Vor dem Großen Preis von Ungarn

Rosbergs Kontrollverlust: Ablösung an F1-Spitze droht

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Nico Rosberg droht in Budapest der Verlust der WM-Führung.

Budapest - Eine Woche vor seinem Heimrennen in Hockenheim droht Nico Rosberg am Sonntag in Ungarn erstmals in diesem Jahr der Verlust der WM-Führung. Dem Mercedes-Fahrer ist die Kontrolle über das Formel-1-Titelrennen entglitten.

Nach 126 Tagen an der Formel-1-Spitze muss Nico Rosberg in Ungarn die Ablösung fürchten. Mercedes-Stallrivale Lewis Hamilton hat mit zuletzt vier Siegen in fünf Rennen den Rückstand auf einen Punkt verkürzt und kann erstmals in dieser Saison aus eigener Kraft am Deutschen vorbeiziehen. Rosberg aber klammert sich an die Hoffnung auf die nächste Wende im Titel-Zweikampf. „Bei uns läuft das ja immer in Wellen. Es müsste an der Zeit sein, dass seine Welle endet“, sagt der WM-Führende.

Daran wiederum glaubt der Titelverteidiger ganz und gar nicht. „Ich spüre das Feuer gerade in mir lodern“, versichert Hamilton, noch immer berauscht von seinem jüngsten Heimsieg in Silverstone. „Ich fühle mich frisch, stark und zuversichtlich“, sagt der Brite. Mit seinem fünften Erfolg auf dem Hungaroring könnte der 31-Jährige am Sonntag nicht nur den viermaligen Sieger Michael Schumacher hinter sich lassen, sondern auch als WM-Spitzenreiter beim deutschen Grand Prix in Hockenheim in die zweite Saisonhälfte starten.

Dieses Szenario dürfte für Rosberg eine Horror-Vision sein. Nach vier Siegen zum Saisonstart schien der gebürtige Wiesbadener endlich den Schlüssel für seinen ersten Titelgewinn gefunden zu haben. Er wirkte gereift, aggressiver und noch fokussierter als in den Jahren zuvor. Doch seit dem Crash mit Hamilton in Barcelona im Mai ist Rosberg die Kontrolle über das WM-Rennen Stück für Stück entglitten.

„Ich habe mich immer daran erinnert, realistisch zu bleiben“, sagt Rosberg in einem Interview des britischen „Guardian“ in dieser Woche. Er habe gewusst, dass wieder härtere Zeiten kommen würden. Wer Rosberg jedoch in den vergangenen Wochen beobachtete, sah den 31-Jährigen wieder öfter hadern und zweifeln, wie schon bei seinen WM-Niederlagen gegen Hamilton in den beiden Jahren davor.

43 Punkte betrug Rosbergs Vorsprung nach vier Rennen, nun ist es nur noch ein Zähler - ein Nichts bei noch elf ausstehenden WM-Läufen. „Darauf achte ich nicht, also beeinflusst es mich nicht“, behauptet Rosberg. Stattdessen lässt er sein Team Sätze voller Tatendrang verbreiten: „Das Duell mit Lewis ist in vollem Gange. Ich kann den nächsten Zweikampf zwischen uns in Budapest kaum noch erwarten.“

Formel-1-Saison 2016: Das sind alle Teams und Fahrer

Aussagen wie diese belegen, dass sich auch in diesem Jahr die Titelfrage wieder nur zwischen Hamilton und Rosberg stellt. Auch wenn Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vor der Reise nach Ungarn die Red-Bull-Konkurrenz als Gefahr ausgemacht hat, kann das Silberpfeil-Duo sich wohl nur noch selbst schlagen. Mehr als 60 Punkte liegt Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen als WM-Dritter bereits zurück, Sebastian Vettel fehlen sogar schon 70 Zähler auf Rosberg.

Angesichts dieser Überlegenheit reifen bei Mercedes zunehmend die Gedanken, die Ressourcen bald stärker auf die Entwicklung des Autos für 2017 zu lenken. „Wenn du ein paar Wochen hinten dran bist, findest du dich am Ende möglicherweise viel weiter hinten wieder“, erklärt Team-Boss Wolff und spricht von einer „kniffligen Angelegenheit“. Schließlich muss er ganz nebenbei noch den erbitterten Kampf seiner Star-Piloten moderieren. „Wir mögen die Hälfte dieses Jahres überstanden haben, aber die harte Arbeit fängt gerade erst an“, sagt Wolff.

dpa

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