sehen bei Sperren eigentlich einen Bann von allen Fußball-Aktivitäten vor. Mit der Redeerlaubnis für Platini vor den UEFA-Delegierten wird somit ein Präzedenzfall geschaffen. In Athen kürt die UEFA den Nachfolger Platinis, der den Verband seit 2007 angeführt hatte.

Bis heute wird der Franzose noch als UEFA-Chef auf der Homepage geführt. Einen Interimschef hatte der Verband nicht bestellt. Formal führte Vize-Präsident Angel Maria Villar Llona die Geschäfte. Der Spanier hatte seine Kandidatur als möglicher Platini-Nachfolger in der Vorwoche zurückgezogen. In Athen stehen der vom DFB unterstützte Slowene Aleksander Ceferin und Michael von Praag aus den Niederlanden zur Wahl.

Sperre war auf vier Jahre reduziert worden

Platini war wegen seiner Verbannung von allen Fußball-Aktivitäten im Mai zurückgetreten. Zuvor hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS seine Sperre lediglich von sechs auf vier Jahre reduziert. Der Vorwurf einer unlauteren Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken vom ehemaligen FIFA-Chef Joseph Blatter aus dem Jahr 2011 blieb allerdings bestehen. Platini beharrt darauf, dass dies eine reguläre Gehaltsnachzahlung aus seiner Beratertätigkeit für Blatter um die Jahrtausendwende gewesen sei.

Die FIFA-Ethiker hatten Platini auch einen Besuch der Spiele bei der Fußball-Europameisterschaft im Sommer nach einer UEFA-Einladung erlaubt, solange er dabei nicht in offizieller Funktion erscheine. Der gesperrte Funktionär hatte allerdings keine Partie des Turniers in seinem Heimatland besucht.

sid/dpa

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