Hoffnung wächst

Schumachers Zustand leicht verbessert

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Michael Schumacher zeigt nach acht Tagen im künstlichen Koma wohl leichte Zeichen der Besserung

Köln - Weiter Lebensgefahr, aber ein Stück mehr Hoffnung: Michael Schumacher zeigt nach acht Tagen im künstlichen Koma wohl leichte Zeichen der Besserung, der Kampf des 45-Jährigen ist aber noch lange nicht gewonnen.

Nach SID-Informationen gehen die Ärzte im Krankenhaus von Grenoble erstmals von einem neuen verbesserten Gesundheitszustand aus. Zwar könne demnach weiterhin alles passieren, im Umfeld steigt aber die Hoffnung, dass der Formel-1-Rekordweltmeister seinen schweren Ski-Unfall überlebt.

Am Montag hatte das Krankenhaus zunächst vermeldet, dass Schumachers Gesundheitszustand unverändert kritisch, aber stabil sei. Über den Stand der Ermittlungen zu Schumachers Unfall will die Staatsanwaltschaft derweil am kommenden Mittwoch in einer Pressekonferenz informieren.

Schumacher werde weiter kontinuierlich beaufsichtigt, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung mit Schumachers Managerin Sabine Kehm. Aus Gründen der Privatsphäre werden keine „Details seiner Behandlung“ genannt. Zudem seien „keine weiteren Pressekonferenzen oder schriftliche Pressemitteilungen“ geplant, die über die Genesung Schumachers Auskunft geben. „Wir bitten eindringlich darum, das Arztgeheimnis zu respektieren und sich ausschließlich an die Informationen des zuständigen Ärzte-Teams oder Managements zu halten, die die einzigen gültigen Informationen sind.“

Es war die erste Auskunft von offizieller Stelle zum Gesundheitszustand des ehemaligen Rennfahrers seit dem vergangenen Samstag. Schumacher liegt seit dem Unfall in den französischen Alpen mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im künstlichen Koma. Er ist zweimal am Kopf operiert worden.

Derweil ist es weiter unklar, welche Umstände zu dem tragischen Sturz am Sonntag vor Neujahr führten. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen nun erstmals Auskunft über ihre Erkenntnisse geben. Die Pressekonferenz soll um 11.00 Uhr im Gerichtsgebäude von Albertville stattfinden. Das bestätigte der zuständige Staatsanwalt Patrick Quincy der Nachrichtenagentur AFP am Montag.

Michael Schumacher: Bilder seiner unglaublichen Karriere

Der erfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte, Rekord-Weltmeister und Legende: Seine unglaubliche Karriere in Bildern sehen Sie hier. © picture alliance / dpa
Sein Formel 1-Debüt (Archivfoto vom 25.08.1991) gab Michael Schumacher auf dem Kurs von Spa-Francorchamps in Belgien in einem Jordan-Ford. Trotz seines Ausfalls nach wenigen hundert Metern machte er auf sich aufmerksam. Er wechselte umgehend zu Benetton. © picture alliance / dpa
Michael Schumacher (r.) und der Brite Nigel Mansell (er wurde Zweiter) mit dem Siegerpokal in Spa in Belgien. Am 30.08.1992, also nur knapp ein Jahr nach seinem Debüt, feiert Schumi seinen ersten Grand-Prix-Gewinn. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Manager Willi Weber (l) im Gespräch mit Formel-1-Pilot Michael Schumacher in Silverstone. Auch im Jahre 1992 war Willi Weber schon der Manager von Michael Schumacher. © picture alliance / dpa
Die Brüder Ralf (l) und Michael Schumacher (r) in Kerpen mit ihrem Vater Rolf (Archivfoto vom 19.07.1993). © picture alliance / dpa
Michael Schumacher (Benetton-Ford) - hier auf den Schultern von Team-Manager Flavio Briatore (r.) und Rennleiter Tom Walkinshaw - ging am 13.11.1994 im australischen Adelaide als glücklichstes Unfallopfer und als erster deutscher Weltmeister in die Geschichte der Formel 1 ein. © picture alliance / dpa
Eine spektakuläre Kollision mit seinem britischen Titelkonkurrenten Damon Hill (Williams-Renault) beendete in der 36. Runde das bis dahin packende Duell um die WM-Krone beim Großen Preis von Australien, zugunsten des Deutschen. Das Aus für beide brachte dem 25jährigen Schumacher den WM-Titel mit einem Punkt (92) Vorsprung vor dem Briten. © picture alliance / dpa
Der Sieg wurde ausgiebig gefeiert. © picture alliance / dpa
Michael Schumacher ist erneut Weltmeister. Nach dem Triumph beim Großen Pazifik-Pokal im japanischen Aida jubelt der deutsche Formel-1-Pilot mit dem Siegespokal in der Hand über die erfolgreiche Titelverteidigung (Archivfoto vom 22.10.1995). © picture-alliance/ dpa
Nach seinem zweiten Titel wechselt Schumacher 1996 zu Ferrari. Hier feiert er seinen ersten Sieg im roten Renner, den er im Regenrennen von Barcelona am 02.06.1996 einfährt. Seinen Titel jedoch kann er nicht verteidigen, dieser geht an Damon Hill. © AFP
Im letzten Rennen 1997 verzockt er seine Titelchancen: Das Fernsehbild von RTL zeigt aus der Sicht der Bordkamera Michael Schumachers (l.) den Rempler gegen seinen direkten Konkurrenten Jaques Villeneuve (r) im spanischen Jerez beim letzten Rennen der Saison um die Weltmeisterschaft (26.10.1997).  © picture alliance / dpa
Da Villeneuve trotz der Attacke Schumachers weiterfahren konnte, der Kerpener aber vorzeitig ausfiel, wurde der Kanadier erstmals Weltmeister. Schumacher wurde der Titel des Vize-Weltmeisters nachträglich durch den Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes FIA wegen des Rammstoßes aberkannt. © AFP
Stolz auf ihren Sohn: Mama Elisabeth und Papa Rolf im Jahr 1997 auf der zu einem Fernsehstudio umgebauten Indoor-Kartbahn in Kerpen vor der Übertragung des Formel 1-Finales aus dem spanischen Jerez auf der Party eines Fernsehsenders. © picture-alliance / dpa
Nachdem er 1998 gegen Mika Häkkinnen im McLaren erneut den Titel nicht erringen kann, stoppt ihn 1999 ein schwerer Unfall. Im britischen Silverstone rast er noch in der Einführungsrunde in einem Reifenstapel und bricht sich das Bein (11.07.1999). © picture alliance / dpa
So kannten ihn die Formel-1-Fans: Regengott Schumacher in Aktion. Bei nassen Pisten konnte fast keiner seiner Kontrahenten mit ihm mithalten. © picture-alliance / dpa
Beim großen Preis von Japan 2000 sichert sich Schumacher endlich wieder den WM-Titel. Zudem holte sich Ferrari auch den Konstrukteurs-Titel. © AFP
Die italienischen Gazzetten feiern Schumacher. © picture-alliance / dpa
Doch beim Österreich-Grand-Prix kommt es zur Farce. Schumis Teamkollege Rubens Barrichello (r.), der das Rennen souverän anführt, wird vom Team angewiesen Schumacher überholen zu lassen ("Let Michael pass for the championship!"). Der Brasilianer lässt den Champion tatsächlich kurz vor der Ziellinie vorbeiziehen. Schumacher schiebt Barrichello bei der Siegerehrung auf das oberste Podest, schämt sich für die Stallorder. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Das Jahr 2003 war ein trauriges für Michael und Ralf Schumacher: Die Mutter Elisabeth starb an Krebs. Bei dem Rennen in Imola gewann Michael den Grand Prix und vergoss mit Trauerflor am Arm und gesenktem Kopf Tränen auf dem Siegerpodest. Am Ende der Saison wird er wieder Weltmeister. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Seit 1999 fährt auch Michaels Bruder Ralf Schumacher in der Formel 1. Einige mal stehen sie gemeinsam auf dem Siegertreppchen, feiern ausgiebig ihre Triumphe. Doch aus dem Schatten seines großen Bruders kann Ralf nicht heraustreten. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Beim USA-Rennen 2004 kracht Ralf in die Mauer, seine Bolide kommt auf der Start-Ziel-Gerade zum stehen. Michael fährt mit seinem Ferrari vorsichtig vorbei. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Im gleichen Jahr gewinnt Michael Schumacher zum siebten und letzten Mal die Weltmeisterschaft, seine fünfte mit Ferrari. Rechts neben ihm jubelt sein neuer Hauptkontrahent Fernando Alonso. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
2005 holt der Spanier im Renault etwas überraschend den Titel und lässt den Rekord-Champion hinter sich. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
Auch 2006 liefern sich die beiden ein packendes Duell, doch am Ende gewinnt wieder Alonso das Rennen um die Weltmeisterschaft. Schumacher kündigt seinen Rücktritt an. © picture-alliance/ dpa
Nach dem letzten Rennen des Jahres verabschiedet sich Schumacher als Legende aus der Motorsport-Königsklasse. © picture-alliance/ dpa
Schumacher widmete sich dem Motorradsport. Am 11. Februar 2009 war stürzte er im spanischen Cartagena, brach sich  7. Halswirbel und die erste Rippe links. © picture alliance / dpa
Nach dem Crash von Felippe Massa in Budapest am 26.07. 2009 sollte Schumacher ihn im Ferrari-Cockpit ersetzen. Doch seine Verletzungen verhindern das Comeback des Rekord-Champions - noch... © picture alliance / dpa
Denn 2010 kehrt er zurück. Mercedes übernimmt das Weltmeister-Team von Ex-Ferrari-Chef Ross Brawn und verpflichtet Michael Schumacher. Doch Teamkollege Nico Rosberg (l.) erweist sich als starker Partner, fährt Schumi regelmäßig davon. © picture alliance / dpa
Am Ende holt nicht Schumacher, sondern Youngster Sebastian Vettel die Weltmeisterschaft. Am Ende wird Schumacher nur WM-Neunter. Drei vierte Plätze sind seine beste Ausbeute. © picture alliance / dpa
Auch 2011 (8. der WM) und 2012 (13. der WM) bleibt Schumi hinter seinen Ansprüchen. Am Ende der Saison 2012, in der er zumindest noch einmal auf dem Siegerpodest stehen durfte (GP von Europ am 24.06.), erklärt Schumacher seinen zweiten Rücktritt aus der Formel 1. © pic ture alliance / dpa
Am 29.12.2013 verunglückt Schumacher bei einem Ski-Ausflug im französischen Meribel. Mit schweren Kopfverletzungen kämpft er um sein Leben. © picture alliance / dpa
Am 16. 06.2014 gab das Management von Michael Schumacher bekannt, dass er aus dem fünfeinhalb Monate andauernden Koma erwacht sei. Seitdem befindet er sich in einer Reha-Klinik. © dpa

Neben der Befragung von Zeugen könnten möglicherweise zwei Videos zur Aufklärung des Unfallhergangs beitragen. Schumacher soll bei seinem Unfall eine Helmkamera getragen haben, unklar ist aber, ob diese zum Zeitpunkt des Unglücks eingeschaltet war. Zudem hat ein deutscher Tourist mit einem Smartphone angeblich die letzten Sekunden von Schumachers Fahrt aufgenommen und will das Video den Behörden zur Verfügung stellen. Außerdem ist unklar, wie schnell Schumacher unterwegs war.

Bisher ist lediglich bekannt, dass Schumacher am 29. Dezember am Vormittag in der Nähe seines Hauses mit seinem 14-jährigen Sohn und einer kleinen Gruppe von Freunden im Skigebiet von Meribel in den französischen Alpen eine offizielle Piste hinabfuhr. Dann fuhr er in einen Bereich zwischen zwei Abfahrten, berührte einen Felsen und stürzte mit dem Kopf auf einen anderen Stein. Dabei zerbrach Schumachers Helm. Ein anderer Skifahrer war laut Staatsanwaltschaft vermutlich nicht in den Unfall verwickelt.

Die französischen Ermittler prüfen derzeit, ob die Pisten ausreichend abgesteckt und die Warnungen vor dem felsigen Bereich zwischen einer blauen und einer roten Piste deutlich genug waren. Offenbar war das Unfallgebiet nicht mit Netzen abgesperrt, sondern nur mit Stangen ausgewiesen.

Managerin Kehm: Zustand hat sich insgesamt stabilisiert

Managerin Sabine Kehm hat bestätigt, dass sich Michael Schumachers Zustand am Wochenende insgesamt stabilisiert und damit gebessert hat. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa wollte sie am Montagabend allerdings nicht bestätigen, dass der 45 Jahre alte Formel-1-Rekordweltmeister mittlerweile außer Lebensgefahr sei. Zuerst hatte „bild.de“ berichtet, Schumacher schwebe nicht mehr in „akuter“ Lebensgefahr. „Bild“ bezog sich dabei auf „engste Umfeld“ Schumachers.

sid/dpa

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