Profitiert er am Ende davon?

So kämpft Vettel mit den neuen Regeln

Sebastian Vettel
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Sebastian Vettel, hier in Bahrain.

Melbourne - Die Regeländerungen in der Formel 1 haben Urknall-Charakter, vor allem Sebastian Vettel und Red Bull kämpfen mit den Veränderungen - am Ende könnte der Weltmeister aber doch noch profitieren.

Lärm. Gestank. Bebender Asphalt. Fragt man Sebastian Vettel nach den Schlüsselreizen der Formel 1, wird der Weltmeister zum Traditionalisten. Ein Fan der neuen, leiseren Motoren ist Vettel folglich nicht. „Die Formel 1 muss Krach machen und Power haben“, sagt der 26-Jährige, die Verkleinerung der Motoren sei deshalb „schade“.

Doch vor dem Start der Saison am Sonntag (7.00 Uhr MEZ/RTL und Sky) in Melbourne ist der veränderte Klang der Boliden das kleinste Problem des Red-Bull-Piloten.

Denn die Regeländerungen für das Jahr 2014 sind noch viel tiefgreifender, und keinem Spitzenteam versetzten sie einen solchen Schlag wie Red Bull. Vettel spricht in diesem Zusammenhang gerne von Raketenwissenschaften: „Alles ist neu, alles hängt irgendwie miteinander zusammen“, sagt der Hesse: „Wenn eine Kleinigkeit nicht stimmt, hat man gleich große Schwierigkeiten.“

Sechszylinder-Turbo statt Achtzylinder-Saugmotoren, ein völlig neues Hybridsystem, grundlegende Änderungen bei der Aerodynamik - und dazu deutliche Beschränkungen beim Spritverbrauch. Das sind lediglich die Eckpfeiler des neuen, vom Weltverband FIA verordneten Reglements. Alle Rennställe starten damit bei null, müssen das Fahren neu lernen, doch Mercedes und Ferrari kommen besser klar. Das haben die Testfahrten in Jerez und Bahrain gezeigt.

Zumindest in den ersten Saisonläufen dürfte sich damit ein Szenario bewahrheiten, welches die Konkurrenten schon im Laufe des vergangenen Jahres immer wieder beschworen: Das neue Reglement könnte endlich die Dominanz von Seriensieger Vettel brechen.

26 Fakten: Sebastian Vettel von A bis Z

Sebastian Vettel
A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © dpa
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B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © dpa
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C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © dpa
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D wie Deutschland, Vettels Heimat © dpa
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E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © dpa
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F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © dpa
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G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © dpa
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H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © dpa
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I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © dpa
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J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © dpa
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K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels ehemaliges Rennauto © dpa
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L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © dpa
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M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © dpa
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N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © dpa
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O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © dpa
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P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © dpa
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Q wie Qualifikation, Vettels Domäne © dpa
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R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © dpa
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S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © dpa
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T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © dpa
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U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © dpa
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V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © dpa
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W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © dpa
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X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © dpa
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Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © dpa
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © dpa

Denn Red-Bull-Motorenlieferant Renault bekam seine Probleme zuletzt kaum in den Griff. Vor allem die Abstimmung von Benzin- und Elektromotoren bereitete den Franzosen Sorgen, denn auch diese ist deutlich komplizierter als in der vergangenen Saison: Die Energierückgewinnung wird nun nicht mehr allein aus der kinetischen Bremsenergie gespeist, auch die Wärmeenergie aus den Auspuffgasen wird nun genutzt - aus KERS (Kinetic Energy Recovery System) wird damit ERS (Energy Recovery System).

Die Konkurrenz nutzte ihren Vorteil bislang für zahlreiche Testrunden, und aus viel Zeit auf der Strecke wurde ein beachtlicher Wissensvorsprung. So absolvierte Mercedes bereits einige komplette Rennsimulationen, in denen Nico Rosberg und sein Team etwa Erfahrungswerte mit den vorgeschriebenen Veränderungen an Front- und Heckflügeln sammelten. Diese wurden „gestutzt“ wie Vettel sagt, „das ist ein Rückschritt. Wir rutschen jetzt viel mehr. `

Und auch beim Umgang mit dem neuen Spritlimit von 100 kg pro Rennen ist jeder Testkilometer wertvoll. Vettel rechnet mit bösen Überraschungen. `Ständig Vollgas ist nicht mehr drin“, sagt der Weltmeister, „man kann es gerne probieren, aber dann sieht man die Zielflagge nicht.“

Immerhin, wegen all dieser Änderungen wird es 2014 in großem Maße auf die Fahrer ankommen. Ein Lichtblick für Vettel. „Der Fahrer wird viel mehr arbeiten müssen“, sagt der viermalige Weltmeister Alain Prost, Motorsport-Berater bei Renault: „Intelligente, neugierige und aufgeschlossene Fahrer werden klar im Vorteil sein.“ Eigenschaften, die Vettel in den vergangenen Jahren den Weg zu vier WM-Titeln ebneten.

Und selbst eine der umstrittensten Änderungen im Reglement könnte Vettel am Ende in die Karten spielen. Beim Saisonfinale in Abu Dhabi kämpfen die Piloten um die doppelte Punktzahl - „das ist Unsinn“, findet Vettel, genau wie viele seiner Kollegen. Doch ein Rennstall mit Startschwierigkeiten könnte am Ende davon profitieren.

sid

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