1622 Tage Warten: Wolfsburg nächster internationaler Versuch

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Wolfsburgs Manager Klaus Allofs hebt den Zeigefinger

Wolfsburg / Liverpool - Von Michael Rossmann und Carsten Lappe. Viel Zeit und viel Geld hat es gekostet, ehe der VfL Wolfsburg wieder international spielen darf. Entsprechend „riesig“ ist die Vorfreude beim Trip auf die Insel - und sehr groß sind auch die Erwartungen.

Nach mehr als 100 Millionen Euro Investitionen in Ablösesummen spielt der VfL Wolfsburg endlich wieder da, wo der Volkswagen-Konzern die Fußball-Tochter sehen will - auf der internationalen Bühne. Beim FC Everton kehrt der Bundesligist am Donnerstag (21.05 Uhr/Kabel eins) zumindest in den kleinen Europapokal zurück und beendet die deutsch-englische Woche bei der Nummer zwei in Liverpool. „Der VfL hat lange darauf gewartet, wieder international zu spielen“, sagte Geschäftsführer Klaus Allofs vor dem Flug am Mittwoch auf die Insel.

1622 Tage nach dem Viertelfinal-Aus 2010 gegen den FCFulham startet Wolfsburg wieder gegen einen Premier-League-Club und zeigt sich wenig bescheiden. „Die Erwartungen sind nicht so gering“, erklärte Allofs unumwunden. „Wer die Trophäe am Ende in den Händen halten will, muss auch solche Gegner schlagen.“

Angesichts der Teams aus Lille und dem russischen Krasnodar erklärte der VfL-Manager: „Ich glaube, dass wir nicht nur konkurrenzfähig sind, sondern mit Everton der Favorit in der Gruppe sind.“ Das spricht für das gewachsene Selbstbewusstsein der Wolfsburger, denn Allofs betonte auch: „Wir spielen in einer Gruppe, die auch in der Champions League nicht sonderlich auffallen würde.“ Womit das eigentliche Ziel des Geldgebers benannt ist.

„Es ist natürlich der Anspruch bei Volkswagen, dass der VfL mittelfristig in der Champions League spielt, und das wollen wir auch“, sagte Trainer Dieter Hecking. Dafür hat der Konzern seit dem Europa-League-Aus im April 2010 sehr viel Geld bezahlt, das vor allem Dieter Hoeneß und Felix Magath mit vollen Händen für Transfers und ohne die gewünschte Gegenleistung ausgaben.

Mit Allofs und Trainer Hecking geht es in der Summe nicht unbedingt sparsamer, dafür aber ruhiger zu und in kleinen Schritten voran. Der Coach bemüht sich daher auch, VW die Vorzüge des weniger bedeutenden Wettbewerbs schmackhaft zu machen. „Auch die Europa League kann am Ende ein großes Renommee bedeuten, wenn wir es schaffen können, in diesem Wettbewerb erfolgreich Fußball zu spielen“, sagte der Coach, der nur wenig internationale Erfahrung aus seiner Aachener Zeit mit nach Wolfsburg gebracht hat.

Anders sieht das bei Allofs aus, der allein als Manager von Werder Bremen sechs Spielzeiten in der Champions League erlebte. Es ist allerdings auch schon fast vier Jahre her, dass der 57-Jährige als Verantwortlicher bei einem internationalen Spiel dabei war. „Da ist eine riesen Vorfreude“, sagte Allofs angesichts der Partie im Goodison Park: „Es ist toll, mit einem Spiel auf der Insel zu starten. Das sind immer besondere Spiele.“

In Everton treffen die Wolfsburger auf den belgischen Angreifer Romelu Lukaku, an deren Verpflichtung sie vor der Saison scheiterten. Dass nicht nur beim VfL, sondern auch beim neunmaligen Meister Englands viel Geld imSpiel ist, zeigte auch die Verpflichtung des alternden Stürmerstars Samuel Eto'o aus Kamerun. dpa

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