Arsenal im FA-Cup-Finale

Arsenal: Wenger kämpft gegen den Titel-Fluch

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Arsene Wenger

London - Arsene Wenger wird weltweit geschätzt, für Jose Mourinho dagegen ist er ein „Experte im Versagen“. Am Samstag kann der Teammanager des FC Arsenal beweisen, dass er nicht nur schönen, sondern auch erfolgreichen Fußball spielen lässt.

Wo der Asteroid „33179 Arsenewenger“ derzeit seine Bahn zieht, ist nicht einfach herauszufinden. Der wohl einzige Himmelskörper, der nach einem Fußball-Trainer benannt ist, rast im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter. Er ist laut NASA momentan etwas mehr als dreimal so weit von der Erde entfernt wie die Sonne, die er in 4,23 Jahren einmal umrundet. Schon etwas mehr als doppelt so lange, seit fast neun Jahren, kreisen die Gedanken seines Namenspaten um ein einziges Ziel: einen Titel mit dem FC Arsenal.

„Specialist in failure“, einen „Experten im Versagen“, hat sein Intimfeind Jose Mourinho vom FC Chelsea den stolzen Elsässer Arsene Wenger kürzlich geschimpft - und das wurmt den weltweit geschätzten Teammanager auch vor dem FA-Cup-Finale gegen Hull City am Samstag (18 Uhr/Sport1) im Londoner Wembleystadion sehr.

„Unser großes Ziel ist, Trophäen zu gewinnen. Wir haben ein enormes Verlangen nach diesem Pokal“, sagte Wenger. Noch stärker als bei Spielern und Fans der Gunners dürfte dieses Verlangen beim Teammanager selbst sein. Neun Jahre ohne Titel seit dem FA-Cup-Triumph am 21. Mai 2005 - das passt nicht zu einem Trainer, über den die Fans stets ehrfürchtig sag(t)en: „Arsene knows.“

Die Konkurrenz ist gewachsen

2005 riss die grandiose Arsenal-Serie - und damit auch die des Arsene Wenger. Viermal hatte der bei seinem Amtsantritt am 30. September 1996 selbst Experten unbekannte Trainer den FA Cup gewonnen, dreimal war er Meister geworden. 2003/04 blieb Arsenal als erste Mannschaft seit Preston North End 115 Jahre zuvor eine komplette Saison lang ungeschlagen. Ein Ding der Unmöglichkeit. Eigentlich. Thierry Henry, Patrick Vieira und Robert Pires wurden ehrfürchtig „The Untouchables“ genannt - die Unantastbaren.

Inzwischen jedoch, auch das sagte Wenger, sei es „sehr schwierig“, in England eine Hand an die begehrte „Silverware“ zu bekommen: „Es gibt sehr viele andere Klubs, die das auch wollen." Als Arsenal auf dem Gipfel thronte, war Manchester City beispielsweise noch entweder Zweitligist oder Premier-League-Abstiegskandidat. Mit vielen Scheich-Millionen aufgepumpt, spielen die Citizens nun Jahr für Jahr um den Titel. Gerade erst sind sie erneut Meister geworden.

Arsenal und Wenger unter Druck

Arsenal wurde Vierter - immerhin, aber wieder Lichtjahre entfernt vom Titel, von dem sie ihre Fans anfangs träumen ließen. Hull, der Gegner am Samstag, beendete die Saison auf dem 16. Tabellenplatz. Der Druck lastet eindeutig auf Arsenal. Auf Arsene.

Die Geschichte mit dem Asteroiden, sie ist nun auch schon einige Jahre her. Der Astronom Ian Griffin, der das Objekt mit drei bis neun Kilometern Durchmesser 1998 während Forschungen im Observatorium von Cocoa in Florida entdeckte, hatte zehn Jahre Zeit, seinen Fund zu benennen. In der Begründung schrieb er 2007: "Es könnte keine bessere Person geben, die ich auf diesem Wege ehren könnte. Dieser Mann hat den Fußball auf ein neues Niveau gehoben.“ Nur Titel zu gewinnen, das gelang Arsene Wenger fortan nicht mehr. Am Samstag bekommt er seine größte Chance, den Fluch zu besiegen.

SID

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