In Hotelzimmer aufgefunden

María de Villota ist tot - Formel 1 geschockt

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Maria de Villota ist tot

Madrid/Suzuka - Maria de Villota ist tot. Die frühere Formel-1-Testfahrerin wurde knapp anderthalb Jahre nach ihrem schweren Unfall leblos in einem Hotelzimmer gefunden. Die genaue Todesursache steht noch aus.

Familie gibt Todesursache bekannt

Maria de Villota ist tot. Die frühere Formel-1-Testfahrerin wurde knapp anderthalb Jahre nach ihrem schweren Unfall leblos in einem Hotelzimmer gefunden. Die genaue Todesursache steht noch aus.

Suzuka (SID) Sie hatte erst vor zwei Monaten geheiratet, wollte in diesen Tagen ihr Buch mit dem Titel „Das Leben ist ein Geschenk“ vorstellen - und starb einen einsamen Tod in einem Hotelzimmer in Sevilla. Die frühere Formel-1-Testpilotin Maria de Villota wurde am Freitagmorgen leblos aufgefunden. Alle Wiederbelebungsmaßnahmen der um 7.00 Uhr früh herbeigerufenen Sanitäter kamen zu spät.

De Villota, die im Juli 2012 durch einen schweren Unfall bei ihrer ersten Formel-1-Testfahrt ihr rechtes Auge verloren hatte, wurde nur 33 Jahre alt. Wie die Gerichtsmedizin am Abend nach der Autopsie bekannt gab, starb die Spanierin eines natürlichen Todes.

Noch am Freitagmorgen wandte sich die Familie der Verstorbenen auf deren offizieller Facebook-Seite an die Öffentlichkeit und bestätigte die Tragödie. „Liebe Freunde: Maria hat uns verlassen. Wie alle Engel musste sie in den Himmel. Wir danken Gott für die anderthalb Jahre, die er uns noch mit ihr gelassen hat“, schrieben die Angehörigen.

Weltmeister Sebastian Vettel war zutiefst berührt. Der Bild-Zeitung sagte er: „Eine sehr traurige Nachricht. Maria war ein lebensfroher Mensch, hat sich nach ihrem Unfall so tapfer ins Leben zurückgekämpft. Maria hat sich sogar bei uns Fahrern für die Unterstützung bedankt, weil wir die ganze Zeit hinter ihr standen. Es gibt ja viele Leute, die sich nach so einem schlimmen Unfall eingraben und nie wieder in die Öffentlichkeit wollen. Und sie stand nach zehn Monaten wieder hier und lächelt. Das war beeindruckend.“

Die Tochter des früheren Formel-1-Piloten Emilio de Villota hatte durch ihren Unfall im Juli 2012 traurige Berühmtheit erlangt. Bei ihrem ersten Einsatz für das Marussia-Team war sie auf dem Flugfeld im englischen Duxford in einen Team-LKW geprallt. Es folgten zahlreiche Operationen, unter anderem waren Geruchs- und Geschmackssinn seither stark eingeschränkt.

Jean Todt, Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, zeigte sich tief getroffen: „Heute ist ein tragischer Tag für den Motorsport. Maria war eine fantastische Fahrerin, ein leuchtendes Vorbild für Frauen im Motorsport und eine unermüdliche Kämpferin für Straßensicherheit.“ Der Automobil-Weltverband kondolierte mit einem Statement: „Die gesamte FIA-Familie versammelt sich heute, um der Familie von Maria de Villota ihr aufrichtiges Beileid auszusprechen.“

Ihr Tod sorgte auch im restlichen Fahrerlager der Formel 1 vor dem Großen Preis von Japan für Bestürzung. „Ich habe die traurige Nachricht gehört, kaum dass ich den Helm abgestreift hatte“, sagte ihr Landsmann Fernando Alonso: „Maria wurde in der Motorsport-Welt geliebt. Ich brauche noch fünf Minuten, um das zu verdauen. Im Moment bete ich für sie und ihre Familie.“

Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn war „schockiert. Vor allem, wenn man sie kannte und weiß, welch starke und optimistische Person sie war.“ Trotz des schweren Unfalls habe de Villota ihren Willen nie verloren. „Wir haben alle Problemchen, aber es ist nichts im Vergleich mit dem, was sie durchgestanden hat“, sagte die 42-jährige Kaltenborn: „Ich stand nach dem Unfall mit ihr im Kontakt und konnte nicht glauben, was sie schon alles plante. Von ihr konnte man lernen, stark zu sein.“

De Villota hatte ihr Engagement in der Königsklasse nie bereut, trotz der schweren Folgen ihres Unfalls. „Ich habe mein ganzes Leben auf den Tag hingearbeitet, in einem Formel-1-Auto zu sitzen“, sagte sie noch im Mai der Bild am Sonntag: „Und ich habe es geschafft, das will ich auf keinen Fall vergessen.“

Seit Oktober 2012 zeigte sich de Villota wieder vermehrt in der Öffentlichkeit und engagierte sich für Sicherheit im Motorsport. Seit Ende September 2013 war sie auf Promotion-Tour für ihre Autobiografie „Das Leben ist ein Geschenk“.

Als Mitglied einer FIA-Kommission setzte sie sich bis zuletzt für Frauen im Motorsport ein. „Sie hat jungen Frauen Stärke vermittelt, indem sie ihre Leidenschaft nie aufgegeben hat“, sagte Kaltenborn: „Wer hätte das besser gekonnt als sie. Sie hat einen Unterschied gemacht. Jetzt ist es an uns, ihre Botschaft auch in Zukunft zu verbreiten.“

SID

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