Kommentar zum torlosen Remis gegen Polen

Löw zu vorsichtig bei seinem Rekord

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Bundestrainer Löw

Ein Kommentar von Björn Knips. Glückwunsch, Jogi Löw! Zum 13. Mal stand noch nie ein Nationaltrainer bei einer EM an der Seitenlinie. Doch Löw wollte den Rekord auf dem Platz offenbar nicht feiern – zumindest sah es danach zunächst aus.

Sportredakteur Björn Knips

Gegen die konterstarken Polen hatte er seinem Team sehr viel Sicherheit verordnet. Das erinnerte an eine Party ohne Musik, auf der Mesut Özil hilflos am Rand der Tanzfläche steht. Entsprechend langweilig waren die ersten 45 Minuten. Ein Weltmeister darf ruhig etwas mutiger auftreten. Aber bei dieser EM in Frankreich ist die Angst einfach größer als sonst. Als in Halbzeit eins auch noch ein Knall durchs Stadion dröhnte, wurde es plötzlich ganz still. Die Erinnerungen an die Terroranschläge vom 13. November 2015 in Paris waren sofort wieder da. Schönen Dank an die Idioten, die es immer noch krachen lassen müssen. Ihr seid keine Fußball-Fans!

Zum Glück war es letztlich nur ein Nebengeräusch. Denn auf dem Platz wurde es endlich lauter. Und es drehte nicht nur Deutschland am Regler, sondern auch Polen. Doch an den Türstehern Jerome Boateng und Mats Hummels kamen Lewandowski und Co. nicht vorbei. Ein sehr wichtiges Signal für die weitere EM. Hummels spielte nach anfänglichen Schwierigkeiten richtig stark. Gut, dass ihn Löw für Shkodran Mustafi gebracht hat. Unverständlich dagegen, warum der Bundestrainer so lange an Mario Götze und Julian Draxler festhielt.

Auch die Einwechslung von Andre Schürrle war so vorhersehbar und wirkungslos wie so oft. Warum kommt in diesem Moment kein Leroy Sane? Mit vier Punkten ist das Achtelfinale eigentlich sicher, der unsinnige EM-Modus macht es möglich. Trotzdem wird die Partie am Dienstag gegen Nordirland durchaus zum Schlüsselspiel. Der Weltmeister muss nun die richtige Balance zwischen Sicherheit und Mut finden.

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