Red Bull bestätigt Kandidaten

Vettel darf entscheiden: Wer wird Teamkollege?

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Sebastian Vettel bekommt mehr Macht

Silverstone - Wer wird Sebastian Vettels neuer Teamkollege? Räikkönen, Ricciardo oder Vergne? Auch Adrian Sutil meldet Ansprüche an. Der Weltmeister entscheidet selbst.

Auf der Suche nach dem neuen Teamkollegen für Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat Red Bull seine Kandidatenliste bestätigt. Teamchef Christian Horner nannte am Freitag in Silverstone Lotus-Fahrer Kimi Räikkönen und die beiden Toro-Rosso-Piloten Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne als Anwärter auf das Cockpit des am Saisonende scheidenden Mark Webber. „Unser Fokus richtet sich hauptsächlich auf diese drei Jungs“, sagte Horner dem britischen TV-Sender Sky Sports.

Vettels langjähriger Intimfeind und Widersacher Mark Webber wechselt nach dieser Saison zu Porsche. Zwölf Rennen noch, dann ist Schluss. Und Vettel bekommt einen Kollegen, der seine neue Machtposition nicht mehr infrage stellt.

Denn klar ist: Vettel entscheidet über den neuen Mann an seiner Seite. Auch wenn er das so nie ausdrücken würde. „Ich erwarte nicht, dass man mich fragt. Aber es wäre natürlich schön“, sagte der WM-Führende vor dem Grand Prix von England in Silverstone (Sonntag, 14 Uhr/RTL und Sky). Vettel will nicht nur mitreden, sondern im Fall der Fälle auch sein Veto einlegen können.

Und diesen Wunsch wird ihm Red Bull schon aus eigenem Antrieb erfüllen. Schließlich läuft Vettels Vertrag 2015 aus - das ist in der schnellen Formel 1 nicht besonders lang. Und die Bullen werden vermeiden wollen, sich den Zorn des Vorzeigefahrers mit einer umstrittenen Personalentscheidung zuzuziehen. Schließlich hat Vettel auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass Ferrari mit seiner Tradition einen ganz besonderen Reiz auf ihn ausübt.

Und so sagt Teamchef Christian Horner fast pflichtbewusst: „Sicherlich wird Sebastian immer auf dem Laufenden gehalten werden. Seine Meinung wird Gewicht haben.“ Vettels Mentor und Red-Bull-Berater Helmut Marko meinte: „Die beste Entscheidung ist die, die in allseitigem Einverständnis getroffen wird. Dazu zählt auch Sebastian.“

Und der Heppenheimer tendiert im Moment wohl zu seinem Kumpel Kimi Räikkönen (33). Der „Iceman“ wäre zu haben, er gilt als Favorit, sein Vertrag bei Lotus läuft aus. „Jeder weiß, dass wir gut miteinander auskommen, selbst wenn er nicht als der große Sprecher gilt“, sagte Vettel, „mit Kimi bin ich immer gut klargekommen. Wir sind aber auch noch nie in einem Team gefahren.“

Doch würde Ex-Weltmeister Räikkönen gegen Vettel wirklich zurückstecken? Zudem genießt er bei Lotus alle Freiheiten, die er auch einfordert. Offen ist, ob er in der Red-Bull-Marketingmaschine zermalmt würde. „Ich kann machen, was immer ich will“, sagte Räikkönen.

Neben dem Finnen soll Jean-Eric Vergne (Toro Rosso) die besten Chancen haben. Red Bull würde gern auf einen Piloten aus der eigenen Kaderschmiede setzen - auch um zu beweisen, dass die Förderung von Talenten funktioniert. Und nach der Beförderung von Vettel 2009 den nächsten Star produzieren. Schließlich hat der Brausehersteller viel Geld in die Ausbildung von Daniel Ricciardo und Vergne gesteckt, die beim kleinen Schwesterteam fahren.

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Horner schwärmte zuletzt im kleinen Kreis in den höchsten Tönen von dem 23 Jahre alten Franzosen Vergne: Er habe sich enorm gesteigert, sei selbstbewusster geworden und extrem fokussiert. Aber auch Webbers Landsmann Ricciardo (23) rührt die Werbetrommel: „Ich will gute Leistungen zeigen, mich stark präsentieren - damit ich nicht vergessen werde.“

Nur Außenseiterchancen werden Nico Hülkenberg und Adrian Sutil zugeschrieben. Zwar wäre Hülkenberg zu haben, da er bei Sauber vor Saisonbeginn nur für ein Jahr unterschrieben haben soll, doch der Emmericher steht auch bei Ferrari auf der Liste. Sutil würde zwar gerne zu Red Bull, sagt: „Ich würde mich freuen, wenn sie meine Dienste in Anspruch nehmen wollen.“ Doch das Interesse ist nur einseitiger Natur.

Sicher ist dagegen, dass Red Bull nach einem über Jahre schwelenden Zwist zwischen Vettel und Webber um Harmonie bemüht ist. Das Fahrerduo soll endlich ein Team werden. Horner wolle sich mit der Entscheidung Zeit lassen, kündigte er an. Doch Vettel drängt auf eine zeitnahe Entscheidung: „Es darf teamintern keine Unruhe ausbrechen.“ Es klang wie ein Machtwort.

SID

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