50+1-Regel kein Tabu

Bierhoff für weitere Öffnung für Investoren

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DFB-Teammanager Oliver Bierhoff kann "mit diesem Traditionsgerede nichts anfangen."

Köln - Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff fordert eine stärkere Öffnung des Fußballs für Investoren und stellt dabei auch die 50+1-Regel infrage.

"Ich finde, wir sollten uns über Konzerne und Einzelpersonen freuen, die ihr Geld in den Fußball investieren", sagte Bierhoff im Interview mit der Tageszeitung Die Welt.

Auf die Frage, ob die 50+1-Regel abgeschafft werden müsse, antwortete der Europameister von 1996: "Wie überall in der Wirtschaft sollte jeder Verein die Möglichkeit haben, für sich Investoren zu finden. Wenn jemand mir Geld geben will - und sei es aus Eitelkeit oder als Hobby -, dann sollte er dies auch tun dürfen." Die 50+1-Regel untersagt eine Übernahme der Stimmen-Mehrheit durch Investoren bei Fußball-Vereinen. Die Mehrheit des Kapitals dagegen darf den Anlegern gehören.

Bierhoff zeigte sich außerdem genervt vom Aufschrei der Alteingesessenen, wenn es um Wettbewerbsvorteile für "Werksklubs" wie Bayer Leverkusen und den VfL Wolfsburg oder Mäzenaten-Modelle wie 1899 Hoffenheim geht. "Ich kann mit diesem Traditionsgerede nichts anfangen", sagte der Ex-Profi, "man muss Vereinen doch auch mal die Chance geben, Tradition aufzubauen."

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Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp habe „in die Region investiert“ und werde trotzdem angefeindet. „Dafür habe ich kein Verständnis.“ Bei „dieser Denkweise“ dürfte in der Wirtschaft kein Unternehmen mehr gegründet werden, weil es ja Traditionsunternehmen gebe. „Woher sollten dann neue Impulse kommen, woher Wachstum?“, fragte Bierhoff. Es sei „nicht automatisch schlecht“, wenn ein privater Investor in einen Verein gehe.

Der 45-Jährige sieht zwei mögliche Entwicklungen. „Entweder wir machen es total liberal und jeder kann sich legales Geld in den Klub holen. Dann möchte ich aber aus Dortmund und München nichts von irgendwelchen Wettbewerbsvorteilen für die Werksklubs hören“, oder, so Bierhoff weiter, es gebe einen europaweiten Konsens, die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch weiter auseinander gehen zu lassen, so dass eine ausgeglichene und spannende Liga garantiert wäre.

SID

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