Formel 1

Vettel im Schatten: Ferrari-Youngster Leclerc holt Pole

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Fuhr in Sakhir auf die Pole-Position: Ferrari-Pilot Charles Leclerc. Foto: Hassan Ammar/AP/dpa

Sebastian Vettel? Nein. Lewis Hamilton? Nein. Ein Youngster rast in Bahrain auf die Pole Position. Es ist die erste in seiner noch jungen Formel-1-Karriere. Branchenführer Mercedes muss in der Wüste zulegen.

Sakhir (dpa) - Sebastian Vettel klopfte Charles Leclerc voller Anerkennung auf die Schulter. In seinem erst zweiten Grand Prix für Ferrari steht der 21 Jahre alte Nachfolger von Kimi Räikkönen auf der Pole Position von Bahrain und enteilte sogar seinem deutschen Stallrivalen.

"Am Ende hat Charles einen sehr guten Job gemacht und er verdient es, ganz vorne zu stehen", sagte Vettel und gratulierte dem Monegassen, der auf seiner letzten Runde in der Qualifikation 0,294 Sekunden Vorsprung auf den viermaligen Weltmeister hatte.

Mit gerade einmal 21 Jahren und 165 Tagen ist Leclerc der zweitjüngste Pole-Mann in der langen Formel-1-Historie direkt nach Teamkollege Vettel, der im September 2008 in Monza 21 Jahre und 72 Tage jung war.

Vettel blieb in dem spannenden Ausscheidungskampf unter dem Flutlicht in Sakhir nur wenig Zeit in der letzten K.o.-Runde. Und diese brachte den Heppenheimer zumindest auf den zweiten Startplatz. "Wenn man ins Rennen von den Plätzen eins und zwei geht, will man das Rennen auch so beenden", betonte Vettel vor dem zweiten Saisonrennen am Sonntag (17.10 Uhr/RTL und Sky). "Wir wollen sicherstellen vorne zu bleiben."

Vettel wurde allerdings noch in der Nacht von den Rennkommissaren vorgeladen. Der Vorwurf: Er soll während der ersten K.o.-Runde regelwidrig "unnötig langsam" gefahren sein. Das wird als potenzielle Gefahr für andere Fahrer auf der Strecke gewertet. Vettel konnte allerdings darlegen, dass er wegen eines Bremsplattens an beiden Vorderreifen das Tempo nicht aufrechterhalten konnte. Die Stewards sahen demnach von einer Ahndung ab. Wegen technischer Probleme kam Nico Hülkenberg im Renault nicht über Rang 17 hinaus.

Seit dem enttäuschenden Saisonstart in Australien mit Platz vier (Vettel) und fünf (Leclerc) hat Ferrari einen erheblichen Entwicklungsschritt gemacht. Sogar die Silberpfeile kamen da nicht hinterher. Lewis Hamilton wies nach der Qualifikation einen Rückstand von 0,324 Sekunden auf Leclerc auf und geht als Dritter ins Nachtrennen. Sein Teamkollege Valtteri Bottas musste sich nach seinem imposanten Auftaktsieg in Australien mit Position vier begnügen. In der Mercedes-Garage blies Mercedes-Teamchef Toto Wolff derweil die Backen auf.

Der strahlende Mann des Tages war diesmal Leclerc, der sein Talent bei Alfa-Romeo-Sauber unter Beweis gestellt hatte und zu dieser Saison bei Ferrari befördert worden war. "Ich bin extrem glücklich. Seb ist ein ausgezeichneter Fahrer, aber ich bin sehr glücklich auf der Pole", resümierte Leclerc, der auf der Zielgeraden Glückwünsche von seinem Team entgegennahm und immer wieder hochzufrieden den Daumen nach oben reckte.

"Ich empfinde viele Emotionen. Ich versuche aber, so cool zu bleiben wie nur möglich", betonte er ganz bodenständig. "Ich will mich dann auf das Rennen fokussieren."

Ins Rennen geht Ferrari als Favorit. Vettel ist mit vier Siegen sogar Rekordgewinner in Bahrain. Hamilton beeindruckt das wenig. "Es war toll zu sehen, welchen Fortschritt wir am Wochenende gemacht haben", sagte der Melbourne-Zweite. "Wir werden alles geben, um Ferrari einen guten Kampf zu liefern." Dem Pole-Debütanten Leclerc empfahl Hamilton, den Glücksmoment festzuhalten. "Die erste Pole kommt nur einmal. Er verdient sie", sagte Hamilton.

Ferrari legte bislang ein beeindruckendes Wochenende hin. Schon in den ersten drei Übungseinheiten waren die roten Rennwagen ganz vorne gestanden. "Ferrari war auf den Geraden wirklich unheimlich schnell", meinte Hamilton anerkennend. Vettel hatte allerdings in der Qualifikation so einige Probleme und verbremste sich ein ums andere Mal. "Mein Tag war sicher nicht ideal", sagte er. Im Rennen hofft er aber im Idealfall auf weniger Probleme. "Es wird immer besser", meinte Vettel. "Wir hoffen, dass es so auch im Rennen weitergehen wird."

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