"Alien"-Vergleich

Sind die neuen Formel-1-Autos zu hässlich?

+
Sebastian Vettel will 2014 seinen Titel verteidigen.

Berlin - Sie werden anders klingen. Sie werden anders aussehen. Vor allem die Frontpartie der neuen Formel-1-Autos lässt nicht wenige mit der Nase rümpfen. Schön ist für viele etwas anderes.

Formel sexy war früher. Die Sorge um die Optik der neuen Rennwagen mit merkwürdigen Fahrzeugnasen treibt manch einen in der Formel 1 gewaltig um. „Kinder sollten träumen, wenn sie ein Formel-1-Auto sehen - ich weiß aber nicht, welchen Traum oder Alptraum man hat, wenn man sich diese Autos anschaut“, zitierte „autosport.com“ am Donnerstag den Caterham-Teamchef Cyril Abiteboul. „Es erinnert mich an den Film "Alien", wenn es aus dem Mund rauskommt.“

Ob es bei allen tatsächlich ganz so schlimm kommt, bleibt abzuwarten, wenn zuerst McLaren an diesem Freitag und am Samstag Ferrari ihre neuen Modelle zur Jagd auf Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel vorstellen. Auf den RB10 müssen Fans und Widersacher bis Dienstagvormittag warten. 20 Minuten vor dem Startschuss für die Testfahrten will Red Bull den Wagen auf dem Circuito de Jerez präsentieren. Auch Herausforderer Mercedes wird unmittelbar vor der ersten Jungfernfahrt erst das Geheimnis um den neuen Silberpfeil lüften.

Das erste Bild der umstrittenen Frontpartien zeigte noch vor dem offiziellen Präsentationsstart aber das britische Williams-Team. „Es gibt signifikante Veränderungen“, betonte Williams' Technikchef Pat Symonds in einer Mitteilung auf der Team-Homepage.

Abitebouls Einschätzung wurde zumindest nicht entkräftet. Die Wagenspitze ist markant, vor allem aber gewöhnungsbedürftig. Sie ragt etwas über den Frontflügel hinaus. Im vordersten Bereich läuft sie schmal und schnabelartig zusammen.

„Die Regeln bestimmen das Auto“, betonte bereits Red Bulls Stardesigner Adrian Newey. Auch er bereitete die Fans des viermaligen Weltmeister-Teams auf keine unbedingte Schönheit auf vier Rädern vor. „Natürlich ist ein Auto idealerweise schnell und hat ein stylishes Design. Aber jeder im Fahrerlager zieht ein schnelles Auto einem gut aussehenden vor“, betonte Newey. Er hätte sich zwar auch mehr Handlungsraum für ästethische Belange gewünscht. Letztlich brachte es der Erfolgs-Mitgarant aber auf die simple Formel-1-Formel: „Schnell hat Vorrang vor Schönheit.“

Neben der größten technischen Reform mit neuen 1,6-Liter-Turbotriebwerken anstelle der bisherigen 2,4-Liter-Saugmotoren und dem umfangreicheren Hybridsystem ERS mit zusätzlichen 160 PS für rund 33 Sekunden pro Runde mussten sich die Teams auf die gravierenden aerodynamischen Einschnitte einstellen. Durch einige Modifikationen sollen die Autos weniger Abtrieb generieren können. Die tiefere Nase - Maximalhöhe von 55 Zentimeter auf 18,5 Zentimeter - soll die Gefahren minimiert werden. „Ich denke, die Formel 1 ist Showbusiness und es sollte attraktiv für die Leute bleiben“, lautete Abitebouls Appell.

dpa

Formel 1: Das sind die Fahrer der Saison 2014

Diese 22 Fahrer werden in der Formel-1-Saison 2014 an den Start gehen. Neben einigen Fahrerwechseln dürfte für die Fans die Neuerung bei den Startnummern interessant sein: Jeder Fahrer hat für seine weitere Karriere eine feste Startnummer gewählt. © dpa
Titelverteidiger Sebastian Vettel (26) peilt nach seinem souveränen Triumph 2013 auch 2014 den Titel an. Es wäre der fünfte in Folge. Die Wahl des Heppenheimers bezüglich der Startnummer fiel auf die Nummer 5, doch aufgrund seines Weltmeistertitels 2013 startet er diese Saison natürlich mit der 1. © picture alliance / dpa
Daniel Ricciardo fuhr in den vergangenen zwei Jahren beim kleinen Bruder von Red Bull, bei Toro Rosso. Nach dem Ausscheiden des Australiers Mark Webber übernimmt nun dessen 24-jähriger Landsmann den Platz neben Sebastian Vettel. Er startet mit der Nummer 3. © picture alliance / dpa
Fernando Alsonso (32), der 2012 und 2013 Vize-Weltmeister hinter Vettel wurde, startet mittlerweile im fünften Jahr für den italienischen Traditionsrennstall Ferrari. Ab sofort prangt auf seinem Renner seine persönliche Glückszahl 14. Der Spanier war bereits 2005 und 2006 Weltmeister. © picture alliance / dpa
Der Finne Kimi Räikkönen (34), wegen seiner kühlen Art auch "Iceman" genannt, startet nach einem kurzen Rally-Intermezzo und zwei Jahren im Cockpit von Lotus nun wieder mit der Startnummer 7 für Ferrari. © picture alliance / dpa
Nico Rosberg, der zweite Deutsche im Fahrerfeld, startet seit 2010 für Mercedes. Der Wiesbadener geht mit seinen 28 Jahren in seine mittlerweile zehnte Saison und gehört somit zum festen Inventar der Formel 1. Er wählte die Nummer 6, mit der sein Vater Keke Rosberg 1982 Weltmeister wurde. © picture alliance / dpa
Der 29-jährige Brite Lewis Hamilton, Weltmeister von 2008, startet nach seinem Abgang von McLaren in die zweite Saison mit Mercedes. Er hat die Nummer 44 für seinen Boliden gewählt. © picture alliance / dpa
Sein Landsmann Jenson Button steht vor seiner 15. Saison als Formel 1 Fahrer und fährt seit 2010 für das britische McLaren-Team. Er wählte die Nummer 22, mit der der 34-Jährige 2009 Weltmeister wurde. © picture alliance / dpa
Der 21-jährige Däne Kevin Magnussen ist eines der neuen Gesichter in der Formel 1 und wird das zweite Cockpit bei McLaren besetzen. Er fährt mit der Nummer 20. © picture alliance / dpa
Romain Grosjean (27, Frankreich) haftet aufgrund seiner risikoreichen und teilweise rücksichtslosen Fahrweise das Image eines Crash-Piloten an. Auf Youtube gibt es zahlreiche "Grosjean Crash-Compilation-Videos", die seine verschiedenen Unfälle zusammengefasst zeigen. Dennoch beendete er die letzte Saison auf einem ordentlichen siebten Rang. Kommende Saison wird er im Lotus mit der Startnummer 8 ins Rennen gehen. © picture alliance / dpa
Der Venezolaner Pastor Maldonado (28) wechselt 2014 vom Williams ins Lotus Cockpit und ersetzt dort Kimi Räikkönen. Er landete 2013 in der Fahrerwertung auf Rang 18. Er wählte die eigentlich als Unglückszahl bekannte 13 als seine persönliche Startnummer. © picture alliance / dpa
Adrian Sutil, der von 2008 bis 2011 sowie 2013 für Force India fuhr, wechselte trotz seines bis Ende 2014 datierten Vertrags innerhalb der Formel 1 zu Sauber. Der 31-jährige Deutsche wurde 13. in der letztjährigen Fahrerwertung und geht 2014 mit der höchsten Startnummer (99) ins Rennen. © picture alliance / dpa
Der Mexikaner Esteban Gutiérrez (22) debütierte 2013 in der Formel 1 und landete in der Fahrerwertung auf Platz 16. Er wird oft mit modischem Nasenpflaster gesichtet und startet in seiner zweiten Saison im Sauber-Cockpit mit der Nummer 21. © picture alliance / dpa
Der vierte Deutsche im Fahrerfeld ist Nico Hülkenberg (26). Er kehrt 2014 zu seinem alten Rennstall Force India zurück, für den er bereits 2011 als Testfahrer und 2012 als Stammfahrer aktiv war. Er wurde 2013 im Sauber Zehnter in der Fahrerwertung, fährt nun mit der Nummer 27. © picture alliance / dpa
Nach zwei Jahren bei Sauber und einer Saison bei McLaren wechselte der Mexikaner Sergio Perez (23) nun zu Force India und wird Teamkollege von Nico Hülkenberg. Landete 2013 auf dem 13. Platz der Fahrerwertung. Seine neue Startnummer ist die 11. © picture alliance / dpa
Der langjährige Ferraripilot Felipe Massa (32) wechselt zur neuen Saison zu Williams und bildet dort mit Valtteri Bottas das Fahrerduo. Entschied sich für die 19 als Startnummer. © picture alliance / dpa
Der letztjährige Formel-1-Debütant Valtteri Bottas (24) landete 2013 auf dem 17. Rang der Fahrerwertung. Der zweite Finne neben Kimi Räikkönen startet im Williams mit der Startnummer 77. © picture alliance / dpa
Jean-Eric Vergne (23) fährt seit 2012 für Toro Rosso und belegte 2013 den 15. Platz in der Fahrerwertung. Der Franzose startet ab sofort mit der Nummer 25. © picture alliance / dpa
Der 19-jährige Russe Daniil Kwjat war bei Toro Rosso bereits 2013 aktiv, jedoch nur als Testfahrer. Nach seinem parallelen Titelgewinn 2013 in der GP3-Serie bekam er für 2014 ein Cockpit in der Formel 1. Er startet mit der Nummer 26.   © picture alliance / dpa
Der Japaner Kamui Kobayashi fuhr bereits von 2010 bis 2012 für Sauber in der Formel 1. Nach einem einjährigen Gastspiel in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft fährt der 27-jährige nun für das Team Caterham. Entschied sich für die 10. © picture alliance / dpa
Der Schwede Marcus Ericsson (l.) startet zum ersten Mal in der Formel 1 und bildet mit Kamui Kobayashi das Fahrerduo des Caterham-Teams. Als Startnummer hat der 23-jährige die Nummer 9 gewählt. © picture alliance / dpa
Jules Bianchi (24) fuhr in seiner Debütsaison nicht in die Punkteränge, darf sich aber dennoch ein weiteres Jahr im Cockpit von Marussia, das 2014 mit Ferrari-Motoren antritt, versuchen. Der Franzose startet mit der Nummer 17. © picture alliance / dpa
Der US-Amerikaner Max Chilton (22) holte wie sein Teamkollege Bianchi 2013 zwar keinen Punkt, fuhr jedoch alle Rennen zu Ende. Landete auf dem 23. Rang der Fahrerwertung und bildet mit Bianchi erneut das Fahrerduo für Marussia. Der Brite startet ab sofort mit der Nummer 4. © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Neue E-Book-Reader: Dem kleinen Tolino geht ein Licht auf

Neue E-Book-Reader: Dem kleinen Tolino geht ein Licht auf

Gut gewappnet durch die Erkältungssaison

Gut gewappnet durch die Erkältungssaison

Warum das Fischessen so gesund ist

Warum das Fischessen so gesund ist

Schwedische Küche ist allererste Sahne

Schwedische Küche ist allererste Sahne

Meistgelesene Artikel

Vertrauter von Michael Schumacher spricht über Zustand - „Schaue Grands Prix mit ihm an“

Vertrauter von Michael Schumacher spricht über Zustand - „Schaue Grands Prix mit ihm an“

Kommentare